Anstrengungen, die Reformation zunichte zu machen (2)

Richard Bennett*

(Fortsetzung — Teil 1 siehe HIER!)

3. Authentischer reformatorischer Glaube

500 Jahre Reformation

Martin Luther in Deutschland, Johannes Calvin, Lefevre und Farel in Frankreich sowie Zwingli in der Schweiz repräsentieren den wahren reformatorischen Glauben. Das Heil vor dem heiligen Gott durch Gnade allein war die wesentliche Grundlage des reformatorischen Glaubens. Vereint in der Wahrheit von Gottes Wort glaubten sie, dass jeder Mensch allein aus Gnade errettet wird wie die Schrift sagt: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“1 Sie lehrten die biblische Wahrheit, dass) „denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist.“2

Die Reformation wies eindeutige Merkmale auf, und viele davon unterscheiden sich von allen anderen Erweckungen der Geschichte. Ein entscheidendes Merkmal war ihre geographische Ausbreitung. Sie begann zeitgleich und unabhängig voneinander in verschiedenen europäischen Nationen. Männer wie Martin Luther, Johannes Calvin, Lefevre und Zwingli predigten einmütig gegen die katholischen Riten und betonten den Glauben an Christus allein als einzigen Heilsweg. Obwohl Luther als Gründer der Reformation betrachtet wird, predigten die anderen Reformatoren das gleiche Evangelium der Gnade als Fundament der Wahrheit.

4. Sola Scriptura: Das mächtige Prinzip der Reformation

Nach einer scheinbar endlosen Zeit päpstlicher Häresien erschien das Licht der Reformation, und Europa wandte sich dem biblischen Glauben zu. Martin Luther sprach zu den Herzen der Menschen, als er sagte: „Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilen allein glaube ich, da es feststeht, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“3 Tatsächlich hatte Luther nur das entdeckt, was von unserem Herrn und seinen Aposteln verkündigt worden war. In der Versuchung in der Wüste wehrte der Herr Jesus den Teufel dreimal ab, indem er sagte: „Es steht geschrieben.“ Zum Beispiel: „Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!“4 Indem der Herr die Aussage „Es steht geschrieben“ verwendete, verwies er auf eine Formulierung, die 80 Mal in der Bibel verwendet wird. Die Wiederholung dieses Satzes unterstreicht seine Bedeutung. Dass der Herr die Autorität des geschriebenen Wortes vollständig anerkennt, geht aus seinen Worten hervor: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.“5 An anderer Stelle heißt es: „… denn du hast dein Wort groß gemacht über all deinen Ruhm hinaus.“6 Die Reformatoren beugten sich der alleinigen Autorität des Wortes Gottes, wie der Apostel Paulus es ihnen gelehrt hatte: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“7

Folglich waren Luther und die anderen Reformatoren, die der Herr in jener Zeit berief, in ihrem Gewissen an das geschriebene Wort gebunden: „Dein Wort ist die Wahrheit.“8 In der Tat muss jeder wahre Gläubige anerkennen, dass es einen absoluten Maßstab gibt, an dem Wahrheit und Lüge sich messen lassen müssen und der darüber entscheidet, ob wir Gott gefallen oder missfallen. Es ist unmöglich, Jesus Christus als Herrn anzuerkennen und gleichzeitig die Autorität des Wortes Gottes zu verwerfen. Wenn eine Person Gott liebt, wird er sein Wort allein lieben, d. h. ohne Zusätze durch kirchliche Lehrtraditionen. „Dein Wort ist wohlgeläutert, und dein Knecht hat es lieb.“9 Eine Person kann nicht sagen, dass sie Gott liebt, wenn sie nicht sein Wort liebt, denn die Zeichen wahrer geistlicher Liebe sind offenkundig: „Als ich deine Worte fand, da verschlang ich sie; deine Worte sind mir zur Freude und Wonne meines Herzens geworden, denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, o Herr, du Gott der Heerscharen!“10

Nachdem die Reformatoren ihren Glauben dem geschriebenen Wort Gottes unterworfen hatten, konnten sie nicht anders als das katholische Dogma der „heiligen Überlieferungen“ [Schriften der Kirchenväter und der katholischen Kirche] zu verwerfen, das aus Sicht der Katholiken wesentlich war, um die Wahrheit zu verstehen. Bis heute gilt diese katholische Überzeugung, wie aus dem Katholischen Katechismus hervorgeht: „Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift sind eng miteinander verbunden und haben aneinander Anteil.“ Ferner heißt es im Katholischen Katechismus: „Die Heilige Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus, dem Herrn, und vom Heiligen Geist den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren Nachfolger weiter, damit sie es unter der erleuchtenden Führung des Geistes der Wahrheit in ihrer Verkündigung treu bewahren, erklären und ausbreiten.“ „So ergibt sich, dass die Kirche“, der die Weitergabe und Auslegung der Offenbarung anvertraut ist, ,,ihre Gewissheit über alles Geoffenbarte nicht aus der Heiligen Schrift allein schöpft. Daher sind beide mit dem gleichen Gefühl der Dankbarkeit und der gleichen Ehrfurcht anzunehmen und zu verehren.“11


1Eph 2:8-9.

2Rö 3:23-26.

4Mt 4:4.

5Mt 5:17-18.

6Psalm 138:2.

72Tim 3:16-17.

8Jo 17:17.

9Ps 119:140.

10Jer 15:16.

11Katholischer Katechismus, Par. 80, 81, 82.

 


<– Teil 1

–> Fortsetzung (Teil 3):

 

——-o——-

*© Richard Bennett, http://www.bereanbeacon.org; Übersetzung: Georg Walter

 

Siehe hierzu auch:

 

Bücher & Schriften:

Dieser Beitrag wurde unter Bibel - Das Wort Gottes, Christliche Gegenkultur & Relevanz, Evangelium Jesu Christi, Katholische Kirche - Katholizismus, Nouwen, Henri J.M., Reformation, Wahrheit & Weisheit abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.