Die postmoderne Insider-Bewegung (Teil 9)

Insider-Bewegungen und die zerbrochene Gemeinde

(In ENGLISH here!)                                                                     Bill Nikides*

Bill Nikides hat in seinem Leben viel mit Arbeit in der muslimischen Welt verbracht, den Kulturen und Weltbildern in Nordafrika, Ägypten, dem Nahen Osten und in Zentrale, Süden und Ostasien verpflichtet. Als ein führender Experte im Dienst unter Muslimen, insbesondere für Insiderbewegungen und ihre Wirkung auf Kulturen, ist er Direktor von i2 Ministries (East Asia) und Missiologe bei Advancing Native Missions.

(Die Übersetzung ist leider noch nicht optimal – wer kann sollte die englische Originalversion  lesen. Anm. jesaja662)

Vielleicht haben sie es noch nicht vernommen, aber die explosivste Angelegenheit der globalen Missionen der evangelikalen Gemeinde ist heute etwas, das „Insider Bewegungen“ genannt wird, Sie wären nicht der Einzige der nichts darüber weiss, da die evangelikale Welt im Westen bis etwa 2000 grösstenteils nichts von dieser Bewegung wusste, als nämlich eine Artikelserie in missionarischen Zeitschriften herausgegeben wurde, die einen neuen Weg für Muslime zum Eintritt in das Königreich Gottes hinausposaunte. Die Ankündigung kam mit viel Lärm. Hunderttausende, sogar Millionen von Muslimen sollen plötzlich das ewige Leben mit Jesus gefunden haben. Lobt den Herrn für diese Bewegung der Gnade – oder etwa nicht?

Während Jahren war die neuste Nachricht aus dem Missionsfeld stets, dass die evangelikale Arbeit in muslimischen Ländern langwierig und beschwerlich war – das heisst, bis der Insider Meteor in unsere Atmosphäre eintrat. So wie es heute steht, beanspruchen Insider Bewegungen eine Menge der Mittel der evangelikalen Welt für die Mission, einige von ihren Köpfen und leider, aus Gründen die ich hier vorstelle, viele ihrer Träume. Es ist zu einer Go-to Option für alle Arten traditioneller evangelikaler Werke mit scheinbar seriösen Missionen wie Navigators, Frontiers, Summer Institute of Linguistics (SIL – ein Zweig von Wycliffe), Global Partners for Development, und dem International Mission Board der Southern Baptist Convention.

Einige nehmen das Etikett der Insider Bewegung und deren Identität an; andere ziehen es vor, zurückhaltender zu bleiben. In vielen Fällen sind ganze Organisationen – während in anderen nur einigen einzelne Mitglieder – ihren Grundprinzipien verpflichtet.

Schlimmer noch, es scheint, dass einige Missionare und Agenturen sich der Vertuschung schuldig machen, um glaubhafte Bestreitbarkeit zu pflegen.

Aber, bevor wir tiefer darauf eintreten werden, müssen wir zwei grundlegende Fragen stellen.

Was ist los und warum wissen wir nicht mehr darüber?

Hier sind einige Definitionen auf Vorrat, um uns auf unseren Weg zu bringen. Insider
Movements (IM) werden verschiedentlich definiert als „populäre Bewegungen für Christus, welche die formellen und ausdrücklichen Ansprüche der christlichen Religion umgehen“ (Kevin Higgins, „The Key to Insider Movements,“ Internal Journal of Frontier Missiology, Winter 2004). Eine andere Definition die Higgins anbietet ist, dass sie „Bewegungen für Jesus sind, die weiterhin in unterschiedlichem Grad in die Sozialstruktur von islamischen, buddhistischen, hinduistischen oder anderen Volksgruppen verbleiben“.

Mit anderen Worten, wie John Ridgeway von den Navigators sich ausdrückt, befürworten Insider Bewegungen „beständige treue Jünger von Jesus innerhalb der Kultur ihrer Volksgruppe, einschliesslich religiöser Kultur „.

Grundsätzlich sind Insider solche, die sich zum Glauben zu Christus bekennen, jedoch
Mitglieder ihrer ursprünglichen Religionsgemeinschaften bleiben; Muslime bleiben Muslime, Hindus bleiben Hindus, und Buddhisten bleiben Buddhisten.

In der muslimischen Welt bedeutet dies, dass sie einen alleinigen Gott anerkennen müssen, Allah, und dass Mohammed sein endgültiger und grösster Prophet ist. Sie bleiben Mitglieder der Moschee, halten sich an die fünf Säulen des Islam, leben in ihren Kulturen offen als Muslime, nehmen an muslimischen Opfern und Festen teil und identifizieren sich selbst als Muslime.

Ich bin mit getauften Christen vertraut, die dazu überredet wurden nach dem Verzicht auf ihre christlichen Identität wieder in die Moschee einzutreten. Im Falle von muslimischen Insidern bestätigen die meisten vier heilige Bücher: das Gesetz, die Psalmen, das „Evangelium“ (als ein ursprünglich Jesus gegebenes Buch, aber nicht mehr existierend) und den Koran. Von diesen Texten nehmen viele an, dass der Koran als der letzte immer noch der Grösste ist, obwohl andere meinen, dass beide Gottes Wort enthalten. Insider beanspruchen normalerweise die Bibel als Inspiration für ihre Ansicht, zumindest Teile von ihr.

Zum Beispiel verstehen sie die Geschichten über Naaman und Elisa in 2.Könige 5, die heidnischen Seeleute in Jona, Balaam und Balak, die Samariter und dem Rat von Jerusalem als positiven Beweis, dass an Jesus Gläubige zwei Reisepässe haben können – der eine mit den Symbolen des Islam gestempelt und der andere mit Jesus.

Verkehrt und unbiblisch

Es gibt natürlich grössere Probleme mit einem solchen Ansatz zu Mission und Evangelisation.

Zuerst machen Insider die unbiblische Annahme, dass solche Bibelstellen lehren, dass wahre Gläubige einen rein inneren Glauben haben können, der in jedem Glaubenssystem bekundet werden kann, einschliesslich dem anderer nichtchristlichen Religionen.

Als Zweites ignorieren Praktiker und Insider Missiologen (oder Wissenschaftler der
Missionstheologie) die Tatsache, dass die Bibel voll mit Texten ist, sogar ganze Bücher, die der Unterscheidung der Wahrheit von Irrtum und wahrer Religion von falsche Religion gewidmet sind. Mit anderen Worten, Lehre ist wichtig und muss zentral sein in unserer Theologie der Mission. Leider ist Lehre überraschenderweise in der meisten Insiderliteratur abwesend , und höchst selten gehen ihre Befürworter die zusammengehörigen Themen von Götzendienst und falscher Religion an. Stattdessen nehmen Insider an, dass Religionen relativ harmlose kulturelle Schöpfungen sind, dass sie von Menschen gemacht und deshalb entsorgbar sind. Sogar christliche Glaubensartikel, wie die Kirche und die Sakramente, können als kulturelle Schöpfungen erklärt werden, die einfach durch andere Dinge der muslimischen Kulturen ersetzt werden können.

Was jeder Christ wissen sollte

Die Insider Bewegungen sind weder neu noch spontanes Handeln des Heiligen Geists, das der Mission grosse Förderung bringt. Leider wurde die Philosophie in amerikanischen missionarischen Labors erfunden und dann in muslimische Kulturen importiert.

Insgesamt ist sie den Staatsangehörige in verschiedenen Ländern nicht willkommen. Christen mit muslimischem Hintergrund denken in dieser Hinsicht klar, viel mehr als einige zeitgenössische Missionstheoretiker: Christus annehmen bedeutet eine neue Schöpfung, und das bedeutet Teil einer neuen Familie mit einer neuen Identität werden. Ja, neue Christen sollten weiterhin mit ihren Familien und Nachbarn zu leben, aber diese Beziehungen definieren nicht mehr wer wir auf der grundlegenden Ebene sind. Die Leute, die aus dem Islam auftauchen, wissen das mit absoluter Gewissheit. Und dennoch gelingt es gut finanzierten amerikanischen Missionare weiterhin mit fehlerhafter Theologie anzukommen, und in einigen Fällen tatsächlich Bekehrte zur Rückkehr zum Islam zu überreden, angeblich „um Jesu willen“.

Was könnte seltsamer sein als das?

Die Leute die ich kenne, sogar die meisten Insider verstehen, dass es falsch ist, Dinge zu machen wie die Worte „Sohn; Sohn Gottes“ und „Vater“ im Neuen Testament abzuändern, aber es macht es angeblich für Muslime leichter Jesus zu akzeptieren.

Das Problem ist nicht nur, dass einige evangelikale Missionare verloren gingen und das Evangelium gefährdet ist, sondern dass unsere Kirchen im In- und Ausland taub sind gegenüber den Stimmen, die Korrektur anbieten könnten. Um damit zu beginnen, wir könnten die vielen Christen mit muslimischem Hintergrund überall auf der Erde anhören, die mit aller Kraft die Ausbreitung der Insiderphilosophie ablehnen.

Gegeben durch die Verantwortung des Bundes die wir alle tragen für globale Mission, Insider vertreten eine direkte und tief greifende Bedrohung für die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche von Jesus Christus. Ferner demonstrieren sie die Einschränkungen eines Evangelikalismus, der aus seiner Verankerung losgerissen ist und sind in kulturelle Relevanz vernarrt. Religiöser Inklusivismus und Mission sind wie Öl und Wasser. Dennoch bietet es auch eine Gelegenheit. Wir können von Christen mit muslimischem Hintergrund viel lernen, die Leuchttürme des Evangeliums in Nationen rund um die Welt zu besetzen. Sie können uns helfen, uns davon abzuhalten auf Grund zu laufen.

* veröffentlicht in: „The Cross and the Crescent“ July/August 2012 Vol. 21 No. 4 Page number(s): 36-39  (Übersetzt ins Deutsche von Peter Widmer)

Copyright © 2012 White Horse Inn.

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7 Antworten zu Die postmoderne Insider-Bewegung (Teil 9)

  1. Pingback: Die postmoderne – emergent-kontextuale – Gemeindebewegung (Teil 8) | jesaja 66:2

  2. preacher1124 schreibt:

    Great post! Really good series of posts. Bottom line, the supposed converts, deny and reject the command to, “ Come out from among them.“ This movement is doing great harm to Kingdom causes.
    2Corinthians 6:14-:18 Be ye not unequally yoked together with unbelievers: for what fellowship hath righteousness with unrighteousness? and what communion hath light with darkness? And what concord hath Christ with Belial? or what part hath he that believeth with an infidel? And what agreement hath the temple of God with idols? for ye are the temple of the living God; as God hath said, I will dwell in them, and walk in them; and I will be their God, and they shall be my people.
    Wherefore come out from among them, and be ye separate, saith the Lord, and touch not the unclean thing; and I will receive you, And will be a Father unto you, and ye shall be my sons and daughters, saith the Lord Almighty.

    Continue in His Good Works my friends.

    GOD BLESS YOU THIS FINE DAY
    Dale G.

  3. frank schreibt:

    Inhalt wichtig für jeden, der Mission im Sinne der Bibel ernst nehmen will. Aber: Die Übersetzung muss noch mal überarbeitet werden. So kann man das fast nicht lesen – manchen Sinn nur erahnen.

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