Der alte Weg – der einzige Weg zur Errettung

Ein allgemeiner, freier, verhasster, verfolgter & sehr wenig betretener Weg.

Samuel G. Rhoads (1867) 

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CC0 – Public Domain (pixabay)

Jesus ist der Weg zur Seligkeit, nicht nur für einen gewissen Weltteil oder eine bestimmte Anzahl der Menschenkinder, sondern für die ganze Welt (Jo 3,16; Rö 8,32; 1Jo 2,2); denn Gott hat Ihn mit Preis und Ehre gekrönt, auf dass ER von Gottes Gnaden den Tod für alle schmeckte (Hebr 2,9). Darum ist Er geworden „ein Heiland aller Menschen, sonderlich aber der Gläubigen“ (1Tim 4,10).

Es ist ein freier Weg.

Hier besitzt der Arme und Ungelehrte die nämlichen Vorrechte wie der Reiche und Gelehrte. Hier wird niemand wegen seines guten Rufes oder vorteilhaften zeitlichen Verhältnissen bevorzugt; denn „bei Gott ist kein Ansehen der Person, sondern aus allerlei Volk und Geschlecht, wer Ihn fürchtet und recht tut, der ist Ihm angenehm“ (Apg 10,34-35). Niemand kann die uns durch den Sohn Gottes erworbene Gnade verdienen, oder mit vergänglichem Gold und Silber kaufen. – Nein, die Gnade Gottes in Christo ist frei, so frei wie die Luft, welche wir einatmen, oder der fließende Strom, aus welchem wir trinken – sie kann unentgeltlich von allen, welche in der rechten Ordnung kommen, erlangt werden. „Wohlan alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser, und die ihr nicht Geld habt, kommt her, kaufet und esset; kommt her und kaufet ohne Geld und umsonst, beides Wein und Milch“ (Jes 55,1; Jo 7,37; Offb 22,17).

Es ist ein verhasster Weg.

Die mich ohne Ursache hassen, derer ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupte habe“ (Ps 69,5). „Er“, sagt Jesaja weissagend von Ihm, „war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor Ihm verbarg; darum haben wir Ihn nichts geachtet“ (Jes 53,2-3). Alle, welche ihr Heil in Christo suchen, haben ein ähnliches Schicksal zu erwarten. „Ihr müsset gehasst werden von jedermann, um meines Namens willen“ (Mt 10,24). Ist es nicht sonderbar, dass der Mensch, welcher sich bemüht, nach den Vorschriften der heiligen Schrift fromm und gottesfürchtig zu leben, gehasst werden sollte? Hatte wohl jemand Ursache, den Sohn Gottes zu hassen? Nein, gewisslich nicht, denn sein göttliches Herz war nur mit Wohlwollen gegen die ganze Menschheit angefüllt; ja, sein ganzes Geschäft auf Erden war nur, den Menschen Gutes zu tun, und dessen ungeachtet war er doch verhasst. Darum sprach Er auch zu seinen Jüngern zu ihrer Aufmunterung: „So euch die Welt hasst, so wisset, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von dieser Welt, so hätte die Welt das ihre lieb; dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum hasst euch die Welt“ (Jo 15,18-19).

Es ist ein verfolgter Weg.

Haben sie mich verfolgt“, sagt Christus, „so werden sie euch auch verfolgen“ (Jo 15,20). Wo in der ganzen Geschichte der Menschheit kann man einen Charakter finden, der so frühzeitig, so anhaltend, so grausam bis in den Tod verfolgt wurde, als eben unser Seligmacher? Seine Lebensgeschichte ist eine ununterbrochene Kette von den schwersten Verfolgungen. Von der Krippe an, die ganze Zeit seiner irdischen Laufbahn, ja bis in sein Grab hinein war er der Gegenstand der bittersten Verfolgung einer bösen und verdorbenen Welt, und dies ist heute noch das Schicksal aller solcher, welche durch Ihn selig zu werden suchen. Dieses war das Los der Gläubigen in allen Zeiten der Welt (Hiob 12,4-5; Gal 4,29). „Alle, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden“ (2Tim 3,12; Rö 8,36; 1Kor 4,12-13). Wer aber unter solchen Umständen Verfolgung erdulden muss, hat keine Ursache, sich zu schämen (1Petr 4,15-16), sondern kann sich freuen und hüpfen (Lk 6,22-23), dass er würdig ist, um Jesu Willen verfolgt zu werden.

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CC0 – Public Domain (pixabay)

Es ist ein sehr wenig betretener Weg.

Die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenige sind ihrer, die ihn finden“ (Mt 7,14). „Ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben haben möget“ (Jo 5,40). Es ist bedauernswürdig, dass der Weg zur Seligkeit – der „alte“ Weg – von den Menschen so sehr vernachlässigt wird. Freilich wünschen alle einmal selig zu werden, aber verhältnismäßig nur wenige wollen sich der rechten Ordnung unterwerfen.

Dieser Weg wurde zu allen Zeiten der Welt sehr wenig betreten, wie aus folgenden Tatsachen genugsam erhellt.

1) Zur Zeit der Sintflut. Nur acht Seelen wurden erhalten in der Arche, ungeachtet Noah, der Prediger der Gerechtigkeit, der der alten Vorwelt einhundertundzwanzig Jahre den „alten Weg“ verkündigte (1Mo 7,7; 1Petr 3,20).

2) Zur Zeit Lots. Nur Lot und seine zwei Töchter – weil sie vor Gott gerecht oder in dem „alten Weg“ erfunden – wurden vom Verderben errettet, als Gott die Städte Sodom, Gomorra, Adama und Zeboim mit Feuer und Schwefel vom Himmel zerstörte (1Mo 19).

3) Zur Zeit Davids.Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern“ (Ps 12,1).

4) Zur Zeit Elias. Es sah so äußerst traurig aus in seiner Zeit, dass der fromme Gottesmann wirklich auf den Gedanken kam, er sei „alleine übrig geblieben“ von denen, welche den Gott Israels fürchteten (1Kö 19,10).

5) Zur Zeit Michas. Er klagt: „Ach! Es geht mir wie einem, der im Weinberge nachliest, da man keine Trauben findet zu essen, und wollte doch gerne der besten Früchte haben. Die frommen Leute sind weg in diesem Lande; und die Gerechten sind nicht mehr unter den Leuten“ (Micha 7,1-2).

6) Zur Zeit Christi.Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben“ (Lk 12,32).

7) Zur Zeit der Reformation. Beinahe alle Spuren von wahrer Gottesverehrung waren zu jener Zeit durch Abgötterei – Bilder- und Heiligendienst – und allerlei Menschensatzungen von der Erde verdrängt. Nur hin und wieder war eine erleuchtete und redliche Seele anzutreffen, deren Bestreben es war, nur durch Christus, den „alten Weg“ selig zu werden.

8) Zur jetzigen Zeit...

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Samuel G. Rhoads, Der alte Weg oder: Die einzige Ordnung, selig zu werden,  Kapitel 3: Merkmale des „alten Weges.

(Original: The old way, and only method of Salvation; Perkinpine & Higgins, Philadelphia 1869, als PDF erhältlich HIER.)

Reblogged von „…bis es scheidet zwischen Seele und Geist“, 17.08.2015

Siehe auch:   Das Evangelium Jesu Christi (verschiedene hilfreiche Artikel)

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