Christus genügt! – Dir auch?

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Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die Überfülle der Kraft sei Gottes und nicht aus uns.  In allem bedrängt, aber nicht eingeengt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg;  verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht umkommend;  allezeit das Sterben Jesu am Leib umhertragend, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar werde.  Denn wir, die wir leben, werden allezeit

dem Tod überliefert um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar werde. (2Kor 4:7-11)

Gott aber vermag jede Gnade gegen euch überströmen zu lassen, damit ihr in allem, allezeit alle Genüge habend, überströmend seid zu jedem guten Werk (2Kor 9:8)

Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht. Daher will ich am allerliebsten mich vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, auf daß die Kraft des Christus über mir wohne.  Deshalb habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Schmähungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten für Christum; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. (2Kor 12:8-9)

Helmut Mehringer

Bist du zufrieden – unabhängig von deinen Lebensumständen? Auch wenn’s dir nach mendchlichen Maßstäben schlecht geht? Auch wenn du vielleicht halb gelähmt im Rollstuhl sitzt? Oder was fehlt dir noch, dass du in deinem Herzen wirklich zufrieden bist?

Ist dir der Herr Jesus wirklich „die volle Genüge“? Genügt  er dir in allem? In schlechten Umständen? In deiner Evangeliumsverkündigung? In deiner Missions- und Gemeindebauarbeit?

Hier zunächst ein paar Gedanken von John Nelson Darby aus dem 19. Jahrhundert dazu:* Siehe aber auch die Links am Ende des Textes zu weiteren Gedanken!

Der Philipper-Brief ist ein Brief der Erfahrung. Es heißt daher  nicht: alles vermag man, sondern alles vermag ich. Christus genügt zu jeder Zeit; dies war die Erfahrung des Apostels. Er hatte sich in allerlei Gefahren begeben müssen, aber Christus genügte allezeit. Jetzt hatte er Überfluss, doch Christus genügte ihm in allen Umständen. Es ist gut zu wissen, dass, obgleich wir oft weit hinter dem Ziel zurückbleiben, wir nie in eine Lage kommen können, welche Er nicht beherrscht, möge es sich um die Gemeinde oder um die Einzelnen handeln. Paulus drohte im Fleisch Gefahr, und deshalb wurde ihm ein Dorn für dasselbe gegeben. Der Dorn war etwas, das ihn gewissermaßen bei seinem öffentlichen Dienst verächtlich machte. Die mächtige Wirkung seiner Predigt rührte somit nicht von ihm selbst her, sondern bewies das Vorhandensein der Macht Christi. Deshalb gab er sich damit zufrieden und sagte: „Ich will mich vielmehr meiner Schwachheiten rühmen.“ Der Dorn war nicht die Kraft, aber er gehörte zur Entfaltung derselben. Das Fleisch wird vollständig „vernichtet“, damit Christus alles sei. Hätte es einen vierten Himmel gegeben, so wäre das Fleisch umsomehr aufgeblasen worden. Das, was von Natur schlecht ist, kann nicht verbessert werden. Nicht der Dorn, sondern Christus war die Kraft, welche den Paulus beseitigen sollte. Dieses Kapitel – 2. Korinther 12 – hat zwei Seiten. Es zeigt uns einen Menschen in Christus, in welchem das Fleisch sozusagen vollständig in den Tod gegeben ist, sodann Christus in einem Menschen – was die andere Seite des christlichen Lebens bildet – die Kraft Christi in und mit uns. Sagen wir nicht, ein Christ vermag alles. Es ist im abstrakten Sinne wahr, dennoch will es der Apostel nicht sagen. Er sagt: „Ich vermag alles in dem, der mich kräftigt.“ „Ich habe gelernt, worin ich bin, mich zu begnügen.“ Christus genügte ihm vollständig. Zugleich erfüllten die Erinnerungen an die Philipper sein Herz. „Denn auch in Thessalonich habt ihr mir einmal und zweimal für meine Notdurft gesandt.“

Es ist sehr schön zu sehen, wie der Apostel immer Mensch bleibt. Die wahre Überlegenheit besteht darin, dass man durch all die wechselnden Umstände hindurch geht, sie alle fühlt und erwägt und dennoch sie beherrscht. Beachten wir, wie er von Epaphroditus im 2. Kapitel spricht. Paulus wusste, dass wenn er sterben würde, dass er in den Himmel ging, aber er fühlte das Kranksein seines Bruders und Mitarbeiters, und sein Herz konnte sich nicht gleichgültig über diese Prüfung hinwegsetzen. Als der Herr die Witwe von Nain sah, wurde Er innerlich bewegt. Er war nicht unempfindlich. Während Er durch die Umstände ging, fühlte Er sie alle, und dennoch beherrschte Er sie. Wir sollten uns nicht von den Umständen bestimmen lassen; wohl sollen wir sie fühlen, aber sie beherrschen. Christus genügt. Werfen wir alle unsere Sorge auf Ihn!

Paulus legt ihrem Dienst den ganzen Wert der göttlichen Gnade bei (Vers 18 u. 19). Welch ein Band sehen wir in der Kirche Gottes, selbst wenn es sich um die Gaben handelt! Vielleicht haben arme, alte bettlägerige Frauen für Paulus gebetet. „Mein Gott aber wird alle eure Notdurft erfüllen.“ Es heißt: „mein Gott“ Er kannte Ihn – der Gott, den ich kenne, vor dem ich gewandelt habe, Er wird es tun, – als wenn er dafür einstehen wollte. Wie erhebt sich das Herz des Apostels zu der Quelle von allem! Und was war der Maßstab? Etwa das Bedürfnis? Ach nein! sondern „nach seinem Reichtum, in Herrlichkeit in Christo Jesu.“ Hieraus ersehen wir, wie der Geist Gottes ihn über die Umstände hinwegsetzte, während er alles fühlte. Einerseits fühlt man hier auf der Erde alles vollkommen und anderseits hat man die Quelle der Kraft in Christus. Was ich zu lernen habe, ist meine eigene Schwachheit.

Wir machen einen großen Fehler in Bezug auf die Apostel. Wir stellen sie uns als solche vor, die gleich den Adlern sich hoch über alles Irdische erheben. Paulus sagt aber: „Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und in vielem Zittern.“ In Korinth waren vornehme Leute. Paulus war ein Gefäß zum Segen, aber man darf nicht etwas aus dem Gefäß machen. Wir müssen lernen nichts zu sein, damit Christus alles werde. Ist man demütig, so braucht man nicht demütig zu werden. Wenn man es aber nicht ist, so muss man es werden. Sind wir damit zufrieden nichts zu sein? Begnügen wir uns im Verborgenen mit Gott zu wandeln? Möge der Herr geben, dass wir einen solchen Wandel durch diese Welt praktisch kennen lernen! Was auch der Zustand der Gemeinde oder der Einzelnen sein möge: Christus genügt. Möge der Herr uns unsere Nichtigkeit erkennen lassen!

*John Nelson Darby ( Quelle und Übersetzer unbekannt)

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Weiterführende Gedanken aus modernerer Zeit dazu:

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