Jesus Christus ist Gott!

Konsequenzen aus der Ablehnung Seiner Gottheit

Die Ablehnung der Gottheit Christi zieht weitere Folgen nach sich, welche die biblische Wahrheit verzerren und verleugnen und auch Missionsarbeit den Boden entziehen.

Johannes Pflaum

Die Ablehnung der Gottheit Jesu muss auch logischerweise eine Ablehnung der Präexistenz Christi nach sich ziehen, da die Schrift vielfach in den ewigen Titeln und der Schöpfermacht Christi belegt, dass er nur Gott sein kann. Die Präexistenz Christi ist in der Schrift so eindeutig belegt, dass es nicht nötig ist, näher darauf einzugehen. In 2. Mose 3,14 stellt sich Gott als der große „Ich Bin“ oder der „Ewig Seiende“ vor. Im Hebräischen umfasst dies sowohl die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Diese Selbstvorstellung Gottes in 2. Mose 3,14 finden wir in Hebräer 13,8 mit anderen Worten ausgedrückt: Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Johannes nennt Gott deshalb auch in Offenbarung 1,4: der da war und der da ist und der da kommt (Offb 1,4).

Die Ablehnung eines Gebetes zu Jesus Christus ist eine weitere logische Konsequenz aus der Ablehnung seiner Gottheit. In 5. Mose 6 finden wir nicht nur das Sch’ma Israel, auf welches sich die Gegner der Gottheit Jesu fälschlicherweise berufen. Im selben Kapitel wird uns auch gelehrt, allein den lebendigen Gott anzubeten (vgl. Mt 4,10 mit 5Mos 6,13 und 10,20). Nun lehrt uns das Neue Testament aber vielfach, dass Christus angebetet wurde (wie auch dem „Engel des Herrn“ im Alten Testament geopfert wurde) und auch in der Ewigkeit angebetet wird (Mt 4,11; Joh 1,51; Phil 2,10f; Hebr 1,6; Offb 5,12-14 etc.). Josh McDowell und Bart Larson schreiben dazu:

Über wenige Dinge spricht die Schrift mit größerer Klarheit als über die Anbetung. Sowohl das Alte als auch das Neue Testament betonen nachdrücklich, dass Gott allein Anbetung empfangen soll. Jesus sagte zu Satan: „Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen“ (Mt 4,10; Lk 4,8). Kein Mensch oder Engel darf jemals angebetet werden (Mt 4,10; Offb 19,20; 22,8-9). Gott will seinen „Ruhm“ keinem anderen geben (Jes 42,8).

Das Neue Testament verwendet hauptsächlich ein Wort für Anbetung, das griechische Wort proskyneo. Es ist das Wort, das Jesus benutzte, um Satan zu sagen, dass er Gott allein anbeten solle; es wird häufiger als jedes andere Wort benutzt, um die Anbetung Gottes zu beschreiben (Joh 4,24; Offb 5,14; 7,11; 11,16 usw.).

Nachdem Jesus einen Mann geheilt hatte, rief dieser aus: „Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder (Vergangenheitsform von proskyneo)“ (Joh 9,38). Dasselbe griechische Wort wird in Matthäus 14,33 verwendet, als die Jünger Jesus anbeteten, nachdem sie gesehen hatten, wie er auf dem Wasser ging. Ein anderes Mal, als die Jünger Jesus nach der Auferstehung sahen, „…gingen (sie) auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße“ (Mt 28, 9). Jesus empfing also vor und nach der Auferstehung Anbetung. In all diesen Fällen ist derselbe Jesus, der Satan zurechtgewiesen hatte, weil er ihn versuchen wollte, falsch anzubeten, nicht entsetzt zurückgeprallt, weil „Gott allein angebetet werden soll“. Vielmehr empfing er die Anbetung als sein Recht.

In Hebräer 1,6 heißt es, die Engel Gottes sollen sich vor Jesus niederwerfen (proskyneo). In Offenbarung 5,8-14 ist ein ganzer Abschnitt dem Lob und der Anbetung Jesu, des „Lammes“ und Gottes gewidmet. In einer kraftvollen Passsage erklärt Paulus, dass sich vor dem Namen Jesu jedes Knie im Himmel und auf der Erde beugen wird (das bedeutet Anbetung) und jede Zunge bekennen wird, dass Jesus der Herr ist (Phi 2,10.11). Der Sohn Gottes wurde im Neuen Testament durch zahlreiche Handlungen verehrt, als er zum Gegenstand von Glauben, Hoffnung und Anbetung wurde. Das vereinte Zeugnis der neutestamentlichen Kirche, ja der Kirche durch alle Jahrhunderte, besagt, dass dem dreieinigen Gott Anbetung gebührt: Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Nach 1. Korinther 1,2 ist das Gebet zu Christus das Kennzeichen aller wahrer Gläubigen: … an die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesu, den berufenen Heiligen samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, ihres und unseres Herrn. Aus diesem Grund kann Jesus Christus niemand anderes als Gott selbst sein.

Als weitere Folge einer Ablehnung der Gottheit Christi muss auch der Absolutheitsanspruch Jesu (Joh. 14, 6) abgelehnt werden. Wie schon erwähnt, gibt es für Juden, aber auch für Heiden, dann einen Weg zur Rettung ohne den Glauben an Jesus Christus. Möglicherweise genügt dann auch ein Glaube an Gott. Wenn Jesus aber Gott und damit auch Retter ist, ist der rettende Glaube sowohl für Juden und Heiden untrennbar mit dem Glauben an seine Person verbunden. Die Schrift lehrt uns deshalb auch, dass alle Gottesverehrung ohne die Anerkennung Christi keine echte Gottesverehrung ist (vg. Joh 5,23 u. Jes 42,8). Da die Frage der Gottheit Christi der Kern des Evangeliums ist, entscheidet sich daran letztendlich die Errettung für Juden und Heiden gleichermaßen (Joh 8,24): Daher sage ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin (wörtlich übersetzt: ich bin – eine eindeutige Bezugnahme auf den Gottesnamen in 2. Mose 3,13-14), so werdet ihr in euren Sünden sterben. Für das religiöse Judentum wird sich zusätzlich an dieser Frage das Hereinfallen auf die Verführung durch den kommenden falschen Messias (Antichristus) entscheiden (Joh 5,43): Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.

Ein Teil der Gegner der Gottheit Christi lehnen die gleichwertige göttliche Inspiration des Neuen Testaments gegenüber dem Alten Testament ab. Oder sie wähnen die Inspiration des Alten Testament auf einer „höheren“ oder „wichtigeren“ Stufe als die des NT. Ebenso wird das Hebräische dann auf einer höheren Offenbarungsstufe gesehen als das Griechische (obwohl es Gottes Wille und Absicht war, das Neue Testament in Griechisch abzufassen). Nur so kann letztendlich auch das eindeutige Zeugnis über Christus als wahrer Gott neutralisiert werden, wobei schon das alttestamentliche Zeugnis für sich genommen ja genug Hinweise auf mehrere Personen Gottes hat. Allerdings sei jedem Versuch, der die gleichwertige göttliche Inspiration des Neuen Testaments in Frage stellt, das Wort aus Offenbarung 22,18-19 entgegengehalten:

Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott sein Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist.

Wer die Gedankengänge, die der Ablehnung der Gottheit Jesu zugrunde liegen, weiter verfolgt, kommt zu weiteren Konsequenzen. Würde das Sch´ma Israel in 5. Mose 6,4 tatsächlich die Gottheit Christi und des Heiligen Geistes ausklammern, dann hätten sich alle, welche an Christus als Gott glauben, des Götzendienstes und der Abgötterei schuldig gemacht und gegen das erste Gebot versündigt. Strenggenommen könnten sie dann gar nicht errettet sein, da die Götzendiener einmal vom ewigen Leben ausgeschlossen sein werden (Offb 21,8).

Die Bibel muss der alleinige Maßstab sein. Wie wir gesehen haben, ist die Gottheit Christi durch zahlreiche Bibelstellen im Alten und Neuen Testament eindeutig belegt. Trotzdem sei noch eine Frage gestellt. Sollte Gott seine weltweite Gemeinde in dieser Kernfrage des Heils und des Glaubens, einmal abgesehen von einigen separatistischen Gruppen und Sekten, tatsächlich trotz aller Bibel- und Reformationsbewegungen nahezu zwei Jahrtausende an der Nase herumgeführt haben? Darauf kann nur mit einem eindeutigen Nein geantwortet werden.

Daraus ergibt sich eine weitere Frage. Warum erwacht diese alte Lehrfrage (Ablehnung der Gottheit Christi) aus der Anfangszeit der Gemeinde ausgerechnet in der Endzeit zu neuem Leben? Ein Hauptmerkmal der End- oder Letztzeit vor der Wiederkunft Christi ist nach den Worten unseres Herrn und der Apostel die Verführung und damit verbunden falsche Lehren (vgl. Mt 24,4.11.24; 2Thess 2,3; 2Tim 4,3 etc.). Auch in anderen Bewegungen und Lehrfragen lässt sich erkennen, wie plötzlich wieder die Irrtümer mit welchen schon die Apostel und die ersten Gemeinden zu kämpfen hatten, in unserer Zeit zurückkehren.

Quelle: Johannes Pflaum, Ist Jesus Christus Gott? Was lehrt die Heilige Schrift? Christlicher Mediendienst Hünfeld, 2009, S.60 – 63, veröffentlicht in:  DISTOMOS, 24.09.2013
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