Das Wort Gottes (nicht nur) im 21. Jahrhundert (7)

Wesen und Nutzen des Wortes Gottes in Psalm 19 (5.)

Helmut Mehringer

„Die Furcht des HERRN ist rein und besteht ewig.“ (19:10a)

A)  DAS WORT GOTTES  —  DIE ‚FURCHT GOTTES‘

Ein weiterer Aspekt des Wortes Gottes wird beleuchtet, wenn es hier mit der Furcht des Herrn gleichgesetzt wird. Dieser Ausdruck ist natürlich nicht ein „Ausrutscher“ des Schreibers. Auch ist diese Aussage nicht längst überholt, auch wenn heute viele „Christen“ ihre mangelnde Gotteskenntnis damit unter Beweis stellen, dass sie immer und überall einen „Gott der Liebe“ verkünden und anbiedern, bei dem es keine solche Furcht und meist auch keinen gerechten Zorn und kein letztes, ewiges Gericht mehr gebe.

1.) Der erlöste Gläubige begegnet Gott in aufrichtiger Furcht

Der wahre Gläubige begegnet dem Herrn u.a. in aufrichtiger Furcht. Das ist ein Kennzeichen echten Glaubens – das Fehlen echter Gottesfurcht kennzeichnet in der Bibel immer Ungläubige (1Mo. 20:11; Ps 36:1; Röm. 3:18). In diesem Abschnitt von Psalm 19 lernen wir, dass unsere Haltung gegenüber Gottes Wort ein und dieselbe zu sein hat, wie unsere Haltung gegenüber Gott selbst – dem Autor des Wortes: ehr-fürchtig.

2.) Die aufrichtige „Gottesfurcht“ der Erlösten ist untrennbar verbunden mit aufrichtiger „Gotteswortfurcht“

Unsere Haltung gegenüber Gott wird hier also gleichgesetzt mit unserer Haltung gegenüber Seinem ein für allemal geoffenbarten Wort. Da kann es keine Unterschiede geben. Wer Gott wirklich fürchtet, der fürchtet auch Sein Wort, das Er „durch heilige Männer Gottes“ geredet und zur Niederschrift geracht hat (2Pet. 1:21), als völlig gewisse und ausreichende (2Tim 3:15-17) Grundlage des „ein für alle mal den Heiligen überlieferten Glauben[s]“ (Jud. 3).

Psalm 19:10 a macht es uns klar: Ein Mangel an „Furcht“ gegenüber dem Wort Gottes wird gleichgesetzt mit einem Mangel an „Furcht“ vor Gott selbst, der uns dieses Wort gegeben hat! „Wir glauben nicht an die Bibel, wir glauben an Jesus!“ – populärfromme Aussagen wie diese zeugen leider nur allzu deutlich davon, wie wenig diejenigen, die so etwas propagieren, Gott wirklich fürchten.

3.) Der erlöste Gläubige begegnet Gott in aufrichtiger Furcht
Gottesfurcht – gegenüber Gott selbst und seinem offenbarten Wort – war und ist immer eines der Kennzeichen erlöster Gläubiger.

Der Herr hatte schon im AT gegenüber Seinem auserwählten Volk angekündigt: „…und ICH werde meine Furcht in ihr Herz legen, damit sie nicht von mir abweichen.“ (Jer 32:40).

Das gleiche Kennzeichen echten, Gott gewirkten Glaubens sehen wir dann auch bei den nichtjüdischen Erlösten des ersten Jahrhunderts: „So hatte denn die Gemeinden durch ganz Judäa und Galiläa und Samaria hin Frieden und wurde erbaut und wandelte in der Furcht des Herrn und mehrte sich durch die Ermunterung des Heiligen Geistes.“ (Apg 9:31).*

Und auch der Herr Jesus selbst war von alters her als der angekündigt, auf dem nicht nur der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnissein wird, sondern auch „der Geist der Furcht Gottes“ (Jes 11:2).

Durch den Schreiber des Hebräerbriefes ruft der Herr Seine Heiligen daher dazu auf: „Deshalb …lasst uns Gnade haben, durch die wir Gott wohlgefällig dienen mögen mit Frömmigkeit und Furcht. Denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“ (Heb. 12:28-29; 5Mo 4:24; vgl. Phil. 2:12).

4.) Furcht und Liebe gegenüber Gott gehören immer zusammen und zeugen von wahrer Gotteserkenntnis

Sowohl das Gebot, Gott mit Haut und Haar zu lieben (5Mo. 6:5, 10:12, 30:6; Mt. 22:37; Lk. 10:27), als auch das Gebot, Ihn zu fürchten (3Mo. 19:32, 25:43; Heb. 12:28-29; 1Pet. 2:19) durchziehen das ganze Wort Gottes. Die Beachtung beider Gebote sehen wir als Kennzeichen der Glaubenshelden des AT und NT und deren Gotteserkenntnis (vgl. Spr 2:1-5).

So lesen wir in Psalm 2:11 die Aufforderung: „Dient dem HERRN mit Furcht, und frohlockt mit Zittern!“ Entsprechend lässt John Bunyan in seinem Buch „Der Heilige Krieg“ (es gaht darum um den „Krieg“ um die Stadt „Menschenseele“) einen Kundschafter berichten: Der Bote kommt gerade von einem Auftrag von „Prinz Imanuel“ zurück und berichtet über sein Treffen mit „Immanuel“:

Der Prinz, zu dem ihr mich sandtet, ist von solcher Schönheit und Herrlichkeit, dass jeder, der ihn sieht, ihn gleichermassen lieben und fürchten muss. Ich für meinen Teil kann nichts anderes tun!“

(„The Prince to whom you sent me is such a one for beauty and glory, that whoever sees him must both love and fear him. I, for my part, can do no less. “).

B)   IHRE KENNZEICHEN — REIN

Reinheit“ ist das Kennzeichen des Wores Gottes als „Furcht des HERRN. Es ist ebenso rein und echt wie Gott als Autor selbst. Es besteht aus „reinen Worten“ (Ps 12:7).Für die erlösten Heiligen, die dem Wort Gottes in gleicher Ehr-Furcht begegnen wie Gott selbst ist das Wort daher ein Wegweiser und Helfer auf dem Weg dem Lamme nach, auf dem Weg des Willens Gottes.

„Die Furcht des HERRN ist: das Böse hassen…“ (Spr 8:13). Das Wort Gottes leitet uns dazu an.

Durch die Furcht des HERRN weicht man vom Bösen.“ (Spr 16:6).

Sei nicht weise in deinen Augen, fürchte den HERRN und weiche vom Bösen“ (Spr 3:7).

Das „reine“ Wort Gottes leitet an zur Reinheit, zur praktischen Heiligkeit. So wie echte Ehr-Furcht gegenüber Gott und Seinem Wort Kennzeichen jedes wahren Kindes Gottes ist (siehe oben), so ist in der Folge auch diese praktische Heiligkeit ein weiteres Kennzeichen echten neuen Lebens.

Jagt …nach …der Heiligkeit, ohne die niemand den Herrn schauen wird (Heb12:14, vgl. Eph 5:5; 1Kor. 6:10; Gal 5:19-21!). „Da wir nun“ als wiedergeborene, gottesfürchtige Gläubigediese Verheißungen haben, Geliebte, so lasst uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des]Geistes, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes.“ (2Kor 7:1).

Das „reine“, Wort Gottes als Offenbarung und Anweisung des lebendigen, geliebten und gefürchteten Herrn und Heiland-Gottes ist es, das uns dabei den Weg zeigt und Hilfe gibt (Ps 119:9.11.101).

C)  NUTZEN UND WIRKUNG – BESTEHT EWIG!

Die geoffenbarten Worte des von Seinen Erlösten geliebten und gefürchteten Gottes „bestehen ewig“, d.h. sie sind sicher, verlässlich, für immer gleich gültig.

1.) Zuflucht, Vertrauen und Gewissheit – in alle Ewigkeit

Daher gilt: „In der Furcht des HERRN ist ein starkes Vertrauen, und seine Kinder haben eine Zuflucht.“ (Spr 14:26). Wir dürfen wissen, dass die Verheißungen des Wortes verlässlich und gewiss sind – jeder, der Gott wahrhaft fürchtet – also ein erlöstes Kind Gottes ist, darf darauf bauen. Gleich in welcher Situation er sich gerade befinden mag, darf er vertrauensvoll und gläubig beten: „Erfülle an deinem Knechte deine Verheißung, die denen gilt, die dich fürchten.“ (Ps. 119:38).
2.) Quelle und Grundlage aller Weisheit
In dieser – und nur in dieser – aufrichtigen, liebenden Furcht vor Gott und Seinem Wort liegt auch der Weg zu echter Weisheit und Gotteserkenntnis. Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis“ (Spr 1:7; vgl. Hi 28:28; Ps 111:10; Spr 9:10; 15:33; Pred 12:13)

Als Schlussfolgerung dürfen wir uns daher vornehmen:

1.) Wähle die Furcht des Herrn in deinem Leben!

Und bedenke, dass sie untrennbar verbunden ist mit dem ehrfürchtigen Gehorsam gegenüber Seinem geoffenbarten Wort! (vgl. Spr. 1:29)

2.) Bete um wahre Gottesfurcht!

Denn du bist groß und tust Wunder, du bist Gott, du allein. Lehre mich, HERR, deinen Weg: Ich werde wandeln in deiner Wahrheit; einige mein Herz zur Furcht deines Namens.“ (Ps 86:10-11; vgl. Jer 32:40).

3.) Lebe in echter Gottesfurcht gegenüber dem Herrn und Seinem Wort!

(vgl. 2Kor 7:1; Spr. 3:7; 8:13; 16:6).

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(Apg 9:31) Hier lernen wir nebenbei auch ein „Gemeindewachstumsprinzip“, das heute nur noch selten bedacht wird.)

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