Jesus ist Gott (3) – Jesus trägt Titel Gottes

Johannes Pflaum wide01

Die biblischen Autoren legen Jesus Christus verschiedene Titel bei, die seine Stellung und Würde besonders hervorheben sollen; darunter auch solche, die eigentlich exklusiv für Gott den Vater reserviert sind.

Jesus Christus ist mehr als ein normaler Mensch, er ist mehr als der Gesetzgeber Mose (Heb 3,1-6) mehr als der Hohepriester (Heb 4,14-5,10) und mehr als ein Engel (Heb 1,4-2,9):

König

Mehr als dreißig Mal wird Gott Jahwe in den Psalmen und von den Propheten als außergewöhnlicher König betitelt: „Denn der Herr, der Höchste, ist gefürchtet, ein großer König über die ganze Erde” (Ps 47,3; vgl. Ps 95,3; Jes 43,15). Auch Jesus wird als König bezeichnet, dessen Reich allerdings nicht in dieser Welt aufgeht (Lk 1,33; Lk 23,2ff.38; Joh 18,36). Christus ist jedoch noch weit mehr, er ist König der Könige: „… und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige …” (Offb 17,14; vgl. Apg 10,36; 1Tim 6,15; Offb 19,16). Im Alten Testament wird von Gott Jahwe als dem „Gott der Götter und Herrn der Herren” gesprochen (5Mo 10,17). Gleichermaßen Gott der Vater und Jesus Christus könnten mit folgender Aussage über die Zeit der Wiederkunft des Sohnes gemeint sein: „Die wird zu seiner Zeit der selige und alleinige Machthaber zeigen, der König der Könige und Herr der Herren, der allein Unsterblichkeit hat und ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat, auch nicht sehen kann …” (1Tim 6,15f).

Gott

Obwohl in der Bibel auch heidnische Götzen als Gott bezeichnet werden, ist diese Ansprache auf einen Menschen bezogen äußerst ungewöhnlich. Da Jesus Christus kaum in die negative Kategorie Götze passen dürfte, muss er wohl im positiven über alle Menschen herausgehoben sein. Von dem Sohn aber sagt Gott: „Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches …” (Heb 1,8; vgl. Joh 1,1; 2Petr 1,1).

Kyrios

In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments (LXX) wurden die Gottesnamen ‘adonai’ und ‘jahwe’ schon bald mit dem Begriff ‘kyrios’ übersetzt. Dieser Titel kyrios wird im Neuen Testament sowohl auf Gott Jahwe (Mt 1,20; 9,38; 11,25; Apg 17,24; Offb 4,11), als auch auf Jesus Christus (Lk 2,11; Joh 2,28; Apg 10,36; 1Kor 2,8; Phil 2,11) angewandt. Kyrios (Jesus) steht im Neuen Testament öfters im gleichen Kontext wie kyrios (Gott) im Alten Testament (vgl. Jes 45,23 und Phil 2,10, Joel 2,32 und Röm 10,13, Jes 8,13 und 1Petr 3,15). Als Bezeichnung für Gott betont es die Überlegenheit und die Herrschaft Gottes (Mt 2,15; 5,33; 11,25; Mk 5,19). In diesem Sinn steht es auch für Jesus: „Deshalb tue ich euch kund, dass niemand, der im Geist Gottes redet, sagt: Fluch über Jesus! und niemand sagen kann: Herr [kyrios] Jesus! außer im Heiligen Geist” (1Kor 12,3) „und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr [kyrios] ist, zur Ehre Gottes, des Vaters” (Phil 2,11). „Und er trägt auf seinem Gewand und an seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr [kyrios] der Herren” (Offb 19,16; vgl. auch Apg 5,14; 9,1; 10,36; Röm 9,29; 13,14; 1Kor 8,6; 12,13; 1Thess 3,11; 2Thess 2,8; Offb 11,8; Offb 22,20).

Da für die neutestamentlichen Christen die Identität zwischen Jahwe und Jesus feststand, wird an einigen Stellen nicht einmal deutlich gemacht, wer von beiden genau mit kyrios angesprochen wird (Apg 1,24; 2,47; 8,39; 9,31; 11,21; 13,10ff; 16,14; Röm; 14,11).

„Ich bin”

Jesus Christus stellt sich vor wie Gott der Schöpfer und Vater sich im Alten Testament offenbart hat: „Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der »Ich bin« hat mich zu euch gesandt” (2Mo 3,14). Ähnliche Selbstvorstellungen Gottes mit der feststehenden griechischen Formulierung „Ich bin …” (gr. ego eimi) finden sich auch an anderen Stellen des Alten Testaments (vgl. 1Mo 15,1.7; 17,1; 5Mo 32,39; Jes 41,4; Jes 43,10). Jesus greift das im Neuen Testament auf und weist nicht nur auf seine Präexistenz hin (Joh 8,58), sondern beschreibt sich und seine Sendung mit derselben Ausgangsformulierung: „Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens …” (Joh 6,35). Allein im Johannesevangelium verwendet Jesus diese auf sich selbst bezogene Redewendung in 23 verschiedenen Versen: „Ich bin das Licht der Welt” (Joh 8,12); „Ich bin die Tür der Schafe” (Joh 10,7.9); „Ich bin der gute Hirte” (Joh 10,11.14); „Ich bin die Auferstehung und das Leben” (Joh 11,25); „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben” (Joh 14,6) und „Ich bin der wahre Weinstock” (Joh 15,1.5; vgl. außerdem Joh 4,26; 6,20.41.48.51; 8,18.24.28.58; 13,19; 18,5.6.8). Als feststehende Formulierung der Selbstvorstellung wird der Ausdruck „Ich bin” in der Bibel lediglich von Gott, dem Vater, und Jesus Christus verwendet.

Sohn Davids

Jesus Christus wird in den Evangelien als Sohn Davids bezeichnet: „Buch des Ursprungs Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams” (Mt 1,1; vgl. Mt 22, 42; Joh 7,42). Demnach ist Christus identisch mit dem verheißenen Messias, in dem Gott selbst den Menschen begegnen will. Diesem Davidssohn werden im Alten Testament unter anderem auch die Gottesnamen Adonai, Elohim und Jahwe zugesprochen (Ps 45,7f; 110,5; Jes 9,5; 10,21; Jer 23,6).

Sohn Gottes

Auch der exklusive Titel „Sohn Gottes” deutet auf die intensive Verbindung zwischen Jahwe und Jesus. Nur wer in Jesus diesen einzigartigen Sohn Gottes erkennt, kann Zugang zu Gott selbst bekommen: „Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott“ (1Joh 4,15; vgl. Mt 16,16; Apg 9,20; 1Joh 5,5.10.12).

Guter Hirte

Die alttestamentarische Ankündigung Jahwes als „guter Hirte” bezieht Jesus Christus auf sein eigenes Auftreten: „Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte, die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen …” (Jes 40,11; Hes 34,12ff; Mi 5,3). Jesus spricht: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe” (Joh 10,11).

Herr der Herrlichkeit

Verschiedentlich wird Jesus der göttliche Titel „Herr der Herrlichkeit” zugesprochen: „Meine Brüder, habt den Glauben Jesu Christi, unseres Herrn der Herrlichkeit …” (Jak 2,1; vgl. 1Kor 2,8).

In Hebräer 1 werden die Titel Jesu Christi in einer unüberbietbaren Steigerung aufgezählt: zuerst wird er als Sohn Gottes vorgestellt, dann als Gott (theos) und schließlich als Jahwe (kyrios).

Zusammenfassend wird ein bibelgläubiger Christ dem Zeugnis der Schrift und dem christlichen Bekenntnis der vergangenen Jahrhunderte zustimmen:

Jesus Christus ist Gott.

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©…bis es scheidet zwischen Seele und Geist – zit. aus: Johannes Pflaum, Ist Jesus Christus Gott? Was lehrt die Heilige Schrift? Christlicher Mediendienst Hünfeld, 2009, S.71-73.

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