Bist du „Salz der Erde“ – oder ein Zuckerguß?

»Salz«

…Denn »die Christenheit« ist: die Fäulnis des Christentums.
»Eine christliche Welt« ist: der Abfall vom Christentum.

Sören Kierkegaard

Thomas Lange

Zu Beginn der sogenannten Bergpredigt Jesu lesen wir in Matthäus 5,13 die kurze, aber sehr inhaltsreiche Aussage: „Ihr seid das Salz der Erde.“

Was bedeuten diese Worte eigentlich für unser Leben als Christen? Warum benutzt der Herr Jesus das Bild des Salzes und nicht des Zuckers? Beide sehen sich ja zum Verwechseln ähnlich. Ist nicht der Zucker in der heutigen Zeit ebenso unentbehrlich geworden wie das Salz? Beim Nachdenken darüber stellen wir vielleicht fest, dass wir als Nachfolger Jesu der Aufforderung „Salz zu sein“ manchmal gar nicht so treu nachkommen. Oft wollen wir lieber „Zucker“ sein, der süß schmeckt und bei allen beliebt ist. Werfen wir deshalb einen Blick auf sieben Eigenschaften des Salzes, um zu sehen, welche Parallelen es zu einem Leben als Christ gibt. 

1. Ein Konservierungsmittel

Um Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen, werden sie u.a. mit Salz haltbar gemacht. Der lateinische Begriff „conservare“ bedeutet so viel wie bewahren oder auch erhalten. Der eingedeutschte Begriff „konservieren“ trägt die gleiche Bedeutung.

Leider werden in der Christenheit immer mehr biblische Prinzipien und Werte preisgegeben. Zu beobachten ist eine erschreckende Gleichgültigkeit und Passivität.  Halten wir als Nachfolger Jesu geistliche Verfallsprozesse auf oder steuern ihnen wenigstens entgegen? Oder haben wir oft nur die resignierende Floskel „Das ist halt so…!“ oder „Da kann man nichts machen!“ parat?

Wir leben in einer Zeit, in der viele nur noch „das hören wollen, was ihnen in den Ohren kitzelt“ und sich mehr und mehr von der Wahrheit der Schrift abwenden (2Tim 4,3). Die gesunde Lehre wird vielerorts nicht mehr ertragen. Unsere Aufgabe als Salz der Erde ist
es, beim ganzen Wort Gottes zu bleiben, es gegen „Bibelkritik & Co.“ zu verteidigen, keinen Millimeter davon abzurücken, es zu „bewahren“ (Offb 3,8), – so wie Salz z.B. Lebensmittel vor dem Verderben bewahrt. Im Neuen Testament wird deutlich, dass immer dann Menschen zur Gemeinde hinzugetan wurden, wenn die Botschaft der Bibel klar und unmissverständlich verkündet wurde. Wo man Sünde beim Namen nennt, Gottes Heiligkeit betont, sowie seine Gnade, Liebe und Barmherzigkeit vor die Herzen der Menschen stellt. Erweckung geschieht ausschließlich auf dem Boden des unverfälschten Wortes Gottes.

2. Ein Antiseptikum

Salz diente früher als Antiseptikum. Man streute Salz in Wunden, um Entzündungen zu verhindern oder bereits eingedrungene Keime und Bakterien zu bekämpfen und die Wunde somit zu desinfizieren. Wir können uns vorstellen, was das mitunter für eine schmerzliche Prozedur war – und doch half es, Schlimmeres zu verhindern.

Stehen wir auf, um den Finger in die Wunden unserer Zeit zu legen und Unrecht beim Namen zu nennen? Jedes Jahr werden Tausende Kinder im Mutterleib getötet und kaum jemand scheint sich dafür zu interessieren. Der einst sicherste Ort auf der Erde – der Mutterleib – ist zum gefährlichsten Kriegsschauplatz des Planeten geworden.

Homosexualität wird propagiert, bis in kirchliche Kreise hinein. Die Ehe als von Gott gestiftete Institution wird nach und nach abgewertet und abgeschafft. Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung, sowie Unehrlichkeit am Arbeitsplatz erfreuen sich – leider auch unter manchen Christen – immer größerer Beliebtheit. Unsere Verantwortung als Salz der Erde ist es, nicht zu schweigen, die Augen nicht davor zu verschließen, sondern bereit zu sein, zu den moralischen und ethischen Werten der Bibel zu stehen, auch wenn wir Gegenwind ernten.

3. Ein Heilmittel

In 2Kö 2,19-22 wird berichtet, dass das Wasser aus der Quelle in Jericho krank machte und in Folge dessen viele Menschen krank wurden oder sogar starben und schwangere Frauen Fehlgeburten erlitten. Elisa streute Salz in das Wasser und Gott machte die Quelle wieder gesund. Heute beinhalten viele Arzneimittel Salz als Wirkstoff. Bei Erkältungskrankheiten helfen
Salzdampfbäder. Menschen, die an Schuppenflechte oder Neurodermitis erkrankt sind, baden in Salzwasser um ihre Beschwerden zu lindern.

So dürfen wir als Salz der Erde dazu beitragen, dass sich so wenig wie möglich geistliche
Krankheiten unter den Gläubigen ausbreiten. Zum Beispiel das hochansteckende „Virus“ der Kritiksucht, der üblen Nachrede oder das „Bakterium“ des Neides und Stolzes. Wir sind aufgefordert, Friedensstifter zu sein und sollen uns nachhaltig dafür einsetzen, dass kranke Beziehungen zwischen Geschwistern heilen (Mt 5,9).

4. Ein Geschmacksverstärker

Im Gegensatz zu dem berühmten „Haar“ schätzen wir das Salz in unserer Suppe. Salz gibt
Geschmack – macht fades Essen würzig (Hi 6,6). Wir essen es zum Frühstücksei oder einfach auf’s Butterbrot.

Bringen wir unsere Mitmenschen durch unser von Liebe und Freude (Gal 5,22) geprägtes
Leben „auf den Geschmack“? Hat unser Leben dadurch Anziehungskraft auf unseren Nächsten, welcher ohne Gott lebt? Dessen Dasein oft fade, eintönig und geschmacklos ist? Als Salz der Erde dürfen wir einen bewussten Kontrast setzen und die entsprechende Würze in dieser oft lieb- und freudlosen Gesellschaft sein.

In Kol 4, 6 werden wir aufgefordert: „Euer Wort sei allezeit in Gnade mit Salz gewürzt; ihr sollt wissen, wie ihr jedem einzelnen antworten sollt.“ In Anbetracht von Jak 3,2-12 ist das eine große Herausforderung und Verantwortung. Wir alle müssen wohl bekennen, dass schon so manches unfreundliche und unkonstruktive Wort über unsere Lippen kam. Im Nachhinein ärgerten wir uns, dass wir uns nicht lieber auf die Zunge gebissen haben, weil das Gesagte mehr abschreckte als appetitanregend war.

5. Ein „Durstmacher“

„Der Ton macht die Musik“ ist immer noch ein weiser Rat. Jemand bemerkte einmal: „Wahrheit ohne Liebe ist gnadenlos und Liebe ohne Wahrheit ist Heuchelei.“ Über unser großes Vorbild, den Herrn Jesus, heißt es: „Und alle wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen.“ (Lk 4,22). So sollen wir als Salz der Erde durch unsere wohlbedachten Worte (Achtung: kein „Kanaanäisch“) und durch unseren von Jesus Christus geprägten Charakter und dem daraus resultierenden Verhalten bei
den Menschen Durst nach dem „lebendigen Wasser“ (Joh 4,10) wecken.

6. Ein „Eis-Schmelzer“

In den Wintermonaten werden vereiste Straßen gesalzen und somit vom Eis befreit. Salz auf eine dicke Eisschicht gestreut, dringt tief ein und bringt es zum Schmelzen.

Das Evangelium, welches wir hinaustragen dürfen, bringt Herzen aus Eis zum Schmelzen.
Es bricht die härtesten Herzen auf (Jer 23,29). Als Salz der Erde ist es unsere Aufgabe, hinaus zu gehen „auf die Wege und an die Zäune“ (Lk 14,23), um die rettende Botschaft vom Kreuz zu den verlorenen Menschen zu bringen.

7. Es trägt …

Das Tote Meer in Israel hat zwischen 28-33% Salzgehalt. Zum Vergleich hat das Mittel-
meer lediglich einen Salzgehalt von 3%. Beim Schwimmen im Toten Meer kann man nicht
untergehen, der hohe Salzgehalt des Wassers trägt. Ein bekanntes Fotomotiv zeigt Menschen, die darin Zeitung zu lesen.

Als Salz der Erde dürfen wir andere Menschen im Gebet tragen. Wir können um die Errettung von Menschen flehen, um Erleichterung für kranke und gezeichnete Geschwister bitten, ihnen aber auch ganz einfach praktisch unter die Arme greifen und sie somit tragen (Gal 6,2). Auch das „einander ertragen“ (Kol 3,13) zählt an dieser Stelle zu unserer Salzfunktion.

Es heißt: „Die Christen tragen die Gesellschaft!“ Ob dieser Ausspruch nun stimmt oder
nicht, er verdeutlicht dennoch die Notwendigkeit eines Lebens mit Salzkraft. Der Herr
Jesus sagt uns unmissverständlich, was unsere Aufgabe in dieser Welt ist. Salz wurde früher u.a. auch zum Düngen von Feldern genommen.

Das heißt, das ganze Ackerfeld dieser Erde soll durchsetzt sein mit Salz, welches brennt, heilt, erhält, geschmacksverstärkend ist, durstig macht, Eis zum Schmelzen bringt und trägt.

Bist DU „Salz der Erde“? 

…oder nur Zuckerguß?

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Erstveröffentlichung in FEST & TREU 4/2011

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