Das Wort Gottes (nicht nur) im 21. Jahrhundert (6)

Wesen und Nutzen des Wortes Gottes in Psalm 19 (4.)

Helmut Mehringer

„Das Gebot des HERRN ist lauter und erleuchtet die Augen.“ (19:9b)

a) Das Gebot

Das „Gebot des HERRN“, als das das Wort Gottes hier vorgestellt wird, klingt ähnlich wie das „Gesetz“ und vielleicht auch wie die „Vorschriften“ des Herrn. Wir wollen hier aber einen anderen Aspekt betrachten, der sowohl mit allen drei Begriffen verbunden ist.

Wenn Gott spricht und damit etwas gebietet, dann sind das keine Vorschläge oder Angebote auf dem Markt der Möglichkeiten, über die der Mensch nachdenken und sich dann so oder so entscheiden kann. So mancher Prediger oder Evangelist mag das Wort Gottes und selbst die Evangeliumsbotschaft fälschlicherweise so darstellen, unser Herr hatte das niemals getan.

Wenn der allmächtige, ewige Schöpfer-Gott durch sein Wort spricht, dann ist damit untrennbar der Anspruch Gottes auf absoluten Gehorsam verbunden. Das meint das Wort „Gebot“ hier. Da ist nichts verhandelbar, da gibt es keinen Raum für „Dialog“, um einen Kompromiss auszuhandeln, da kann es nur noch eine „Debatte“ geben, um die Wahrheit herauszufinden.

Das ist nicht populär. Ja, so eine Überzeugung wird heute oft schon als gefährlich verworfen. Schon A. W. Tozer (1897 – 1963) hat diesen mit Gottes Wort verbundenen Anspruch bekräftigt (Im Zusammenhang HIER):

„Wir, die wir das Evangelium predigen oder weitersagen, müssen uns davor hüten, uns als Öffentlichkeitsarbeiter oder Werbefachmann zu halten, gesandt um Wohlwollen und Akzeptanz zwischen Christus und der Welt su stiften.

Wir dürfen uns nicht einbilden, dass wir dazu gesandt sind, um Chrisus und Sein Evangelium annehmbarer zu machen, weder gegenüber der Geschäftswelt, den Medien, der Welt des Sports oder gegenüber Bildung und Wissenschaft.

Wir sind nicht Diplomaten, sondern Propheten – und unsere Botschaft bietet keinen Kompromiss an, sondern stellt ein Ultimatum dar!“

Wenn wir Gott als den allmächtigen, allweisen, liebenden Vater kennen, ist es dann nicht das weiseste für uns, Ihm und Seinem Wort – Seinen „Geboten“ – zu gehorchen? Auch wenn wir manches nicht verstehen? Wenn wir ihn so kennen, dann wissen wir, dass Er nur das Beste für uns will – und dann ist Gehorsam gegenüber Seinem „Gebot“ der beste Weg zum Besten für uns.

Wenn jemand das anders sieht und an überholte „Gesetzlichkeit“, „Zwang“ oder Einschränkung“ denkt, dann macht er damit nur offenbar, dass er Gott noch nicht wirklich kennt!

Die Leute, die ihren Gott kennen, werden sich stark erweisen (fest stehen) und handeln.“ (Dan 11:32b). Die Leute allerdings, die Gott nicht wirklich kennen und Sein „Gebot“ (Wort) nicht als das schätzen, was es wirklich ist, über die heißt es immer wieder: „Weil sie aber widerspenstig gewesen waren gegen die Worte Gottes und verachtet hatten den Rat des Höchsten…“ (Ps 107:11-12).

b) Seine Kennzeichen — Es ist Lauter

Der Begriff „lauter“ hier heißt auch „rein“ (Ps 24:4, 73:1; Hhl 6:10) oder „auserkoren“, „auserwählt“ (Hhl 6:9.10).

Das Wort Gottes als „das Gebot des Herrn“ ist also keine willkürliche, rätselhafte oder geheimnisvolle Zwangsregelung eines Despoten. Es ist vielmehr (1.) klar und leicht zu verstehen und (2.) das auserkorene, auserwählte Beste für uns.

Zum ersten ist es in seiner Absicht klar und leicht zu verstehen, weil der liebende und allmächtige Gott uns sagt, dass es zu unserem Besten dient. Da brauchen wir nicht über Beweg- und Hintergründe seines „Gebotes“ (Wortes) spekulieren oder ständig bemüht sein, wie weit im Graubereich der Anordnungen des Wortes Gottes wir uns bewegen können, um noch nicht offensichtlich der Sünde beschuldigt werden zu können. Denn das Wort, das „Gebot“ Gottes ist „klar“ und eindeutig der Weg zu unserem Besten.

Und damit ist es zum weiteren auch „auserlesen“, d.h. das Beste, das wir zur Erreichung unseres Besten, unseres höchsten Glücks haben können. Die postmoderne Gesellschaft mag sagen, dass jede Religion, jeder Gott und jede Philosophie gleich war sind und zum selben Glück führen. Wenn das so wäre, dann wäre unser Gott ein Lügner. Er hat Sein Bestes – Seinen Sohn – als den einzigen Weg zu Ihm gegeben (Joh 14:6). Und Er hat uns Sein Wort als den einzigen, lauteren, auserwählten Wegweiser dorthin ein für allemal den Menschen gegeben. Dem „Gebot“ (Wort) des einen Schöpfer- und Heiland-Gottes vertrauensvoll zu gehorchen ist somit nicht nur der einzige, sondern auch der klare und auserwählte Weg zum wirklichen Glück.

c) Nutzen und Wirkung  –  Sie erfreuen das Herz

Wenn wir die Absicht des Wortes Gottes, Seines „Gebotes“, kennen, weil wir Ihn kennen, dann ist jede philosophische und religiöse Suche vorbei. Ebenso ist jedes Rebellieren gegen vermeintliche, ach so gesetzliche oder fundamentalistische Einschränkungen der überholten Bibel vorbei. Dann wird es für uns gleich klar, dass es wirklich das Beste für uns ist, möglichst eng am Wort zu bleiben und sich Gottes weisen, liebevollen Anweisungen zu unterwerfen, egal was andere Menschen von uns halten mögen. Dann hat Gott wirklich unsere Augen erleuchtet, dann – und erst dann – können wir die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind.

Schon Paulus betete beständig für die Gläubigen in Ephesus, „dass ihr, erleuchtet an den Augen eures Herzens, wisst, welches die Hoffnung seiner Berufung ist, welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und welches die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke…“

Gott und Sein Wesen und Handeln wirklich kennen ist die Grundlage (Dan 11:32b). Und dann auf der Basis dieses Kennens Gottes Ihm und Seinem „Gebot“ vertrauensvoll gehorchen, das ist dann der Weg echter Erkenntnis und echter Weisheit.

Weiser als meine Feinde macht mich dein Gebot“ (Ps 119:98). „Denn das Gebot ist eine Leuchte, und die Belehrung ein Licht; und die Zurechtweisungen der Zucht sind der Weg des Lebens.“ (Spr 6:23).

Das Wort als „Gebot des Herrn“ ist rein und auserwählt. Es gibt echte Weisheit und echtes geistliches Sehvermögen. Was ist es für dich? Und wie gut kennst du den Autoren dieses „Gebotes“ wirklich?

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