Glückselig aber bist du, wenn du Gott in Christus aufgrund seines Wortes erlebt hast!

Fritz Binde (1867 – 1921)

Zahllose Gläubige leben in einer theoretischen Wertschätzung und praktischen Mißachtung des Wortes Gottes, aber nur wenige leiden wirklich unter diesem Widerspruch. Viele haben sich ganz an diesen Widerspruch gewöhnt; sie lassen das Wort stehen, aber sie lassen auch ihr oberflächliches Leben stehen …

Es ist recht, daß du noch irgendwie mit einem Gott rechnest. Aber was hast du für einen Gott? Ist er der Gott deines Wähnens und Meinens? Der Gott deiner Gedanken und Einbildungen? Der Gott deiner Wünsche und Gefühle? Ist es der ferne große Unbekannte der Philosophen und Weisen, das blasse Gedankending und wissenschaftliche Destillat der Schulstreiter, bestenfalls eine notwendige Möglichkeit, die sich gefühlsmäßig ahnen, aber wissenschaftlich nicht beweisen und praktisch nie fassen läßt? Oder ist es der wahrhaftige Gott, der sich lebendig und persönlich in der Bibel offenbart hat? Ist es der Vater unseres Herrn Jesus Christus, in dem allein sich Gott zuverlässig offenbart hat? Denn „niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns kund gemacht“. Hast du diesen Gott durch den Mittler Jesus Christus, der gesagt hat: „Niemand kommt zum Vater, denn durch mich,“ als deinen Gott und Vater in Buße und Bekehrung erlebt?

Hast du durch den Glauben, der der Heiligen Schrift entspricht, im Blute deines Versöhners Jesus Christus Vergebung deiner Sünden und damit Versöhnung und Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott empfangen, so daß du jetzt weißt: Ich bin durch Jesus Christus mit dem Vater eins geworden, gleichwie er mit dem Vater eins ist?

Wenn du das nicht im Glauben erlebt hast und bezeugen kannst, dann bist du mitsamt deinem erdichteten Gott doch hoffnungslos in der Welt. Dein Gottglaube hat dann keinen biblischen Grund und Boden; er ist nichts als schwankendes menschliches Wähnen und Meinen. Dir fehlt die Gewißheit der Vergebung deiner Sünden. Dir fehlen Zeugnis und Kennzeichen der biblisch geoffenbarten Gotteskindschaft.

Dein Unglaube trennt dich vom Erleben Gottes. Gott wohnt nicht in dir, du nicht in ihm; denn du kamst nicht auf dem Wege, der Jesus heißt, in Buße und Bekehrung zu ihm. Denke, rede und hoffe, was du willst, aber dein Hoffen hat keinen biblischen Grund, und damit ist es ein hoffnungsloses Hoffen und nichts als gefährlicher religiöser Selbstbetrug, von dem die Welt voll ist. Die Teufel glauben mehr als du; denn sie glauben Gott und seiner Offenbarung in Christus Jesu und dem ganzen Bibelworte, und doch zittern sie. Solltest du da nicht auch erzittern mit deinem vernunftgemäß erdachten Gott und Glauben, der vor Gott nicht gilt, weil er nichts als Gottlosigkeit und Unglauben ist?

Glückselig aber bist du, wenn du Gott in Christus aufgrund seines Wortes erlebt hast! Denn dann weißt du, daß uns mit dem Erlöser von Golgatha auch die Lösung des Lebensrätsels gegeben ist.

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(aus: Fritz Binde, Harte Reden, Selbstverlag, zit. in: DISTOMOS)

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