Der Prediger und seine Predigt

Nachfolgend einige Gedanken bewährter Prediger, die so manchem der postmodernen „Verkündigern“ fremd sein dürften. Zum Schaden für die Zuhörer und für sie selbst.

 A. W. Tozer (1897 – 1963)

 “Wir sind nicht Diplomaten, sondern Propheten – und unsere Botschaft bietet keinen Kompromis an, sondern stellt ein Ultimatum dar!”

John Knox (1514-72)

“Bisher habe ich noch kein einziges mal den Teufel gefürchtet, aber ich zittere und bange jedesmal, wenn ich auf die Kanzel steige.

John MacArthur

Die heutigen Predigten sind weder tiefgründig noch erhaben.Sie gehen weder in die Tiefe noch reichen sie in die Höhe. Ihr einziges Ziel ist Unterhaltung.

Wir Prediger können keine Menschen retten. Wir können Menschen nicht durch unsere Erkenntnis oder Schlauheit verändern, auch nicht dadurch, dass wir sie

unterhalten oder auf ihre menschlichen Launen, Wünsche und Ziele eingehen. Es gibt nur einen, der Sünder verändern kann, und das ist Gott. Und er tut es durch seinen Heiligen Geist durch das Wort. Pastoren müssen also das Wort predigen. Nur so kann ihr Dienst echte Frucht hervorbringen. Gottes Wort kommt niemals leer zurück.

Abraham Kuyper (1832 – 1920)

Ewige Seligkeit ist etwas so unbeschreiblich Herrliches und ewiges Verderben etwas so unaussprechlich Schreckliches, dass ein Prediger, der wirklich glaubt, dass er ein berufener Diener am Wort ist, die Menschen bei ihrer Wahl zu leiten, jeden Sonntag auch in seiner Einfalt beredet sein wird.

Ein rechet Prediger fragt nach Vollendung seines Dienstes jedesmal: Habe ich auch jemanden weggeleitet von den Pfaden des ewigen Todes?

Verächtlich ist uns der Prediger, der im Dienst des Wortes sich selbst sucht und nach der Predigt sich nicht fragt, ab er die Seelen zu Gott erhoben, getröstet und gesegnet hat, sondern zu erfahren wünscht, ob seine Predigt auch schön war, gefallen und seinen Ruf als Prediger verkündigt hat. Wer als Prediger nicht die Ehre Gottes sucht, ist eine unheilige Gestalt auf der Kanzel.

C. H. Spurgeon (1834-92)

Ein Übel hat sich unter den bekennenden Christen eingeschlichen, so krass und ungehörig, dass die Allerkurzsichtigsten es kaum übersehen können. Während der letzten paar Jahre hat es sich rasant ausgebreitet wie Sauerteig, der wirkt, bis der ganze Teig durchsäuert ist.

Selten hat der Satan den Gemeinden etwas Schlaueres eingeredet, als dass ein Teil ihres Auftrages sei, den Menschen Unterhaltung zu bieten, um sie gewinnen zu können, Das Zeugnis der Kirche hat sich immer mehr verflacht.

  • Die Puritaner sprachen noch geradeheraus.
  • Dann wurde man gleichgültig und nahm weltliche Einflüsse nicht mehr so tragisch.
  • Bald wurden sie am Rande der Gemeinden toleriert.
  • Heute werden sie offiziell eingesetzt mit dem Argument, dass man so die großen Massen erreichen könne.

Dem entgegne ich als Erstes:

Nirgends in der Schrift wird ersichtlich, dass es zu den Aufgaben der christlichen Gemeinde gehört, den Menschen Unterhaltung anzubieten. Wenn das zu den geistlichen Werken gehörte, hätte nicht Jesus Christus dies erwähnt? Er sagte aber: “Gehet hin in die ganze Weltund predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung” (Markus 16,15). Das ist deutlich genug.

Ebenso deutlich wäre es gewesen, hätte er hinzugefügt “…und bietet denen, die das Evangelium nicht mit großem Interesse annehmen, Unterhaltung an.” Wir finden aber keine solchen Worte. Es scheint, dass er nicht an so etwas gedacht hat.

Nehmen wir eine andere Stelle: “Er hat die einen gegeben als Apostel und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer … für das Werk des Dienstes” (Epheser 4,11ff.) Wo ordnen wir da die Spaßmacher ein? Der Heilige Geist erwähnt sie nicht. Wurden die Propheten verfolgt, weil sie die Zuhörer zum Lachen brachten oder weil sie sich weigerten, dies zu tun?

Zweitens: Das Anbieten von Unterhaltung steht in direktem Gegensatz zur Lehre und zum Leben Christi und all seiner Apostel. Was war die Stellung der Gemeinde gegenüber der Welt?

“Ihr seid das Salz…” (Matthäus 5,13), nicht die Zuckerwatte! Salz wird abgewiesen, nicht (mit Vergnügen) geschluckt. Kurz und hart war die Aussage: “Lass die Toten ihre Toten begraben” (Matthäus 8,22). Jesus meinte dies in heiligem Ernst!

Hätte Christus mehr heitere und angenehme Elemente in seine Predigten eingebaut, hätte er (bei der Begebenheit von Johannes 6,60-69) nicht an Popularität eingebüßt. Ich lese nichts davon, dass er gesagt hat:

“Lauf ihnen nach, Petrus, und sage ihnen, dass wir ab morgen eine neue Art Gottesdienst halten werden, attraktiv, mit kurzer Predigt. Wir werden dem Volk einen angenehmen Abend bereiten. Sag ihm, dass es sich sicher wohl fühlen wird. Schnell, Petrus, wir müssen die Menschen irgendwie herbringen!”

Jesus hatte Erbarmen mit den Sündern, er seufzte und weinte über sie, aber er versuchte nie, sie zu unterhalten. Vergeblich sucht man in den neutestamentlichen Briefen nach dem Evangelium der Unterhaltung. Die Botschaft lautet: “Kommt heraus (aus der Welt), bleibt draußen und haltet euch rein von ihr!”

Die ersten Christen hatten ein großes Vertrauen zum Evangelium und brauchten keine anderen Waffen. Nachdem Petrus und Johannes wegen ihrer öffentlichen Predigten festgenommen worden waren, versammelte sich die Gemeinde zum Gebet (Apostelgeschichte 4). Aber ihre Bitte lautete nicht: “Herr, gib deinen Dienern, dass wir durch harmlose und weise durchdachte Unterhaltung diesen Menschen zeigen können, weich fröhliches Volk wir Christen sind.”

Sie ließen sich nicht davon abhalten, Christus zu verkünden; sie hatten keine Zeit, Unterhaltung zu organisieren. Zerstreut durch die Verfolgung gingen sie überall hin und predigten das Evangelium. Sie stellten die Welt auf den Kopf. Das ist der Unterschied zu den lauen Christen heute.

“Oh, Herr, säubere die Gemeinde von all der Fäulnis und dem Unsinn, mit dem der Teufel sie beladen hat und bringe uns zu den Methoden der Apostel zurück!”

Zuletzt: Die “christliche Unterhaltung” verfehlt ihren Zweck.

Sie richtet unter Jungbekehrten verheerenden Schaden an. Lasst die Sorglosen und Spötter, die GOTT danken, dass die Kirche ihnen auf dem halben Weg entgegengekommen ist, aufstehen und Zeugnis geben.

Lasst die Schwerbeladenen zu Wort kommen, die durch das “christliche Konzert” Frieden gefunden
haben. Lasst die Alkoholiker aufstehen, bei denen das “christliche Theaterstück” den entscheidenden Ausschlag zu ihrer Bekehrung gegeben hat. Niemand wird sich erheben! Die Evangelisation durch Unterhaltung führt niemanden zur Bekehrung.

Was wir heute brauchen, ist gläubiges Studium (des Wortes Gottes) zusammen mit einem ernsthaften geistlichen Leben, wobei das eine aus dem anderen wächst wie die Frucht aus der Wurzel. Wir brauchen biblische Unterweisung, die unseren Verstand und unser Herz so berührt, dass wir in Liebe zu Jesus und zu unseren Mitmenschen entbrennen.  (zitiert von HIER)

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