Wie sollen wir das Evangelium verkündigen?

Dr. Karsten Ernst geht in seinem HIER als PDF erhältlichen Artikel „Wie sollen wir da Evangelium verkündigen“ der Frage nach,

„wieso wir heute so evangelisieren wie wir evangelisieren (in der Mehrheit) und was davon zu halten ist. Die Grundthese, die der Autor vertritt, ist, dass er sagt: Letztlich ist es unsere Aufgabe, Gottes Wort zu verkünden, nicht Menschen psychologisch durch Äußerlichkeiten so zu manipulieren, dass sie ‚eine Entscheidung für Christus fällen” ohne eigentlich zu wissen, was es mit diesem Christus auf sich hat. Vertrauen auf Gottes Wort ist fundamental: Gott wird in Menschen durch sein Wort wirken.‘

Der Autor gibt dazu eine kurze kirchengeschichtliche Abhandlung, die aber bewusst abrisshaft gehalten ist und darum bemüht, größere Tendenzen und Zusammenhänge aufzuzeigen, nicht so sehr einzelne Sachverhalte im Detail auszuarbeiten.*

Seine persönliche Schlussfolgerung lautet:

1. Um das Evangelium recht zu verkündigen, müssen wir

es zunächst recht verstehen. Denn was wir säen, das werden wir auch ernten. Haben wir das Evangelium kaum oder nur teilweise erfasst, können wir auch nur ein bruchstückhaftes Evangelium weitergeben. Doch wie können wir zu einem klaren Verständnis kommen? Neben einem eifrigen Studium der Heiligen Schrift kann uns hierzu sicherlich Literatur weiterhelfen, die auf dem Boden der Reformation steht.

Neben den Schriften der Reformatoren wie Luther und Calvin, sollten wir die Schriften der älteren Pietisten, wie Spener, Francke u. dgl. oder die der Puritaner, wie z.B. John Bunyan aufmerksam studieren. Von großem Wert ist hier sicherlich auch Spurgeon. Aus unserem Jahrhundert möchte ich vor allem D. Martyn Lloyd-Jones nennen.

2. Wir müssen ganz neu begreifen und darauf vertrauen, dass Gott Menschen durch die Torheit der Predigt errettet. Gott hat uns nicht nur aufgetragen, sein Evangelium zu verkündigen, er hat uns auch gesagt, wie wir es tun sollen. Dabei sollten wir nicht aufhören, den Herrn der Ernte darum anzuflehen, dass er Arbeiter in seine Ernte schicken möge.

3. Wer heute bestimmte Evangelisationsmethoden ablehnt, wird meist bezichtigt, grundsätzlich gegen Mission und Evangelisation zu sein. Und in der Tat kann leicht der Eindruck erweckt werden, man sei nur gegen etwas. Es ist daher wichtig, dass alle (notwendige) Kritik an bestimmten Entwicklungen in der Gemeinde Jesu immer nur einen kleinen Teil unseres Denkens und Handelns bestimmt. Die positive Darstellung des Evangeliums, das Studium dessen, wie Gott in vergangenen Jahrhunderten Menschen zur Gemeinde hinzugefügt hat, sollte im Mittelpunkt stehen. Unser Herz sollte von jener Einstellung erfüllt sein, die der Alttestamentler Heinrich Andreas Christoph Hävernick 1832 zum Ausdruck brachte, als er im Vorwort seines Daniel-Kommentars schrieb: „O dass unsre Hände nimmer erlahmten, dass wir niemals rückwärts schaueten und des Zieles nimmer vergäßen – der Herr aber sey mit uns und unserm Thun, dass immer Sein Name erkannt, Seine Freundlichkeit geschmeckt, und Seine Herrlichkeit auf Erden offenbar werde!“

4. Schließlich erscheint mir eines noch ganz wichtig für die Gemeinde Jesu in Deutschland. Wir müssen neu begreifen, dass Lehre, dass Theologie nicht etwas ist, was das geistliche Leben behindert oder gar tötet, sondern die Grundlage allen geistlichen Lebens ist. Wir werden durch das Wort wiedergeboren und wir werden durch das Wort geheiligt.

Das Wort Gottes rüstet uns zu jedem guten Werk zu. Dazu gehört aber auch, dass wir uns dem Wort unterordnen und nicht unsere Gefühle und Erfahrungen zum Maßstab machen.

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* Zitiert von: unwisesheep.org, 7.11.2012

Siehe hierzu auch DIESE Artikel und Flyer!

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