Reformation heute – Was wir von den Südlichen Baptisten lernen können

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Am 28. April hielt Dr. Albert Mohler, Präsident des Southern Baptist Theological Seminary aus Louisville,  Kentucky (USA) im Rahmen der Jahreskonferenz des Netzwerkes Evangelium21 einen Vortrag unter dem Titel „Reformation heute – Was wir von den Südlichen Baptisten lernen können“. (Video der Predig mit deutscher Übersetzung hier!).

Der schweizer Blogger Hanniel (Hanniel bloggt, 28. April 2017) schreibt dazu zusammenfassend:

Albert Mohler führte 10 Lektionen über die bisher einzigartige Rückbesinnung einer grossen Denomination weg vom theologischen Liberalismus aus. Ich glaube, dass wir in der aktuellen gemeindlichen Situation im deutschen Sprachraum einige dieser Lektionen dringend berücksichtigen sollten.

 1.  Isolation ist kein dauerhafter Schutz.

Gemeinden, die von Natur aus konservativ sind, können in einer falschen Gewissheit leben, dass sie vor dem theologischen Liberalismus geschützt seien. Nur schon die aktuelle Leit- und Massenkultur der Jugendlichen zeigt jedoch: Wir können unsere Kinder nicht davor schützen, von aussen beeinflusst zu werden.

2.  Pietismus bzw. Konservativismus ist keine Garantie für Orthodoxie.

Unser Leben in der Frömmigkeit stützt sich auf unsere lehrmässigen Überzeugungen. Sobald diese weg sind, wird die Frömmigkeit des Evangeliums entleert.

3.  Der Pragmatismus unterminiert die Lehre.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts ging es nur noch um Wachstum. Orthodoxie wurde vorausgesetzt. Es ging um Programme. Dieser Pragmatismus schabt an der Lehre.

4.  Glaubensbekenntnisse sind notwendig, aber nicht genug.

Das Bekenntnis wurde nicht umgesetzt. Dieses muss aber reguliert und eingefordert werden. Leiter sind aufgrund ihrer Treue zu den Bekenntnissen einzusetzen.

5.  Reformation erfordert grossen Einsatz und Überzeugung.

Manche setzten ihren guten Ruf aufs Spiel. Sie nahmen Probleme und Streitigkeiten in Kauf. Es bedurfte unglaublich grosser Überzeugungskraft. Denn es musste immer wieder gesagt werden, dass es sich um falsche Lehre handelt.

6.  Wiederherstellung kostet viel.

Sie (ver)braucht unglaublich viel Energie und Zeit. Denn es geht nicht um ein einzelnes Treffen. In jedem Treffen und bei jeder Abstimmung musste gekämpft werden. Es wurden endlos viele Gespräche geführt. Die tiefsten Narben hinterliessen zerbrochene Beziehungen. Eine Gemeinde, die nicht bereit ist, menschliche Beziehungen für die Wahrheit zu riskieren, wird den theologischen Liberalismus aufnehmen. Die Kosten, die folgenden Generationen ohne Evangelium zu lassen, sind jedoch unendlich höher.

7.  Die grössten Feinde der Reformation sind nicht die Irrlehrer, sondern die schweigende Mehrheit

Die Gefahr bei der Reformation ging von denen aus, die den Frieden in der Denomination bewahren und den Preis nicht bezahlen wollten. Es stellte sich die Frage: Wer würde bis zur Abstimmung treu bleiben? Die grössten Helden der Reformation waren Gemeindemitglieder, die ihren Urlaub geopfert haben, um für konservative Kandidaten abzustimmen. Von aussen, so Beobachter, sah es wie eine Bauernrebellion aus.

Hier ist Mohler sehr klar und fordert uns zugleich auf, treu zum Evangelium und der biblischen Lehre zu stehen und sich nicht um den Preis der Wahrheit einer schweigenden Mitte hinzugeben.

8.  Die grösste Herausforderung besteht im Übergang von einer Generation zur nächsten.

Ein entscheidender Faktor war die Liberalisierung der nächsten Generation – ohne dass es den Eltern aufgefallen wäre.

9.  Frühere Reformationsstimmen wurden ausgelöscht, manche Versuche zur Reformation scheiterten.

Auch all die liberalen Denominationen gingen nicht ohne Kampf verloren. Das führt zur Frage: Wann müssen wir gehen? Sobald es keine begründete Hoffnung auf eine Erholung gibt bzw. die Satzungen keine Veränderung mehr zulassen; sobald eine Gemeinde sich auf Irrlehre festlegt oder die Autorität ihres Bekenntnisses verleugnet. Spurgeon verliess seine Denomination wie Luther: Er wurde hinausgeworfen. Er hat den Hass vieler für den Rest seines Lebens gespürt. Er fühlte, dass etwas sehr Wertvolles verloren gegangen war. Es hat seine eigene Familie gespalten.

10. Unsere Zuversicht bleibt in Christus allein.

Auf diesen Felsen baut Gott seine Gemeinde. Das ist keine Verheissung an eine Denomination, an ein theologisches Seminar oder eine Missionsgesellschaft.

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© Hanniel bloggt, 28. April 2017 (http://hanniel.ch)

Siehe dazu auch:

Anatomie einer Reformation – Die südlichen Baptisten zwischen 1978 und 1994 in Bibel & Gemeinde # 105 (2/2005), https://bibelbund.de/2015/05/anatomie-einer-reformation/

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