Die Auslegungspredigt wiederentdecken (3)

Einige Gründe für die biblische Auslegungspredigt

John MacArthur

(Fortsetzung von Teil 1 & 2 – John McArthur schreibt in seinem Buch “biblisch Predigen” einige Auswirkungen einer oberflächlichen, besucherfreundlichen Vorstellung über das Predigen.)

11. Man beraubt die Menschen der einzig wahren Quelle ihrer Hilfe.

Menschen, die unter dem Einfluss einer oberflächlichen Predigt stehen, werden von der Klugheit und Kreativität des Redners abhängig. Wenn Prediger ihre Predigten mit Laserlicht- und Raucheffekten, Videoclips und Theaterstücken unterstreichen, vermitteln sie die Botschaft, dass die Leute in den Gemeinden keine Chance haben, derart Tiefschürfendes jemals selbst herausfinden zu können. Solche Kinkerlitzchen schaffen eine Art von Verteilungsmechanismus, den man nicht selbst bedienen kann. Dadurch werden sie zu geistlichen Stubenhockern, die nur kommen, um unterhalten zu werden. Welchen oberflächlichen geistlichen Gehalt sie auch immer bei der wöchentlichen Aufführung des Predigers empfangen, ist alles, was sie bekommen. Sie sind nicht besonders an der Bibel interessiert, weil die Predigten, die sie hören, sie dazu nicht anleiten. Sie sind von der Kreativität des Predigers tief beeindruckt und von der Musik manipuliert und das ist alles worauf sich ihre geistliche Perspektive beschränkt.

12. Man verführt Menschen dazu, dem Wort und der Autorität Gottes gegenüber gleichgültig zu werden.

Es ist absehbar, dass es in einer Gemeinde, welche die Predigt der Heiligen Schrift vernachlässigt, unmöglich wird, die Menschen dazu zu bewegen, sich der Autorität der Schrift unterzuordnen. Der Prediger, der stets auf die „gefühlsmäßigen Bedürfnisse“ abzielt und dem Dünkel weltlich gesinnter Menschen schmeichelt, hat keine Möglichkeit, jemandem entgegenzutreten, der sich grundlos von seiner Frau scheiden lassen will. Der Betreffende wir sagen: „Sie verstehen meine Gefühle nicht. Ich kam hierher, weil Sie versprachen, meinen gefühlsmäßigen Bedürfnissen abzuhelfen. Und ich sage Ihnen, ich fühle mich nicht danach, weiter mit dieser Frau zusammenzuleben.“ Sie werden dem schwerlich biblische Autorität entgegen halten können. Sie werden es gewiss nicht leicht haben, Gemeindezucht zu üben. Das ist das Monster, das durch oberflächliches Predigen entsteht. Wenn sie aber weiterhin versuchen, der Sünde entgegenzutreten und alle gebotenen Prinzipien anzuwenden, um die Gemeinde rein zu halten, müssen Sie das Wort Gottes predigen.

13. Man belügt die Menschen darüber, was sie wirklich brauchen.

In Jeremia 8,11 verdammt Gott die Propheten, welche die Wunde des Volkes nur oberflächlich behandeln. Dieser Vers trifft gehörig auf die biegsamen Prediger zu, die heutzutage so viele prominente evangelikale Kanzeln bevölkern. Sie spielen die anstößigen Teile der Botschaft Christi herunter. Sie belügen die Menschen darüber, was sie wirklich brauchen, versprechen ihnen „Erfüllung“ und irdisches Wohlergehen, während das, was die Menschen wirklich brauchen, die wahre Sicht der Erhabenheit Christ und das wahre Verständnis der Herrlichkeit des Heiligen Geistes ist.

14. Man beraubt die Predigt ihrer Kraft.

„Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Heb 4,12 Lut). Alles andere ist ohnmächtig und nur scheinbar mächtig. Menschliche Strategie ist nicht wichtiger als die Schrift. Die Fähigkeit des Schaustellers, Menschen hereinzulocken, sollte uns nicht tiefer beeindrucken als die Kraft der Bibel, Leben zu verändern.

15. Man macht den Prediger dafür verantwortlich, durch seine Klugheit Menschen zu verändern.

Prediger, die modernen Gottesdienstformen nacheifern, müssen von sich denken, dass sie die Kraft haben, Menschen zu verändern. Auch das ist ein beängstigender Ausdruck von Hochmut. Wir Prediger können keine Menschen retten, und wir können sie auch nicht heilig machen. Wir können Menschen nicht durch unsere Einsichten und Klugheit verändern oder dadurch, dass wir sie unterhalten bzw. an ihre menschlichen Launen, Wünsche und Ambitionen appellieren. Es gibt nur einen, der Sünder ändern kann: Gott – und er tut es durch seinen Geist durch das Wort.

Darum:

Predigen Sie das Wort, auch wenn es gerade aus der Mode ist, das zu tun (2Tim 4,2).

Dies ist der einzige Weg, dass Ihr Dienst jemals wirklich fruchtbar sein kann.

Mehr noch: Es garantiert Ihnen, dass Ihr Dienst fruchtbar sein wird, weil Gottes Wort nie leer zu ihm zurückkommt; es wird immer das ausrichten, wozu er es sendet, und ihm wird gelingen, was es bewirken soll (vgl. Jes 55,11).

Der Prediger, der die Botschaft verkündigt, die die Menschen am meisten brauchen, wird oft der Prediger sein, den sie am wenigsten hören wollen. Doch alles, was der Prediger tut, wird – wenn er es nicht der Auslegungspredigt hingibt – seine Schafe zu einer schwachen, verwundbaren Herde reduzieren.

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(Reposted von: HLYNTWRK; bereitgestellt von EBTC – Europäischen Bibel Trainings Centrum; aus: John MacArthur, Biblisch Predigen – Praktische Anleitung zur Auslegungspredigt)

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