Was glauben wir eigentlich? (17)

Was uns das Wort Gottes lehrt – Glaubensüberzeugungen und zentrale Anliegen einer örtlichen Gemeinde – Ein Beispiel


Helmi Berkah

 Fortsetzung von Teil 16: Die letzten Dinge und die Ewigkeit

8. Praktische Anwendung im Leben der Gemeinde: Unsere Ziele und Anliegen

8.1. Unsere zentralen Anliegen

Leben der Anbetung

Wir glauben, dass wahre Anbeter sucht.1 Da wahre Anbetung der Gläubigen sowohl „Opfer des Lobes“ als „Frucht der Lippen“,2 als auch das „Opfer des Leibes“3 umfasst, ist das gesamte Leben der Gläubigen als Gott geweiht zu verstehen. Wir wollen daher als einzelne täglich ein persönliches Leben der Anbetung führen und uns wöchentlich als Gemeinde in Seinem Namen versammeln, um mit Brot und Wein Seiner zu gedenken, Ihn anzubeten, gemeinsam zu beten und Sein Wort zu studieren, wie Er es uns aufgetragen hat.

Gegenseitige Auferbauung

Wir glauben, dass es das Ziel Gottes mit jedem Gläubigen ist, ihn Jesus Christus ähnlich zu machen,4 indem wir Ihn im Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes betrachten, studieren und Gemeinschaft mit Ihm pflegen.5 Wir wollen daher durch systematische Bibellehre und gegenseitiges Beistehen dazu helfen, dass die Gläubigen zu Nachfolgern des Herrn Jesus, herangebildet werden, die Ihm beständig ähnlicher werden.6

Dienst der Versöhnung

Wir glauben, dass die Gläubigen dazu berufen sind, Zeugen des Herrn Jesus und Seines Evangeliums „Salz“ und „Licht“ in der Welt zu sein.7 Dies wollen wir in unserem Einflussbereich in Wort und Tat tun, um so Menschen persönlich die Botschaft des Evangeliums bekannt zu machen und sie mit Jesus Christus aufzurufen: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“8 Da dies der Auftrag des Herrn an alle Seine Gläubigen ist, wollen wir jeden Gläubigen dazu ermutigen, ausrüsten und beistehen. Soweit es in unserer Macht steht, wollen wir durch Gebet, Unterstützung oder auch durch Aussenden von Gläubigen dazu beitragen, dass das Evangelium an anderen Orten der Welt verkündigt wird.

 

8.2. Unser Selbstverständnis als Gemeinde

Christliche Einheit und Gemeindebezeichnung

(Siehe hierzu auch die ergänzende Stellungnahme # … „Charismatik und Ökumene“)

Als Christen, die sich in der ……    in …….    im Namen des Herrn Jesus versammeln, betrachten wir uns nicht als einzige christliche Gemeinde in ……….    und freuen uns auf ein brüderliches Verhältnis zu anderen Christen in dieser Stadt, die dem Herrn Jesus auf der Grundlage des Wortes Gottes nachfolgen. Als solche wollen wir – in aller Schwachheit und menschlicher Unvollkommenheit – versuchen, ein klares Bild einer Gemeinde Jesu Christi zu Seiner Ehre darzustellen.9 Wir wollen daher auch die uns von Gott gegebene geistliche Einheit bewahren.10 Um den Eindruck einer zerspaltenen Gemeinde Jesu in dieser Welt nicht noch weiter zu fördern, wollen wir keinerlei kirchlichen oder gemeindlichen Organisation oder Gemeindebund beitreten und uns keiner bestimmten Gemeindebewegung zurechnen.

Als Ausdruck dieser Glaubensüberzeugung wollen wir als einziges Unterscheidungsmerkmal zu anderen christlichen Gemeinden die Ortsangabe unserer Versammlungsstätte verwenden.

Lehrfragen und Überzeugungen

Wir glauben uns verpflichtet, „den ganzen Ratschluss Gottes“ zu verkünden.11 „Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“12 Wir wollen daher die ganze Heilige Schrift studieren, lehren, anwenden und weitergeben13 als irrtumslose, zeitlos gültige und voll genügende Grundlage aller Bereiche unseres Glaubens und Lebens.

Wo Gott durch Sein offenbartes Wort spricht, wollen wir sprechen; wo Gott schweigt, wollen wir schweigen. Lehrmeinungen von untergeordneter Bedeutung dürfen weder eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit mit Geschwistern anderer Gemeinden hindern noch als „Werbemittel“ für Gemeindewechsel dienen. Auf die Unterscheidung zwischen grundlegenden, zweitrangigen und untergeordneten Lehren in der Einleitung zu dieser Stellungnahme wird besonders hingewiesen.

Jeder Gläubige, der bei uns in Gemeinschaft ist, muss mit der Gemeinde in den grundlegenden Lehren unserer Glaubensgrundlagen übereinstimmen. In zweitrangigen Punkten oder in untergeordneten Fragen, die keine moralische Auswirkung haben, besteht persönliche Freiheit. Jedoch erwarten wir, dass diejenigen, die die Glaubensüberzeugungen der Gemeinde in zweitrangigen oder untergeordneten Fragen nicht teilen, davon absehen, ihre abweichenden Ansichten öffentlich oder privat gegenüber Gliedern unserer Gemeinde zu lehren oder zu propagieren und insbesondere keine Spaltung zu fördern oder zu bewirken.14

9. Zusammenfassung

Diese Grundlagen des Glaubens und der zentralen Anliegen werden im Laufe der Jahre durch die Hirten der christlichen Gemeinde in der ……., …….., ergänzt oder berichtigt werden. Obschon die Ausführungen sehr umfangreich sind, soll und dürfen sie aber keinesfalls die klare Lehre des offenbarten Wortes Gottes, der Bibel, als von Gott gegebene oberste Lehrautorität ersetzen. Es ist daher beständig unser Ziel, uns an den Lehren der gesamten Schrift zu orientieren und uns klar dazu zu bekennen.

——-
Joh. 4:23
2  Heb. 13:15
Röm. 12:1-2; 1Kor. 6:19-20
Röm. 8:29
2Kor. 3:18
Kol. 1:28-29
Apg. 1:8-9; Mt. 5:13-16
8  Mk. 1:15
Mt. 18:20; 1Thes. 1:5-6, 2:14
10 Eph. 4:1-6
11 Apg. 20:27
12 2Tim. 3:16-17; 2Pet. 1:21
13 Esr. 7:10
14 Tit. 3:10-11; Gal. 5:20

——-o——-

Teil 1 HIER <–                                                                           –> Teil 18 (Schluß)

> Überblick über die gesamte Serie HIER <

Dieser Beitrag wurde unter Die Gesunde Gemeinde abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.