„Wer hat Angst vor dem Islam“

Thomas Lange schreibt über ein bei „SCM Hänssler“ erschienenes Buch mit o.a. Titel „Wer hat Angst Vor dem Islam“ auf dem Blog „Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen“ und kommt zum Schluß, dass es Wahrheit und Lüge in gefährlicher Weise miteinander vermischt. Nachfolgend seine Beurteilung: *


Thomas Lange

Vorliegend ist ein Buch, das sich in die aktuelle Debatte und in die Auseinandersetzungen um den Islam einschaltet. Die einzelnen Beiträge sollen nach eigenen Angaben des Herausgebers eine Hilfe sein, den Islam in rechter Weise einzuordnen. Ferner werden Ratschläge im Umgang mit Muslimen gegeben.

Positiv: Tipps im Umgang mit Muslimen

Der Herausgeber hat ein Team von mehreren Autoren gewonnen, die jeweils unterschiedliche Kapitel zum Thema beleuchten. Scheinbar wussten die Autoren nichts vom Inhalt der Berichte ihrer Mitschreiber, da sich einige Dinge – teilweise sogar mehrfach – wiederholen.

Positiv ist zu bewerten, dass der Leser in relativ kurzer Zeit einen Überblick über die Entstehung des Islam, dessen Wurzeln und Geschichte erhält. Ebenfalls gut sind etliche Tipps für den Umgang mit Muslimen.

Interreligiöser Kalender, gemeinsame Gottesdienste und Gebete

Hellhörig wird der Leser bei den Ausführungen von Frank Heinrich und Pastor Herbert Großarth.

Heinrich, für die CDU Mitglied im Deutschen Bundestag, empfiehlt dem Leser die Nutzung eines Interreligiösen Kalenders, in dem alle Feste und Feiertage des Judentums, des Christentums, des Islam und anderer Weltanschauungen vermerkt sind. Ferner rät Heinrich, Muslime zu deren Festen zu grüßen, um damit Sympathie ihnen gegenüber zum Ausdruck zu bringen.

Bereits am Anfang der Lektüre habe ich mich gefragt, worauf dieses Buch hinaus will, da Heinrich seine Bewertung bereits auf den ersten Seiten schreibt (S.28). Darauf erhielt ich dann auf den Seiten 125 bis 132 Antworten.

Großarth, Pfarrer im Ruhestand, schildert seine guten Erfahrungen im Miteinander mit Muslimen. Ausführlich beschreibt er die Zusammenarbeit von Kirche und Moschee vor Ort, schreibt von gegenseitigen Einladungen zu Gottesdiensten und gemeinsamen Gebeten. Als in der Moschee zehn „Hilfsbeter“ eingeführt wurden, war Großarth dabei. Er sprach ein Grußwort und wurde daraufhin zum islamischen Opferfest Ramadan eingeladen. Dies bewegte Großarth, wie er bekennt, sehr (S.123).

Ferner berichtet der Pfarrer von seiner besonderen Beziehung zu einem Imam, dessen Sohn beim Krippenspiel in der Kirche mitwirkte und von gegenseitigen Lesungen aus Bibel und Koran. Schließlich schenkte der Imam dem evangelischen Pfarrer eine muslimische Gebetskette, die er gerade von der Pilgerfahrt nach Mekka mitgebracht hatte. Diese Kette sollte einen besonderen Platz in seinem Arbeitszimmer bekommen (S.124).

Frage: Beten Muslime und Christen zum gleichen Gott?

Schließlich, wie nicht anders zu erwarten, stellt Großarth die Frage, ob denn nicht Muslime und Christen zum gleichen Gott beten, wenn auch aus unterschiedlicher Blickrichtung. Abschließend berichtet der Pfarrer von einem gemeinsamen Gottesdienst vor der Moschee, in dem christliche Lieder gesungen und eine Rede gehalten wurde, die der Vorsitzende der Moschee und eine Sozialarbeiterin der Kirche gemeinsam ausgearbeitet hatten.

Über das Bekenntnis zu Jesus schreibt Goßarth schwammig. Er wolle, so schreibt er, niemanden mit dogmatischen Begriffen vor den Kopf stoßen. Er empfiehlt die Orientierungshilfe des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) zum Umgang mit Menschen anderen Glaubens.

Fazit

Da die Berichte von Heinrich und Großarth unkommentiert bleiben, gewinnt der Leser den Eindruck, dass alles auch so richtig und nachahmenswert sei. Doch in diesem Buch geben sich Wahrheit und Lüge die Hand und werden – nach dem Vorbild von Eden – miteinander vermengt. Wenn Wahrheit und Lüge miteinander vermischt werden, reibt sich der Widersacher Gottes die Hände. Gerade deshalb ist dieses Buch nicht zu empfehlen. Und es ist traurig, wenn es noch dazu in einem traditionellen christlichen Verlag erscheint.

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 *  der Originalbericht wurde HIER veröffntlicht.

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