Christliche Mission (2) – (Wie) Kannst du ein Missionar werden?


Einige (altbekannte) Gedanken aus der Arbeit in Indonesien von Helmut Mehringer


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„Unsere Aufgabe ist es, das Evangelium zu predigen – und davon dürfen wir uns nicht ablenken lassen!“

Denkst du, du könntest vom Herrn als Missionar gerufen werden und fragst dich jetzt, wie du einer werden könntest? Wenn du herumfragst, dann wird man dir wahrscheinlich etwas erzählen von der finanziellen Unterstützung, für die du sorgen musst, von einer Missionsgesellschaft, die du suchen musst, oder von Sprachen, die du lernen musst. Bevor du dir aber über das „Wie“ des Missionar-Werdens Gedanken machst, musst du dir unbedingt doppelt Sicherheit darüber verschaffen, ob das „Ob“ geklärt ist, d.h. ob du tatsächlich (schon) soweit bist, als Missionar ausgesandt zu werden. Nachfolgen deshalb (nur) sechs erste Fragen – denen dann noch einige andere folgen müssen.

1. Wirst du das wahre Evangelium Jesu Christi – ungeschminkt und vollständig bringen?

Wird das, was dich als Missionar in ein fremdes Land bringt, die einzigartige Wahrheit über den einen und einzigen Gott – Vater, Sohn und Hl. Geist, und den einen und einzigen Weg zu Ihm, über Sünde, Hölle, Buße, den stellvertretenden Kreuzestod des Herrn Jesus an der Stelle verlorener Sünder, Auferstehung, Neugeburt von oben, Erlösung und Heiligung sein? Oder wirst du den Menschen das Pseudoevangelium der vier oder fünf „geistlichen Gesetze“ anbieten, gemeinsam mit Heilungen, Wohlstand, ihr bestes Leben jetzt und als Draufgabe noch ewiges Leben? Beachte Gal. 1:8-12 und auch die Beireäge unter:

2. Kennst du Gott – Vater, Sohn, Hl. Geist? Verbringst du Zeit alleine mit Ihm und Seinem Wort, um In besser kennenzulernen? Und kannst du die Wahrheiten über Ihn vermitteln?

Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ (Joh 17:3, Jer 9:22-23, Hos 6:3, Dan 11:32, 1Joh 5:20)

Bei Mission geht‘s nicht um Methoden, Strategien und Zahlen – sondern um die Verkündigung der Wahrheiten über den einen wahren Schöpfer- und Erlösergott und dem Evangelium Seiner Herrlichkeit (2Kor 4:3-6, Psalm 96)

3. Vertraust du dem Wort Gottes als unfehlbar und genügend für alle Fragen des Dienstes? Kennst du es, kannst du damit umgehen und es verkünden?

Missionare sind geistliche Krieger, die das Schwert des Geistes als einzige, in allen Situationen wirksame und genügende Waffe handhaben können müssen: das Wort Gottes. Die Welt ist voll mit dämonischen Religionen, pseudo-christlichen Sekten, Irrlehren und Scharlatanerien. Wenn du auf dem geistlichen Kampffeld nicht das scharfe Schwert des Gottes handhaben und gebrauchen kannst, dann wirst du unfähig sein, deine kleine Herde zu verteidigen, auszurüsten und zu stärken, ganz davon zu schweigen, das Reich unseres Herrn zu vergrößern.

4. Bist du schon bisher in kleinen Dingen treu gewesen?

Und er sprach zu ihm: Wohl, du guter Knecht! Weil du im Geringsten treu warst, so habe Gewalt über zehn Städte.“ (Luke 19:17)

Hunderttausende Anhänger des Islam, des Buddhismus, Hinduismus oder anderer Religionen einschließlich des Atheismus studieren derzeit in Europa und anderen westlichen Ländern. Zusätzlich drängen derzeit Hunderttausende solcher Unerretteter als Flüchtlinge nach Europa. Wenn du dich möglicherweise als Missionar berufen fühlst oder dir dessen nicht sicher bist, dann kannst du gleich als Missionar anfangen – geh zu den ausländischen Studenten an der nächstgelegenen Universität und zu den Flüchtlingen der umliegenden Flüchtlingsunterkünfte.

Wenn du nicht treu darin bist, diesen Fremden vor deiner Haustür das Evangelium zu bringen – da wo es relativ einfach und in gewohnter Umgebung geschehen kann – warum sollte Gott dich dann in ferne Länder schicken, wo es rechtlich (Visa), linguistisch (Sprache und Denken), geistlich und kulturell viel größere Hürden gibt als hier?

5. Bist du deinem Fleisch und deinem Ich gestorben?

Missionare aus Europa oder anderen westlichen Ländern, die in ein weniger entwickeltes Land ziehen, erhalten umgehend einen Status höchster Attraktivität – nicht nur gegenüber dem anderen Geschlecht. Tagtäglich sehen sie sich vielerlei Versuchungen ausgesetzt. Wenn du deinem weltlichen Gelüsten und Wünschen noch nicht gestorben bist , dann wirst du wohl früher oder später in irgendeiner Art zu Fall kommen, vor allem wenn du denkst, dass der Herr Jesus dir etwas schuldig ist für dein ‘Opfer‘, als Missionar für Ihn in die Fremde zu gehen.

Wenn du dir stattdessen bewusst bist, dass Sein Kreuz, das Er dir auferlegt schon viel besser ist, als was du verdient hättest, und dass du der Rest deines Lebens einfach nur als lebendiges Dank-und Anbetungsopfer für Ihn dienen soll, dann wirst du viel besser darauf vorbereitet sein den vielfältigen Versuchungen zu widerstehen und den Schafen das vorzuleben, wovon du ihnen aus dem Wort Gottes predigst.

Erinnere dich, dass der Herr Jesus sagte:“Nimm dein Kreuz auf und folge du mir nach.“ (Mk 10:21.24), Er sagte uns, dass wir Ihm einfach zum Kreuz folgen und uns selbst, unseren Wünschen, Sehsüchten und Lüsten sterben sollten, um viel Frucht zu bringen – so wie Er uns ein Beispiel gab:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“ (Joh 12:24)

6. Hast du ein für allemal alle weltlichen/fleischlichen Mittel, Methoden und Strategien abgewiesen und verworfen?

Und Jesus trat herzu und redete zu ihnen und sprach:

Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf der Erde.

Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.

Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. (Mt 28:18-20)

 

Christus beruft nicht Menschen, die fähig und geeignet sind, sondern Christus befähigt Menschen, die Er berufen hat. Und sagt ihnen seine unbeschränkten Macht überall zu – wenn wir darauf allein vertrauen – statt auf einen „Arm des Fleisches“.

(2Chr. 32:7-8) Seid stark und mutig! Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor dem König von Assyrien und vor all der Menge, die mit ihm ist; denn mit uns sind mehr als mit ihm. Mit ihm ist ein Arm des Fleisches; aber mit uns ist der HERR, unser Gott, um uns zu helfen und unsere Kämpfe zu führen! Und das Volk verließ sich auf die Worte Jehiskias, des Königs von Juda.

(1Sam 17:39-40.45) …(Schwert über seinen Waffenrock) …Und David legte sie von sich ab. Und er nahm seinen Stab in seine Hand und wählte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in das Hirtengerät, das er hatte, in die Tasche, und seine Schleuder hatte er in seiner Hand. Und er trat dem Philister entgegen.  …Und David sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert und mit Speer und mit Wurfspieß; ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast.

Diese wenigen Gedanken sind nicht dazu bestimmt, potentielle Missionare davor abzuschrecken, als Missionare in ferne Länder zu gehen, braucht doch die ausstehende Erntearbeit noch viel mehr Missionare. Die Gedanken wurden nur wegen der aktuellen Situation auf Missionsfeldern wie Indonesien geschrieben, wo einerseits viele Schafe unter wohlmeinenden, aber fehlgeleiteten und/oder falsch vorbereiteten Missionaren aus westlichen Ländern leiden und andererseits viele, denen noch „der Gott dieser Welt den Sinn …verblendet hat, damit ihnen nicht ausstrahle der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus, der das Bild Gottes ist.“ (2Kor 4:3) vergeblich auf das wahre Licht warten und stattdessen einem pseudo-christlichen Irrlicht auf den Leim gehen.

Ehrliches Gebet und Selbstprüfung sind nötig, bevor du gehst! Um der Schafe willen, um der noch Ungläubigen willen und um unseres Herrn willen, dem Hirten und Heiland der Schafe des Vaters.

„Und wer irgend einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anstoß gibt, für den wäre es besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde. (Mk 9:42).

„Seid nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein schwereres Urteil empfangen werden;.“ (Jak 3:1)

Falls du gehen solltest, dann sei dir bewusst, dass viele Missionsgesellschaften zwar auch wertvolle Hilfe bieten können, inzwischen aber die Sorge um das Geld in den Vordergrund einiger von ihnen gerückt ist. Vertraue lieber auf den Herrn der Ernte, der versprochen hat, Seine Arbeiter mit allem (tatsächlich) Nötigen zu versorgen:

Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach dessen Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“ (Mt 6:33).

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* Dieser kurze Fragenkatalog entstand angeregt durch einen Beitrag auf: www.billionbibles.org/china/how-to-become-a-missionary.html


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