Ausharren bis zum Ende…

John Newton (1725-1807)

„Und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen.“  Jeremia 32,40

Jesus Christus, zu dem ich gezogen wurde um mich ihm ganz hinzugeben, hat sich dazu verpflichtet, mich völlig und vom Anfang bis zum Ende zu retten. Er hat nicht nur versprochen mich niemals zu verlassen, sondern das er auch seine Furcht in mein Herzen legen, fördern und erhalten will, sodass ich letztendlich niemals von ihm abfallen werde. Und wenn Er dies nicht an meiner Stelle für mich tut, so habe ich keine Sicherheit und Hilfe gegen meine wiederkehrende Abtrünnigkeit! Denn ich bin in mir so schwach, inkonsequent und sündig; ich bin so umfangen von den tödlichen Schlingen der Welt; und ich bin so anfällig für diese Angriffe durch die subtilen Wege, Wachsamkeit und Macht Satans, sodass, wenn ich nicht durch die Kraft Gottes gehalten werde, ich mir sicher bin, dass ich nicht bis zum Ende ausharren könnte!

Ich glaube daran, dass der Herr mich bewahren wird während ich demütig und gehorsam vor ihm wandle; aber, wenn es das alleine wäre, so wäre das ein schwacher Trost! Denn ich bin dazu geneigt in die Irre zu gehen – und brauche einen Hirten, dessen wachsame Augen, mitfühlendes Herz und grenzenlose Barmherzigkeit – sich meiner erbarmt, mir vergibt und mich von meinen Rückfällen wiederherstellt!

Denn durch seine Güte und nicht meine eigene bin ich bisher bewahrt geblieben auf dem Pfad der Heiligung; dennoch fühle ich diese bösen Dinge in mir, welche sehr schnell losbrechen und mich ins Verderben stürzen würden, würde Er nicht immer mit mir sein um sie in Zaum zu halten.

Diejenigen, welche in aller Ruhe darauf hoffen, Sein Angesicht in der Herrlichkeit zu sehen – aber jedoch auf ihre eigene Wachsamkeit und Anstrengungen sich selbst vor dem fallen zu bewahren vertrauen – müssen viel weiser, besser und stärker als ich sein! Sonst könnten sie nicht eine so tiefe und schmerzvolle Gegenwart ihrer eigener Schwachheit und Bosheit verspüren, welche sich mir täglich aufzwingt. Ich verlange danach, mich darin zu üben, die von dem Herrn verordneten Mittel zur Erneuerung meiner geistlichen Kraft zu gebrauchen – aber ich wage es nicht auch nur eine Stunde darauf aufzupassen, noch fände ich die Fähigkeit nur einen guten Gedanken zu denken, noch jemals Kraft in mir selber jeglicher Versuchung zu widerstehen! Meine Kraft besteht nur aus Schwachheit – und alles was ich in mir selbst besitze ist Sünde.

Kurz gesagt müsste ich in Verzweiflung verharren – wenn ich nicht glauben würde, dass der welcher ein gutes Werk in mir begonnen hat, es auch in mir vollenden wird.

„Stärke du mich, so ist mir geholfen“ Psalm 119,117


John MacArthur schreibt dazu in seinem Andachtsbuch „Jeden Morgen neu“ zum 9. Oktober:

„Glückselig der Mann, der die Versuchung [Prüfungen] erduldet!“  (Jakobus 1,12)

Das Wort „erdulden“ in unserem heutigen Vers meint ein geduldiges und siegreiches Erdulden. Es suggeriert passives oder schmerzvolles Überleben, konzentriert sich aber eigentlich auf den siegreichen Ausgang einer Sache. Wer Versuchungen als Sieger hinter
sich lässt, wird weder den Glauben noch Gott verlassen. Er hat sich als echt erwiesen.

Einige Menschen kommen zur Gemeinde, tun so, als wären sie Christen, und lassen sich unter Umständen sogar taufen. Sobald dann aber die ersten Schwierigkeiten
auftauchen, sieht man sie nicht mehr – einige sogar überhaupt nie wieder. Vielleicht ging eine Beziehung in die Brüche, eine nahe stehende Person ist gestorben oder sonst etwas Schlimmes hat sich ereignet. Fakt ist, dass sie sich von den Umständen derart überwältigen ließen, dass sie Gott die Schuld dafür in die Schuhe geschoben haben und dem Christentum den Rücken zukehrten, da es scheinbar ja sowieso nicht funktioniert.

Auch als Gläubige gehen wie durch schwere Zeiten und Zweifel, doch unser Glaube wird nie ausgelöscht. Wir klammern uns an unseren Herrn trotz der schweren Prüfungen, denn wir lieben ihn. Diese Art von liebevollem Ausharren wird echten Segen bewirken.

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