Das Pferd von hinten aufzäumen – ‚Evangelikal‘ und ‚Bibeltreu‘ – Was bedeutet das heute eigentlich?

Alte Begriffe, neue Inhalte: 

Wortsinn von evangelikal und  bibeltreu auf dem Prüfstand 

Georg Walter wide01

Georg Walters HIER als PDF kostenlos erhältliches Büchlein mit dem o.a. Titel behandelt in  folgenden drei Kapiteln ein überaus aktuelles, relevantes und brisantes Thema.

  1. „Verwischte Grenzlinien“,
  2. „Was ist ein Evangelikaler?“
  3. „Christus und Schrift gemäße Nachfolge“
  4. „Rolf Müller: Das neue Feindbild der Evangelikalen“

„Das Sprichwort „Das Pferd von hinten aufzäumen“ wird verwendet, um jemanden darauf hinzuweisen, dass ein Arbeitsgang im entgegengesetzten Arbeitsablauf begonnen wurde. In der Regel soll damit ausgedrückt werden, dass jemand am falschen Ende beginnt und möglicherweise scheitern wird. Aber es besteht durchaus die Möglichkeit, dass jemand das „Pferd von hinten aufzäumt“ und, obgleich etwas umständlich, seinen Arbeitsgang erfolgreich zu Ende bringt. Die Bibelkritik, die ihren Anfang in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm und an den meisten christlich-theologischen Ausbildungsstätten ihren Siegeszug erlebte, war eine Theologie, der man keineswegs vorwerfen konnte, dass sie das Pferd von hinten aufzäumte.

Liberale Theologen arbeiteten sich systematisch an allen Büchern der Bibel sowie an allen hermeneutischen Grundprinzipien ab, bis sie alle grundlegenden Wahrheiten der Bibel entmythologisiert, entkräftet, entwertet, verwässert oder umgedeutet hatten. Ihre Theologie wurde vom Zaumzeug der Bibelkritik so eingeengt, dass ein wirksames Bezeugen der Wahrheit der Bibel unmöglich wurde.

Diese Abkehr von Gottes Wort lähmte wahre Christusnachfolge und zog unweigerlich Folgen nach sich, deren Früchte heute nur zu offenkundig sind. Sie findet gegenwärtig nicht nur ihren Ausdruck in der Säkularisierung der liberalen Kirchen, sondern auch in ihrem massiven Mitgliederschwund. Letzterem versuchen die Kirchen des protestantischen Mainstreams, die am stärksten von der Abwanderung ihrer Schafe betroffen sind, verzweifelt Einhalt zu gebieten, indem sie dem Zeitgeist hinterherhecheln – bekanntermaßen erfolglos.

Wird das Maul eines Pferdes mit dem Zaumzeug so eng anschnallt, dass es nicht mehr fressen kann, mag es sich noch eine Weile auf den Beinen halten. Doch frisst ein Pferd nicht mehr, muss es zwangsläufig erst zur Schwäche und sodann zum vollkommenen Zusammenbruch kommen. Wer Gottes Volk die geistliche Speise der Wahrheiten von Gottes Wort vorenthält – und dies gilt auch für die Evangelikalen – muss die gleichen Konsequenzen erleiden. Der Mensch lebt eben nicht vom Brot allein, „sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!“ (Mt 4,4). In Gottes Volk, sofern diese Bezeichnung auf Namenschristen überhaupt zutrifft, ist der Hunger nach geistlicher Speise vielfach erloschen.

Bedauerlicherweise gleicht der Zustand so mancher „evangelikaler“ Christen immer häufiger dem der Namenschristen. Die Zeiten scheinen vorüber zu sein, als Gottes Volk auf Gott wartet, „dass er ihnen ihre Speise gibt zu seiner Zeit“ (Ps 104,27). Christliche Verleger können davon ein Lied singen. Die Nachfrage nach guter geistlicher Literatur ist in den vergangenen Jahren in erheblichem Maße zurückgegangen. Die Mehrzahl der christlichen Verlagshäuser hat sich auf diesen Trend eingestellt und verkauft das, was sichere Umsätze beschert. Vorbei sind die Zeiten, in denen vorrangig biblische Maßstäbe an die Inhalte der vielen neuen Publikationen auf dem christlichen Büchermarkt angelegt werden.

Die Wahrheiten der Bibel waren von Anbeginn an umkämpft, und sie werden es bis zur Wiederkunft des Herrn bleiben. Das Wort des Herrn, der „unvergängliche Same“ des lebendigen Gotteswortes (1Petr 1,23), wird deshalb nicht vergehen, weil der allmächtige Gott der Herr und Wächter über sein Wort ist. Darum sandte unser Herr zu allen Zeiten seine Boten, die sich den falschen Propheten der liberalen Theologie entgegenstellten. Der Wahlspruch der Verkündiger der Wahrheit lautete: „Denn wir vermögen nichts gegen die Wahrheit, sondern [nur] für die Wahrheit“ (2Kor 3,18). Sie wussten, dass Gott sie „von Anfang an zur Errettung erwählt hat in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit“ (2Thess 2,13). Und der Herr des Wortes schenkte in der Vergangenheit dann auch unter jenen Kreisen Erweckung, auf die so manche mit einer gewissen Geringschätzung herabblicken.“

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© Georg Walter 2016 – alle Rechte an diesem Artikel vorbehalten

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