Anstrengungen, die Reformation zunichte zu machen (3)

Richard Bennett*

(Fortsetzung — Teil 1 siehe HIER!)

5. Dem Weg der Wahrheit und dem Beispiel der Reformatoren folgen

500 Jahre Reformation

In der Zeit der Reformation war Gelehrsamkeit und die Suche nach Wahrheit von Leben erfüllt. Eine große Freundschaft und Verbrüderung erfolgte unter den Reformatoren, als die Bewegung wuchs und sich in Europa und in Großbritannien ausbreitete. Es kam zu einem regen Gedankenaustausch und zu großer Gastfreundschaft. Ein erstaunliches Merkmal der Reformation waren diese Kontakte und diese Zusammenarbeit unter den Reformatoren, als sie sich in ihren Bemühungen untereinander ermutigten. Die Reformation breitete sich sehr schnell aus. Natürlich war es notwendig, diese Entwicklung zu festigen und zu verfeinern; aber es ist kaum vorstellbar, dass eine Erweckung solchen Ausmaßes, die das Denken und Leben der Menschen völlig veränderte, in einer solch kurzen Zeit erreicht werden könnte. Dies war Vorsehung, denn in dieser Zeit waren es die gebildeten Leute, die Hebräisch, Griechisch und Latein beherrschten, um die damalige Bibel lesen zu können. Es wurde notwendig, die Bibel in die jeweilige Muttersprache zu übersetzen, damit alle das Privileg hatten, die Bibel in ihrer eigenen Sprache zu lesen. Diese Aufgabe erfoderte Gelehrsamkeit. Alles Predigen von Luther, Latimer, Zwingli, Knox und Wishart hätte die Reformation nicht zum Erfolg gemacht,

wenn die Bibel nicht gleichzeitig in andere Sprachen übersetzt worden wäre, um sie allen Menschen zugänglich zu machen. Als Latimer in Cambridge predigte, schmuggelte Tyndale, der geflohen war, Tausende von englischen Neuen Testamenten nach England, damit jeder Engländer die Botschaft des Heils selbst lesen konnte. Nur auf diese Weise erlebte England die Reformation. Ähnliches ereignete sich in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern.

Die Reformation brach mit dem katholischen Totalitarismus, was in einer relativen kurzen Zeit erreicht war. Die Reformation war eine Bewegung des Heiligen Geistes. Es war wahrhaft eine geistliche Erweckung, durch die die Massen von der Gebundenheit des Aberglaubens und des Ritualismus eines abgefallenen Papsttums befreit wurden und sich zum Evangelium der Gnade wandten. Die Entdeckung der alleinigen Autorität der Schrift führte zum Gehorsam gegenüber Gott und seinem Wort, so wie die Entdeckung der Lehre der Rechtfertigung durch Gnade allein und durch Glauben allein alle wahren Gläubigen in eine direkte und persönliche Beziehung mit Gott führte.

6. Das Erbe der Reformation

Was ist das Erbe der Reformation? Was können wir für unsere Zeit daraus lernen? Die Reformation war eine große Erweckung, die nicht nur auf dem Fundament des Wortes Gottes stand, sondern auch auf Gebet beruhte, wie es bei allen Erweckungen der Fall ist. Spurgeon sagte über das Gebet, das die Reformation bestärkte: „Denkt nicht, dass Luther der einzige Mann war, der die Reformation hervorbrachte! Es gab Hunderte, die seufzten und im Geheimen riefen: ‚O Gott, wie lange noch?‘ in ihren Hütten im Schwarzwald, in ihren Häusern in Deutschland, auf den Hügeln in der Schweiz, in den Palästen in Spanien, in den Folterkammern der Inquisition und auf den grünen Ebenen Englands.“1 Es war also das Gebet, das diese große Bewegung ermöglicht hatte, als hingegebene Beter in ganz Europa zum Herrn riefen, eine Bewegung des Heiligen Geistes zu senden.

Die erste große Erweckung nach der Reformation entstand im 18. Jahrhundert in den USA und in Großbritannien durch Jonathan Edwards und George Whitefield. Vor der Ausgießung des Heiligen Geistes kam es zu einer Gebetsbewegung in den Herzen dieser Männer und ihrer Zeitgenossen. Auch in Ulster in Nordirland im Jahre 1859 und am Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wales ging Gebet einer Erweckung voran.

7. Schlussfolgerung

Die Reformatoren verkündigten die biblische Lehre, dass Gott allein ewig, unendlich und unveränderlich in seinem Wesen, seiner Güte, seiner Heiligkeit, seiner Gerechtigkeit, seiner Macht, seiner Wahrheit und seiner Weisheit ist. Folglich ist er alleine es, der Gebet erhört; er allein ist der Heilige; er allein ist der Heilige Vater; in einem Wort, Gott allein sei die Ehre. Die Pläne von Papst Franziskus, Schweden am 31. Oktober 2016 zu besuchen, sowie der Gottesdienst vom Erzbischof von Westminster in der ehemaligen Wohnstätte von König Heinrich VIII. beweisen den Glaubensabfall. 2016 ist ein Jahr der Sünde. Die Heiligkeit Gottes, die Furcht Gottes, die Überführung von Sünde und das Evangelium der Gnade sind umso notwendiger. Wie leben und herrschen wir mit Jesus Christus in einer Zeit, in der die Sünde überhandnimmt? Die Schrift gibt die Antwort auf diese Frage: „Denn wenn infolge der Übertretung des Einen der Tod zur Herrschaft kam durch den Einen, wieviel mehr werden die, welche den Überfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!)“2 Wer die überfließende Gnade in Christus empfängt, wird von der Herrschaft des Todes erlöst und mit Christus leben und herrschen, indem er täglich durch sein Wort und den Heiligen Geist in ständiger Gemeinschaft mit ihm geheiligt wird. Mit Christus werden wir ewig herrschen und ihn ewig verherrlichen. Glaube an ihn allein und du wirst in ihm bewahrt sein, „zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.“3

Es ist durch die Kraft und Gnade unseres Herrn Jesus Christus alleine, dass wir ein christliches Leben führen können, wie die Reformatoren des 16., 17. und 18. Jahrhunderts es taten. Das Opfer des Herrn ist für den Gläubigen, indem der Herr stellvertretend den Platz des Sünders eingenommen hat, der im Glauben kommen kann, da Christus die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt hat. Der stellvertretende Tod Christi für uns löschte alle Notwendigkeit einer Bestrafung aus. Indem er ein Stellvertreter für sein Volk wurde, nahm Christus Jesus die rechtmäßige Verantwortung auf sich. In den wunderbaren Worten der Schrift: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.“4

Gott, der Herr, hat verheißen, ein Vater aller wahren Gläubigen zu sein – dass sie seine Söhne und Töchter werden. Dies ist die größte aller Ehren. Welch Undankbarkeit ist es, wenn jemand solch eine Gabe und Jesus Christus und das ewige Leben verwirft zugunsten der abgefallenen katholischen Kirche. Der Herr hat verheißen: „Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“5

Diejenigen, die auf den Ruf Gottes antworten, werden Christus gegeben, denn sie werden alleine aufgrund seines Blutes errettet. Gott, der Herr, durch seinen Heiligen Geist, überführt von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht all jene, die ihre Sündhaftigkeit und ihre Erlösungsbedürftigkeit anerkennen. Ruft der Herr dich? Allein im Herrn Jesus Christus ist Freiheit und ewiges Leben! Glaube durch seine Gnade an ihn, denn „aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“6


2Rö 5:17.

3Eph 1:6.

4Gal 4:4-5.

5Johannes 6:37.

6Eph 2:8-9.


<– Teil 1

<– Teil 2

  • 4. Authentischer reformatorischer Glaube
  • 5. Sola Scriptura: Das mächtige Prinzip der Reformation

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*© Richard Bennett, http://www.bereanbeacon.org; Übersetzung: Georg Walter

 

Siehe hierzu auch:

 

Bücher & Schriften:

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