Der philosophische Gottesbeweis

Helmi Berkah

Gott hat sich nicht unbezeugt gelassen – Psalm 19 nennt die drei Offenbarungen, nämlich die physische Schöpfung, das offenbarte, geschriebene Wort Gottes und dessen Auswirkungen auf das praktische Leben der wiedergeborenen Heiligen. Dennoch ist es interessant, was sich zumeist wohl ungläubige Philosophen durch die Jahrhunderte aufgrund ihrer menschlichen Logik zu „Beweisen“ der Existenz des Ewigen ausgedacht haben. Nachfolgend einige Beispiele:*

Anselm von Canterbury (Theologe, )

  1. Der Mensch kann sich etwas ausdenken, das vollkommen ist und durch nichts übertroffen wird.
  2. Es gibt nur etwas Größeres als diese Vorstellung, nämlich wenn dieses Wesen nicht nur als Möglichkeit gedacht wird, sondern wirklich existiert.
  3. Es gibt nichts Größeres, das man sich ausdenken kann, als Gott. Wenn Gott wirklich existiert, dann ist er notwendigerweise größer als ein Gedanke.
  4. Deshalb muss Gott existieren.

Gottfried Wilhelm Leibniz (Mathematiker, Philosoph, etc., 1646-1716)

  1. Ein notwendiges Wesen ist ein Wesen, das existieren muss.
  2. Ein Wesen, das existieren muss, existiert wirklich (Es gibt unbedingt ein Beispiel dafür)
  3. Deshalb existiert Gott.

Alvin Plantinga (Philosoph, *1932)

  1. Es ist möglich, dass ein Wesen mit maximaler Größe und damit maximaler Vollkommenheit existiert.
  2. Ein solcher Wesen mit maximaler Größe existiert in einer möglichen Welt.
  3. Ein Wesen kann jedoch nur eine maximale Größe haben, wenn er in jeder möglicher Welt existiert.
  4. Wenn ein solcher Wesen in jeder möglichen Welt existiert, dann existiert er auch in unserer Welt.
  5. Deshalb existiert Gott.

 Kurt Gödel (Mathematiker und Logiker, 1906-78)

( Siehe hierzu Gödels ontologischer Beweis und auch Gödels Gottesbeweis bestätigt (Freie Universität Berlin) und  Gödel’s Proof of God’s Existence – Cornell University )
  • Axiom 1:   Jede Eigenschaft ist entweder positiv oder nicht positiv.
  • Axiom 2:   Was notwendig eine positive Eigenschaft enthält, ist selber positiv.
    • Theorem 1:  Ist eine Eigenschaft positiv, so ist es möglich, dass es etwas gibt, das diese Eigenschaft besitzt.
      • Definition 1:  Ein Wesen ist göttlich, wenn es alle positiven Eigenschaften besitzt.
  • Axiom 3: Göttlichkeit ist eine positive Eigenschaft.
    • Theorem 2: In einer möglichen Welt ist ein göttliches Wesen logisch möglich.
      • Definition 2: Eine Eigenschaft eines Wesens heißt wesentlich, wenn alle weiteren Eigenschaften dieses Wesens daraus notwendig folGoedelBeweisgen.
  • Axiom 4:  Jede positive Eigenschaft ist notwendig positiv.  (Dies bedeutet, dass Notwendigkeit in der Positivität einer Eigenschaft enthalten ist. Somit ist Notwendigkeit selbst eine positive Eigenschaft.)
    • Theorem 3:  Wenn ein Wesen göttlich ist, dann ist seine Göttlichkeit eine wesentliche Eigenschaft. (Daraus folgt, dass es höchstens ein göttliches Wesen geben kann.)
      • Definition 3: Ein Wesen existiert notwendig, wenn alle seine wesentlichen Eigenschaften notwendig sind.
  • Axiom 5:  Die Eigenschaft der notwendigen Existenz ist positiv.
    • Theorem 4: Wenn die Existenz eines göttlichen Wesens logisch möglich ist, dann ist sie notwendig.
    • (Da wir die logische Möglichkeit der Göttlichkeit bereits in Theorem 2 festgestellt haben, folgt nun, dass genau ein göttliches Wesen notwendig existiert.)

Richard Dawkins (Atheist, Populärwissenschaftler, *1941 )

hat versucht, diesen Beweis zu widerlegen, kann aber offensichtlich den Unterschied zwischen Kontingenz und Notwendigkeit nicht verstehen. Eine fliegende Untertasse, ein Einhorn oder ein Spaghettimonster sind keine notwendigen, sondern kontigente Wesen. Sie exitieren vielleicht in einer möglichen Welt, aber weil sie nicht die Attribute eines gottähnlichen Wesen haben, sind sie nicht notwendig und können damit nicht mit Gott verglichen werden.

Der Dreh- und Angelpunkt des ontologischen Beweises ist dies:

Gott muss existieren, weil er notwendig ist.

Würde Gott nicht existieren, würden wir auch nicht existieren.

Es ist, was Paulus in Apostelgeschichte 17:28 sagt:

In ihm leben, weben und sind wir;

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* Gekürzt aus: Der ontologische Gottesbeweis

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