Die Auferstehung Jesu (6) – Muster für die Heiligen

F.B. Hole

 Römer 8:11;  Philipper 3:21;  1.Johannes 3:2

Wenn wir bedenken, dass die Auferstehung des Herrn Jesus, wie wir gesehen haben, der große Präzendenzfall war, in dem alles, was uns betrifft, geklärt wurde, dann wird uns sofort klar, dass, wenn Er unser Muster oder Repräsentant ist, sein Platz und seine Stellung vor Gott auch unser Platz und unsere Stellung sind, sowohl was unsere Auferstehung angeht, als auch was unsere Seelen jetzt in der gegenwärtigen Zeit des Glaubens betrifft.

Genau das finden wir ausdrücklich in der Schrift. „Mitauferweckt“ (Kol 2,12) beschreibt mit einem Wort den neuen Platz oder Status des Gläubigen auf der Erde, während er entweder auf die Verwandlung oder auf die Auferweckung am Tag der Auferweckung wartet. Und Römer 8,11 belehrt uns klar, dass seine Auferstehung das Muster für uns ist: „Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes.“

Wir wollen versuchen, eine Vorstellung von dieser Seite unseres umfangreichen Themas zu bekommen.

In mehrfacher Hinsicht kann seine Auferstehung als Muster der unsrigen gesehen werden.

Die gleiche Kraft. Es ist der Heilige Geist, der in den Gläubigen wohnt (vgl. Rö 8,11).

Die gleiche Weise. Er stand als die Erstlingsfrucht aus den Toten auf. Auch wir werden auferstehen, nicht als die Erstlingsfrucht, aber auch aus den Toten wie Er. Die erste Auferstehung, die der Gläubigen, wird die Menge jener, die in ihren Sünden starben, unberührt lassen. Sie werden in dem Griff des Todes bleiben, während die Gläubigen hervorkommen (vgl. Off 20,5).

Die gleiche Art. Es gab zum Beispiel einen auffallenden Unterschied zwischen der Auferweckung des Lazarus und der Auferweckung des Herrn Jesus. Lazarus wurde auferweckt, um dann noch ein wenig unter den normalen Bedingungen des Lebens in dieser Welt zu leben. Er bewegte sich danach unter den Menschen genau so wie vorher (Joh 12,2). Dementsprechend ordnete der Herr Jesus an, dass der Stein weggewälzt werden sollte, bevor Er das Leben gebende Wort sprach (Joh 11,39-41), denn Lazarus kam mit einem natürlichen Körper hervor und war irdischen Beschränkungen unterworfen. Er war passend für die Erde, aber nicht für den Himmel.

Die Auferstehung des Herrn Jesus brachte Ihn als Mensch in einen neuen Bereich und eine neue Ordnung des Lebens. Ein Engel kam vom Himmel und rollte den Stein von der Gruft weg, aber es geschah nur, damit bei seinen Jüngern keine Zweifel in Bezug auf seine Auferstehung aufkämen, sondern dass sie sähen und glaubten (Joh 20,8). Die ersten Worte des Engels waren: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“

Aber es war nicht nötig, um es Jesus zu ermöglichen, hervorzukommen; das zeigte sich sehr deutlich am Abend desselben Tages (vgl. Joh 20,19). Er war bekleidet mit einem geistigen Leib hervorgekommen, der passend war für die himmlische Auferstehungswelt, in die Er nun eingetreten war, und der große Stein frühmorgens stellte kein größeres Hindernis für Ihn dar als die verschlossene Tür am Abend jenes Tages.

Die Auferstehung der Gläubigen wird dem Charakter nach der ihres Herrn entsprechen. Lazarus ist offensichtlich wieder gestorben, sonst wäre er heute noch auf der Erde. Doch „wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn“ (Rö 6,9). Und von den Gläubigen wird gesagt: „Die aber würdig geachtet werden, jener Welt teilhaftig zu sein und der Auferstehung aus den Toten, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet; denn sie können auch nicht mehr sterben“ (Lk 20,35-36).

Auferstehung beinhaltet also – und es ist sehr wichtig, das völlig zu erfassen – unseren Eintritt in eine völlig neue Lebensordnung, unter neuen Bedingungen und mit verwandelten Körpern. Wir haben alle das Bild des Irdischen – Adam – getragen; wir werden das Bild des Himmlischen – Christus – tragen. Und weil weder Fleisch und Blut das Reich Gottes erben können, noch Verweslichkeit Unverweslichkeit erben kann, werden die Toten an dem herrlichen Tag des Triumphes Gottes über den letzten Feind unverweslich auferweckt werden, und wir, die Lebenden, werden verwandelt werden (vgl. 1. Kor 15,48-54).

Die Verwandlung, die, wenn der Herr kommt, bei den lebenden Gläubigen nötig sein wird, wird ihr Gegenstück in der Auferweckung der Toten finden. Beide Klassen werden das gleiche herrliche Ziel erreichen – einen Leib der Herrlichkeit, gleichförmig mit Christi Leib (Phil 3,21) – wenn auch auf einem etwas anderen Weg.

Es ist allerdings unmöglich, die Auferstehung Christi von Seiner Himmelfahrt und Verherrlichung im Himmel zu trennen.

In Ihm, dem Auferstandenen und Verherrlichten, finden wir den vollen Ausdruck der Gedanken Gottes in Bezug auf die Gläubigen dieser Heilsperiode. Natürlich müssen wir eine Einschränkung machen, nämlich dass Er, hier wie überall, den Vorrang hat. Er ist verherrlicht zur Rechten Gottes. Wir werden die Fülle von Freuden kennen, die in der Gegenwart Gottes ist, aber zu seiner Rechten wird es „Lieblichkeiten immerdar“ geben, die das besondere Teil des Heilands sein werden (vgl. Psalm 16,11; Heb 1,9). Wir geben Ihm gerne diesen besonderen Platz mit ewiger Huldigung für seinen herrlichen Namen!

Das wollen wir nicht außer Acht lassen, und doch dürfen wir, wenn wir im Glauben den auferstandenen und verherrlichten Jesus erblicken, aufrichtig sagen: „Sein Platz ist das Muster für unseren Platz.“ „Wie er ist, sind auch wir in dieser Welt“ (1. Joh 4,17), hinsichtlich der Liebe, in die wir gebracht sind, und unserer Stellung vor Gott und in Bezug auf das Gericht; und wie Er ist, werden wir einmal sein in Bezug auf unsere Leiber am Tag der Auferstehung. „Es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass, wenn es offenbar werden wird, wir ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist“ (1. Joh 3,2).

Diese ganze zukünftige Herrlichkeit wird jeder, der Christus aufrichtig liebt, ganz sicher genießen, und doch sollten wir nicht übersehen, welche Bedeutung seine Auferstehung für unseren gegenwärtigen Stand hat. Doch das erfordert ein eigenes Kapitel.

[Übersetzt von Marco Leßmann – Veröffentlicht auf www.bibelstudium.de]

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