Irrtumslosigkeit und Genüge des offenbarten Wortes Gottes für Lehre und Praxis

Helmut Mehringer

John Newton (1725-1807), ehemaliger Sklavenhändler und Dichter des Liedes „Amazing Grace“, schrieb einmal äußerst treffend (hier):

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CC0 Public Domain (pixabay.com)

Die Bibel ist das großartige Vorratslager… Sie stellt die vollständige Abhandlung göttlicher Wahrheit dar, zu der straflos weder etwas hinzugefügt noch etwas weggenommen werden kann.

Jeder Versuch, irgendeinen Teil dieser Wahrheit geschickt zu verpacken oder abzuschwächen, um sie irgendwie dem vorherrschenden Geschmack unserer Umgebung anzupassen – sei es, um Missfallen zu vermeiden oder um die Gunst unser sterblichen Zeitgenossen zu umwerben – ist immer eine Beleidigung der Majestät Gottes und ein treuloser Verrat gegenüber den Menschen.“

Die Irrtumslosigkeit der Bibel mag in vielen christlichen Kreisen heute noch gelehrt oder hingenommen werden – wenn auch immer seltener in uneingeschränkter Form. Wenn es aber zur Genüge und Hinlänglichkeit der Schrift kommt, dann spricht Lehre und Praxis der Evangelisation, der Seelsorge oder anderer Bereiche des Gemeinde- und Glaubenslebens – leider all zu oft ein ein ungläubiges „Nein“ zu John Newtons Feststellung, „sie stellt die vollständige Abhandlung göttlicher Wahrheit dar, zu der straflos weder etwas hinzugefügt noch etwas weggenommen werden kann.“

Diese vollständige Genüge in allen Dingen, die mit Bekehrung und Errettung zu tun haben, ist nicht Newtons Idee, sondern Gottes – mitgeteilt u.a. schon durch Paulus in 2Tim 3:14-15:

Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die imstande sind, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.“

Ebenso vollständig ist das Wort Gottes, die Bibel, in allen Dingen, die das Glaubensleben der Erlösten angeht (2Tim 3:16-17):

Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig zubereitet.“

Leider gibt es immer mehr Christen, die – bestimmt gut meinend – versuchen, dem Wort Gottes nachzuhelfen, anstatt sich Gott und Seiner Zusage zu vertrauen und Ihm die Ehre zu geben. Pragmatische Evangelisationsmethoden, Psychologie und Psychotherapie unter biblischem Mantel und so vieles mehr. Schade, so schade. Wo doch unser allmächtiger und souveräner Herr uns versichert hat:

Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel herabfällt und nicht dahin zurückkehrt, wenn er nicht die Erde getränkt und befruchtet und sie hat sprossen lassen und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe.“ (Jes 55:10-11)

Ist mein Wort nicht so – wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?“ (Jer 23:29)

Sollte Gott denn Lügen? Was sagt deine Glaubens- und Lebenspraxis darüber aus?

Was wird in unseren Gemeinden dazu gelehrt? „Kommt das, was die Lehrer ihren Gemeinden sagen, aus dem Wort Gottes, sind sie von Gott bevollmächtigt und machen die Herzen der Gläubigen fest. Lehren sie etwas anderes, treiben sie Götzendienst und stiften Verwirrung.“ (zit aus: Fundament und Norm dogmatischer Arbeit, TheoBlog, 28.08.2015)

Als Paulus sich von den Ältesten der Gemeinde zu Ephesus verabschiedete, versicherte er ihnen: „denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen.“ (Apg 20:27). Denn der Herr Jesus befahl ja seinen Erlösten: „Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern, sie taufend auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, sie lehrend alles halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. (Mt 28:19-20). So betonte auch Luther: „Die Lehre gleicht einem mathematischen Punkt und kann also nicht geteilt werden, d. h. sie verträgt keine Wegnahme und keine Hinzufügung.“ Freilich erntet so ein schriftbezogener Ansatz heute viel Häme, auch unter Gläubigen. (nach: TheoBlog, a.a.O.)

Wie stehst du? Was sind deine Überzeugungen? Was ist dein Fundament für das, was du glaubst und machst?

Lies doch einmal Psalm 19. Dieser Psalm spricht von den zwei (manche sagen: drei) Selbstoffenbarungen Gottes in dieser Welt. Ps 19:8-10 ist dabei die eindrucksvollste und prägnanteste Beschreibung der Allgenügsamkeit, die Hinlänglichkeit des Wortes Gottes, die wir in der Bibel finden. Lies doch einmal den kurzen Beitrag „Ein Psalm über die Allgenügsamkeit der Heiligen Schrift“ hier.

…und zieh die Konsequenzen daraus. Zur Verherrlichung und Ehre unseres Herrn. In alle Ewigkeit. Auch, wenn es dir Häme oder Ablehnung bringt – für eine kurze Zeit auf dieser Erde.

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