Die postmoderne – emergent-kontextuale – Gemeindebewegung – Eine Bewegung, die alles bewegt! (Teil 2)

II. Berechtigte Anliegen der aufkommenden Gemeindebewegung

Georg Walter*  (Fortsetzung von Teil 1)

Zunächst sind die durchaus berechtigten Anliegen der emergenten Gemeindebewegung erwähnenswert. Hierzu zählen:

1. Wie erreicht die postmoderne Gemeinde den postmodernen Menschen

Die emergente Gemeindebewegung will Menschen – vor allem die junge, kirchenferne Generation – für das Evangelium erreichen. Sie ist der Überzeugung, dass die traditionellen Formen wie Großevangelisationen oder der (be)sucherfreundliche, pragmatische Ansatz, wie er bspw. von Willow Creek vertreten wird, dem postmodernen Menschen nicht mehr gerecht wird.

2. Wie lebt der postmoderne Christ ein wahrhaftiges Christsein

Die emergente Gemeindebewegung will „authentisch“ sein – ein oft wiederkehrendes Schlagwort dieser Bewegung. Dieses Anliegen ist durchaus berechtigt und unbedingt biblisch – das „Evangelium in Wort und Tat“ ausleben.

3. Wie wirkt sich die Postmoderne auf den Menschen aus

Die emergente Gemeindebewegung will die postmoderne Gesellschaft verstehen und Rückschlüsse auf ihr Gemeinde- und Missionsverständnis ziehen. Sie will für andere Menschen „relevant“ – also „bedeutungsvoll“ – sein. Im Zuge dieses Anliegens öffnet sich die Emerging Church der postmodernen Kultur und übernimmt sie mehr oder minder stark.

Diese durchaus berechtigten Anliegen weisen gleichwohl darauf hin, dass die emergente Gemeindebewegung in mancher Hinsicht eine Protestbewegung ist. Ihre Vertreter, die nicht selten aus konservativ-evangelikalen Kreisen kommen, wollen „authentischer“, „relevanter“ und „missionarisch effektiver“ sein als ihre Glaubensgenossen aus traditionellen Gemeinden und Kirchen. Ob die Antworten, welche die emergente Gemeindebewegung auf die drängenden Aufgaben der Gemeinde von heute gibt, dienlich und vor allen Dingen schriftgemäß sind, soll im Folgenden beleuchtet werden.

Wie oben bereits erwähnt, weist die emergente Gemeindebewegung eine weite Vielschichtigkeit auf. Um die Hauptmerkmale der emergenten Gemeindebewegung besser zu verstehen, soll diese vor allem in ihrer radikalen Ausprägung charakterisiert werden. Da diese Beschreibung folglich nicht auf alle Teile der Bewegung immer im ganzen Umfang zutreffen wird, macht sie dennoch die Grundproblematik der Bewegung deutlich und weist auf die Gefahren hin, die eine auch nur moderate Befürwortung des emergenten Gedankenguts mit sich bringen kann – „ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig“ (Gal 5,9). Hierzu sollen Vertreter der Bewegung selbst zu Wort kommen. Im Lichte biblischer Grundsätze soll dieses Selbstzeugnis emergenter Vertreter bewertet werden.

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Anmerkungen

* Reposted von: DISTOMOS —  Der englische Begriff Emerging Church wurde dabei weitgehend durch den deutschen Begriff emergente Gemeindebewegung ersetzt, da dies im deutschsprachigen Sprachraum die Bedeutung verständlicher wiedergibt.

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