Was glauben wir eigentlich? (3)

Was uns das Wort Gottes lehrt – Glaubensüberzeugungen und zentrale Anliegen einer örtlichen Gemeinde – Ein Beispiel


Helmi Berkah

Fortsetzung von Teil 2: Die Heilige Schrift – Die Bibel

2. Der dreieine Gott

Wir glauben, dass es nur einen lebendigen, wahren, ewigen und souveränen Gott gibt,1 der ewiger und unbegrenzter Geist ist,2 der uns in Jesus Christus völlig offenbart worden ist,3 der in allen seinen Eigenschaften vollkommen ist und ewig in drei Personen existiert – Vater, Sohn und Heiliger Geist, die im Wesen eins sind,4 denen gleichermaßen Anbetung und Gehorsam gebühren.5 Der ewige Gott ist allwissend,6 allmächtig,7 allgegenwärtig8 und selbst einziger Maßstab der Gerechtigkeit.9

2.1 Gott – der Vater

Sein Wesen

Wir glauben, dass Gott der Vater, die erste Person der Dreieinheit des einen Gottes, alle Dinge nach Seinem Willen und entsprechend Seiner Gnade lenkt und vollbringt.10 Er hat alle Dinge aus dem Nichts erschaffen.11 Als der einzige absolute und allmächtige Herrscher im Universum ist Er in der Schöpfung, der Vorsehung und der Erlösung souverän.12

Seine Vaterschaft beinhaltet sowohl Seine Stellung in der Dreieinheit als auch Seine Beziehung zur Menschheit. Als Schöpfer ist Er der Vater aller Menschen13, ein geistlicher Vater ist Er aber nur für die erlösten Gläubigen.14

Er hat alles, was geschieht, dazu bestimmt, Seiner Verherrlichung zu dienen.15 Fortwährend erhält, lenkt und regiert Er alle Geschöpfe und Ereignisse.16 In Seiner Souveränität und Heiligkeit ist Er aber weder Urheber noch Befürworter von Sünde,17 noch schränkt Er die moralische Verantwortlichkeit Seiner intelligenter Geschöpfe ein,18 vor Gott dem Vater trägt jeder Mensch alleine die Verantwortung für seine Taten.19

Seine Teilhabe an der Erlösung

In Seiner Gnade hat Er von Ewigkeit her die erwählt, die Sein Eigen sein sollen;20 aus Gnade errettet Er alle von der Sünde, die zu Ihm kommen und wird durch Adoption ihr Vater.21

2.2 Gott – der Sohn

Sein Wesen

Wir glauben, dass Jesus Christus, die zweite Person der Dreieinheit des einen Gottes, als ewiger Sohn des Vaters22 alle göttlichen Eigenschaften besitzt und daher ewig wesensgleich mit dem Vater ist.23 Wir glauben, dass Gott, der Vater Seinem eigenen Willen entsprechend „die Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist“ durch Seinen Sohn Jesus Christus und unter Mitwirkung des Hl. Geistes geschaffen hat, der alle Dinge trägt und erhält.24

Wir glauben, dass Jesus Christus wahrer Mensch25 (menschliche Natur) und wahrer Gott (göttliche Natur bzw. Gottheit) in untrennbarer Einheit darstellt.26 Wir glauben, dass der Herr Jesus Christus durch den Heiligen Geist in der Jungfrau Maria als wahrer Mensch gezeugt und von ihr geboren wurde27 und dass Er der eine und einzige fleischgewordene Gott war.28 Bei Seiner Menschwerdung und nur während Seines irdischen Daseins nahm Er freiwillig die Stelle eines Knechtes an und verzichtete auf die unabhängige Ausübung seiner göttlichen Vorrechte, ohne aber etwas von Seinem göttlichen Wesen aufzugeben, das weiterhin in seiner ganzen Fülle in Ihm war.29 Der Sohn Gottes30 war, ist und bleibt für immer Gott – in Seiner Menschwerdung hat die ewig bestehende zweite Person der Dreieinheit alle wichtigen Eigenschaften des Menschseins angenommen und ist somit der einziggeborene Gott-Mensch.31

Seine Teilhabe an der Erlösung

Wir glauben, dass Jesus, d.h. „Jahweh der Retter“,32 als wahrer Gott und wahrer Mensch ein völlig sündloses Leben führte.33 In Erfüllung der prohetischen Schriften des Alten Testaments34 gab Er für uns am Kreuz stellvertretend und freiwillig35 Sein Leben und vergoss Sein Blut als ein für allemal versöhnendes, erlösendes, Gott wohlgefälliges Opfer36 und bestätigte dies durch Seine Auferstehung aus den Toten37 und Sein Hinaufsteigen in den Himmel.38 Wir glauben, dass Er dadurch unsere Gerechtigkeit vor Gott ist.39

Wir glauben, dass der zum Glauben gekommene Sünder auf der Basis der Wirksamkeit des stellvertretenden Todes unseres Herrn Jesus Christus von der Strafe, dem Fluch, der Macht und – eines zukünftigen Tages – auch völlig von der Gegenwart der Sünde befreit ist bzw. sein wird. Aufgrund dessen ist er für gerecht erklärt worden, ihm ist das ewige Leben verliehen worden und er ist in die Familie Gottes adoptiert worden.40

Wir glauben, dass unsere Rechtfertigung durch Seine buchstäbliche, leibliche Auferstehung von den Toten41 bewirkt und durch Seine anschließende leibliche Aufnahme in den Himmel42 sichergestellt wurde und dass Er dort zur Rechten des Vaters sitzt, um uns nun als unser Anwalt und Hohepriester zu vertreten.43 Mit der leiblichen Auferstehung Jesu Christi aus den Toten hat Gott, der Vater, sowohl die Gottheit Seines Sohnes bestätigt44, als auch Sein stellvertretendes Versöhnungswerk angenommen.45 Ebenso ist sie die Gewähr für ein zukünftiges Auferstehungsleben aller wahrhaft erlösten Gläubigen.46

Wir glauben, dass Jesus Christus zurückkehren wird, um Seine Gemeinde, also die Gesamtzahl aller von Ihm Erlösten, zu Sich zu nehmen, um später mit Seiner Gemeinde in Herrlichkeit wieder zu kommen und Sein tausendjähriges Reich auf Erden zu errichten.47

Wir glauben, dass der Herr Jesus Christus derjenige ist, durch den Gott die ganze Menschheit richten wird:48

  1. die wahrhaft erlösten Gläubigen;49
  2. alle am Tage Seiner Wiederkunft auf der Erde Lebenden,50
  3. die ungläubig Verstorbenen vor dem Großen Weißen Thron.51

Als einziger Mittler zwischen Gott und Menschen,52 als einziges Haupt Seiner Gemeinde53 und als kommender, allumfassender König und Regent,54 ist Er der letztgültige Richter all derjenigen, die ihr glaubendes Vertrauen nicht wahrhaft auf Jesus Christus als alleinigen Herrn und Retter setzen.55

2.3 Gott – der Heilige Geist

Sein Wesen

Wir glauben, dass der Heilige Geist eine der drei Person des einen Gottes ist.56 Er ist, ewig, ohne Anfang und ohne Ende und besitzt alle Eigenschaften einer göttlichen Person, insbesondere Intellekt,57 Gefühl,58 Wille,59 Ewigkeit,60 Allgegenwart,61 Allwissenheit,62 Allmacht63 und Wahrheit.64 In allen Seinen göttlichen Eigenschaften ist Er mit dem Vater und dem Sohn gleich und im Wesen eins.65

Wir glauben, dass die Ausführung des göttlichen Willens hinsichtlich der Menschen das Werk des Heiligen Geistes ist. Wir erkennen Sein souveränes Wirken in der Schöpfung,66 bei der Menschwerdung Jesu,67 bei der Offenbarung und der Abfassung des Wortes Gottes,68 beim Werk der Erlösung,69 und bei wahrer Anbetung und Gottesdienst.70

Seine Teilhabe an der Erlösung

Wir glauben, dass der Heilige Geist am Pfingstfest nach Jesu Himmelfahrt auf die Erde gesandt wurde, um Sein einzigartige Werk im gegenwärtigen Zeitalter der Gemeinde Jesu auszuführen, wie dies zuvor von Jesus Christus versprochen worden war,71 nämlich den Bau des „Leibes Christi“, Seiner weltweiten Gemeinde, bis sie vollendet sein wird. Seither wohnt Er in Seiner Gemeinde, sowohl in jedem einzelnen persönlich als auch in der Gesamtgemeinde, sodass sie beide Wohnung und Tempel Gottes sind.72

Sein Werk beinhaltet das Überführen der Menschen von Sünde und Gerechtigkeit73 sowie dem damit verbundenen Gericht, die Verherrlichung des Herrn Jesus Christus und die Umgestaltung der Gläubigen in das Bild Christi.74

Wir glauben, dass es der Heilige Geist ist, der in übernatürlicher und souveräner Weise Umkehr, Glauben und die geistliche Neugeburt der Erlösten bewirkt75 und sie in den Leib Christi, d.h. Seine Gemeinde, einverleibt.76 Außerdem bewohnt,77 füllt,78 heiligt,79 „salbt“, lehrt und bevollmächtigt der Heilige Geist die erlösten Gläubigen zum Dienst80 und versiegelt und bewahrt81 sie sicher bis auf den Tag der endgültigen, vollumfänglichen Erlösung.82

Wir glauben, dass der Heilige Geist der göttliche Lehrer ist, der die Apostel und Propheten beim Schreiben von Gottes Offenbarung, der Bibel, in alle Wahrheit geleitet hat.83 Jeder wahrhaft Gläubige besitzt die innewohnende Gegenwart des Heiligen Geistes vom Augenblick der Errettung an. Es ist daher die Pflicht aller Heiligen, d.h. all derer, die aus dem Geist zu ewigem Leben geboren sind, auch im täglichen praktischen Leben mit dem Heiligen Geist erfüllt, d.h. von ihm beherrscht und geleitet zu leben.84

Wir glauben, dass der Heilige Geist geistliche Gaben für die Gemeinde an jeden ihrer Gläubigen austeilt.85 Der Heilige Geist verherrlicht weder Sich selbst, noch Seine Gaben, noch die damit begabten Gläubigen durch demonstrative Zurschaustellung der Gaben. Der Heilige Geist verherrlicht damit alleine Jesus Christus, indem Er Sein Werk ausführt, nämlich die Verlorenen zu erlösen sowie die Gläubigen im Glauben aufzuerbauen.86

Wir glauben diesbezüglich, dass Gott, der Heilige Geist, im Geben aller Seiner Gaben zur Ausrüstung der Heiligen souverän handelt. Gewisse Gaben wie das sogenannte Sprachen- oder Zungenreden sowie das zeichenhafte Vollbringen von Zeichen Wundern dienten in den Anfangstagen der christlichen Gemeinde dazu, auf die Apostel als Gesandte des Messias und Offenbarer der göttlichen Wahrheit hinzuweisen und sie als solche zu beglaubigen. Zungenreden und Wundertun waren jedoch niemals dazu bestimmt, Merkmale des Lebens der Gläubigen zu aller Zeit zu sein.87

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1 5Mo. 6:4; Jes. 45:5-7; 1Kor. 8:4; 1Tim. 2:5, 4:10
2 Joh. 4:24; Ps. 115:3
3 Joh. 1:18
4 Mt. 3:16-17, 28:19; Joh. 5:19; 1Kor. 12:6; 2Kor. 13:14; Eph. 2:18; Mark. 1:10-11; 1Kor. 12:4-6
5 Joh 4:23, 5:23
6 Heb. 4:14; Ps. 33:13-15; Spt. 15:13
7 Jes. 14:26-27, 40:28, 43:12
8 Joh. 1:48; Ps. 139:7-12
9 Lk. 18:19; Joh. 14:6
10 Ps. 145:9-10; 1Kor. 8:6
11 1Mo. 1:1-31; Eph. 3:9
12 Ps. 103:19; Röm. 11:36
13 Mal. 2:10; Eph. 4:6
14 Röm. 8:14; 2Kor. 6:18
15 Eph. 1:11-12
16 1Chr. 29:11
17 Hab. 1:13; Joh. 8:38-47; Jak. 1:13-15
18 1Pet. 1:17; Röm. 1:18-20
19 Röm. 14:12; Heb. 9:27
20 Eph. 1:4-6
21 Joh. 1:12; Röm. 8:15; Gal. 4:5; Heb. 12:5-9
22 Mk. 2:5-12; Lk. 1:31-32; Joh. 1:1.14.18, 10:30-33; Röm. 9:5; Tit. 2:13; Heb. 1:8
23 Joh. 10:30; 14:9
24 1Mo. 1:1-2; Hi. 26:13; Joh. 1:1-3; Kol. 1:15-17; Heb. 1:2
25 Phil. 2:7; Heb. 2:14.17; 1Joh. 4:2; 2Joh. 7
26 Mich. 5:2; Joh. 1:1.14, 5:23; 8:58, 14:9; 2Kor. 5:19-21; Phil. 2:6-10; Kol. 2:9; Heb. 1 & 2; 1Joh. 2:23 – 3:3, 5:20 etc.
27 Jes. 7:14; Mt. 1:18-25; Lk. 1:26-35; Gal. 4:4; Phil. 2:5-8
28 Joh. 1:1.14
29 Phil. 2:5-8; Kol. 2:9
30 Joh. 1:18.34
31 Phil. 2:5-8; Kol. 2:9; Joh. 1:14.18; 1Joh. 4:9
32 Mt. 1:21 etc.
33 Lk. 1:35; Joh. 8:46, 18:38, 19:4.6; 2Kor. 5:21; 1Pet. 2:22; Heb. 4:15; 1Joh. 3:5-6
34 1Kor. 15:1-4
35 Röm. 3:25
36 Joh. 10:15; Röm. 3:24-25; 5:8; 1Kor. 15:3; 1.Pet. 2:24, 3:18; Heb. 9:26
37 Mt. 28:6; Joh. 2:19; Apg. 2:32-36, 3:15; Röm. 1:4, 6:4; 1Kor. 15:4.20; Eph. 1:19-20; Joh. 5:21
38 Mk. 16:19, Lk. 24:51; Eph. 1:20-21, 4:8-10; Heb. 1:3, 10:12
39 1Kor. 1:30; Heb. 9:24
40 Joh. 5:24; Röm. 3:25, 5:8-9; 2Kor. 5:14-15; 1Pet. 2:24; 3:18
41 Mt. 28:1-10; Joh. 20:1-19; Apg. 2:22-24; Röm. 1:4; 1Kor. 15:1-23
42 Apg. 1:9-10
43 Mt. 28:6; Lk. 24:38-39; Apg. 2:30-31, 7:55; Röm. 4:25; 8:34; Heb. 4:14-16, 7:25; 9:24; 1Joh. 2:1
44 Röm. 1:4; Apg. 13:33
45 Apg. 17:30-31; 1Tim. 3:16
46 Joh. 5:26-29; 14:1-9; Röm. 4:25; 6:5-11; 1Kor. 15:20.23
47 Apg. 1:9-11; 1Thes. 4:13-18; Off. 20
48 Joh. 5:22-23
49 1Kor. 3:10-15; 2Kor. 5:10
50 Mt. 25:31-46
51 Off. 20:11-15
52 1Tim. 2:5
53 Eph. 1:22; 5:23; Kol. 1:18
54 Jes. 9:6-7; Hes. 37:24-28; Lk. 1:31-33
55 Mt. 25:14-46; Apg. 17:30-31
56 Mt. 28:19; Apg. 5:3-4
57 1Kor. 2:10-13
58 Eph. 4:30
59 1Kor. 12:11
60 Heb. 9:14
61 Ps. 139:7-10
62 Jes. 40:13-14
63 Röm. 15:13
64 Joh. 16:13
65 Mt. 28:19 „auf den (einen; Singular) Namen“; Apg. 5:3-4; 1Kor. 12:4-6; 2Kor. 13:13; vgl. auch Jes. 6:8-10 mit Apg. 28:25-26 und Jer. 31:31-34 mit Heb. 10:15-17
66 1Mo. 1:2
67 Mt. 1:18
68 2Pet. 1:20-21; 2Tim. 3:16
69 Joh. 3:5-7
70 Joh. 4:24
71 Joh. 14:16-17; 15:26
72 Joh. 7:39, 16:7; Röm. 8:9; 1Kor. 3:16; 2Tim. 1:14; Gal. 4:6
73 Joh. 16:8-11
74 Apg. 1:5; 2:4; Röm. 8:29; 2Kor. 3:18; Eph. 2:22
75 Joh. 16:7-11; Eph. 2:8; 2Tim. 2:25; Joh. 3:5-7; Röm. 8:15-16; Tit. 3:5-6
76 1Kor. 12:13; Gal. 3:27; Tit. 3:5
77 Joh. 14:16-17; 1Kor. 6:19-20
78 Apg. 2:4, 4:8, 6:3; Röm. 8:14; Eph. 5:18
79 2Thes. 2:13; 1Pet. 1:2
80 Apg. 13:2-4; Röm. 12:6-8; 2Kor. 1:21; Eph. 4:11-16; 1Joh. 2:20.27
81 2Kor. 1:22, 5:5; Eph. 1:13-14, 4:30
82 Röm. 8:9; 2Kor. 3:6; Eph. 1:13; siehe: 7. Letzte Dinge
83 2Pet. 1:19-21; Joh. 14:26; 2Tim. 3:16
84 Joh. 16:13; Röm. 8:9-11; Eph. 5:18; 1Joh. 2:20.27
85 Röm. 12:4-10
86 Joh. 16:13-14; Apg. 1:8; 1Kor. 12:4-11; 2Kor. 3:18
87 1Kor. 12:4-11; 13:8-10; 2Kor. 12:12; Eph. 4:7-12; Heb. 2:1-4 – Siehe dazu: 5:3 Gaben und Befähigungen

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Teil 1 <–                                                  –> Fortsetzung:  3. Der Mensch

> Überblick über die gesamte Serie HIER <

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