Die Auslegungspredigt wiederentdecken (7)

Zwischengedanken:  Das Wort Gottes predigen im 21. Jahrhundert?

Helmut Mehringer

Das Wort Gottes auslegend predigen – das ist doch klar, werden manche der Leser dieses Blogs denken. Die Bibel ist doch DIE Grundlage unseres Glaubens.

Wirklich?

Bevor wir unsere Serie über die Bedeutung der Auslegungspredigt weiter verfolgen, wollen wir einen ganz kurzen exemplarischen Blick auf eine der grundlegenden Entwicklungen und Trends der „Christenheit“ werfen.

Es wurde bereits einmal erwähnt, dass die Herausgeber einer Zeitschrift mit dem vielversprechenden Namen „Faszination Bibel“  offen erklären:

„Jenseits vom Beruf lese ich wenig in der Bibel und erwarte nicht viel von ihr…“  (Ulrich Eggers, zit. in BIBEL UND GEMEINDE 2/2011, S.4)

„Als Teenager bin ich vom regelmäßigen Bibellesen abgekommen und habe bis heute nicht so richtig dahin zurückgefunden…“ (Martin Grundbach, a.a.O.)

Ein weiteres von vielen Beispielen dieser tragischen Entwicklung ist Andy Stanley, Pastor der Megagemeinde North Point Community Church in Atlanta (USA). Er erklärt offen:

“Die Grundlage unseres Glaubens ist nicht die Schrift.

Die Grundlage unseres Glaubens ist nicht die Unfehlbarkeit der Bibel.

Die Grundlage unseres Glaubens ist etwas, das sich in der Geschichte ereignete. Und die Frage, um die es immer geht, ist: Wer ist Jesus? Das ist immer die Frage. Die Schrift ist einfach eine Sammlung alter Dokumente, die uns eine Geschichte erzählen… Die Grundlage meines Glaubens ist nicht eine unfehlbare Bibel. Sie ist etwas, was sich in der Geschichte ereignete.”    (zitiert bei SOLASISTERS)

Andy Stanley war auf dem Willow Creek Leitungskongress 2012 vertreten. Der ERF sagt über ihn:

„Er ist überzeugt davon dass man eine Gemeinde genauso leiten kann wie ein Wirtschaftsunternehmen. „Gemeinden haben ein Bankkonto, ein Gebäude und Angestellte. Also sind sie ein Unternehmen.“ Stanley leitet in Atlanta (USA) eine Gemeinde mit 400 Mitarbeitern und bis zu 35.000 Gottesdienstbesuchern. Inspiriert von Willow Creek hat er ein Gemeindekonzept für kirchenferne Menschen umgesetzt.“  (zitiert auf DISTOMOS)

Lasst uns daher umso freudiger Gottes Beurteilung Seines Wortes festhalten:

„Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die imstande sind, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt.“  (2Tim 3:14-17)

<— Teil 1                                                                                 (Fortsetzung folgt) —>

 

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