„Sollte Gott gesagt haben?“ – Bibelverständnis und Verkündigung heute

Der niederländische Theologe Herman Bavinck (1854-1921) sagte vor rund 100 Jahren über seine Kollegen Folgendes:

„Oft haben sie nichts mehr zu predigen, weil die [Kritik] ihnen Kraft und die Herrlichkeit des Evangeliums geraubt hat … Unzufrieden mit ihrer Lage, suchen viele einen Ausweg, indem sie sich in die Politik, in die Diakonie oder in humanitäre Projekte einbringen und in genau diesem Maße aufhören, Diener des Wortes und Verwalter der Geheimnisse Gottes zu sein.“

Viele Prediger glauben auch heute nicht an die Kraft des göttlichen Wortes und verkündigen deshalb ihre eigenen Ideen und zielen auf Weltverbesserung, Lebenshilfe, Unterhaltung, attraktives Wohlfühlchristentum und billigen Trost ab.

In einem aktuellen Büchlein skizziert Ron Kubsch (HIER kostenlos als PDF erhältlich!) anlässlich einer Konferenz die Entwicklung der neuzeitlichen Bibelkritik von den Anfängen bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts.

(c) 3L Verlag

Ein Auszug:

„Die spätmoderne Bibelkritik verlor unter dem Einfluss der neuen Hermeneutik den Wirklichkeitsbezug der biblischen Überlieferung und konzentrierte sich auf linguistische Auslegung. Herausstechendes Kennzeichen ihres Ertrages ist – neben begrüßenswerten Beobachtungen zur Sprache – die Vielstimmigkeit der Deutungen. Es kann keine verbindliche Interpretation
eines Bibeltextes mehr geben.

Heute distanzieren sich etliche Ausleger sowohl von radikaler Kritik als auch vom Deutungspluralismus und schlagen eine geistlich-symbolische Lesart der biblischen Offenbarung vor. Auf einem „dritten Weg“ suchen sie nach dem Geist der Texte. Doch auch ihnen ist es nicht gelungen, den garstigen Graben zu überbrücken. Es zeigen sich ähnliche Schwierigkeiten, wie wir sie aus der alexandrinischen Schule (Clemens u. Origenes) kennen. Da der symbolische Gehalt in der Regel jenseits des wörtlichen Textsinns gewonnen wird, ist der Willkür Tür und Tor geöffnet und obendrein wird der historische Sitz der Erzählungen desavouiert oder bleibt zumindest offen.“

DasBüchlein kann hier als PDF-Version heruntergeladen – oder hier als Druckerzeugnis erworben werden

——-o——-

© Ron Kubsch – TheoBlog 14.01.2017

Hilfreich zum Studium und Verständnis der Bibel in ihrem eigentlichen Zusammenhang könnte die Studienbibel des CLV mit ihren knappen, aber bibeltreuen und richtungsweisenden Anmerkungen zum Text sein – (siehe Bild der Verlagswebseite am Textanfang)

Sie ist sogar kostenlos im PDF-Format erhältlich HIER!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bibel - Das Wort Gottes, Bibelstudium, Buchempfehlung, Christliche Gegenkultur & Relevanz, Die Verkündigung (Predigt) & Der Verkündiger abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.