Das Wort Gottes (nicht nur) im 21. Jahrhundert (4)

Wesen und Nutzen des Wortes Gottes in Psalm 19 (2.)

Helmut Mehringer

2.)  „Das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig und macht weise den Einfältigen“ (19:8b)

a) Das Zeugnis des HERRN

Das Wort Gottes wird hier als Zeugnis Gottes bezeichnet. Das erinnert uns daran, dass Gottes Wort nicht nur autoritative Weisungen Gottes mitteilt (v.8a), sondern dass Gott sich darin auch selbst offenbart, „bezeugt“. Über Sein Wesen, Seinen Charakter und über Ihn selbst können wir – von Seiner Selbstoffenbarung in Seiner Schöpfung abgesehen (vv. 1-7) – nichts zuverlässiges wissen, außer das, was Er uns in Seinem Wort über sich selbst mitteilt, sich darin bezeugt.

Das anschaulichste Zeugnis über Gott ist natürlich der Mensch gewordene Gottessohn selbst, Jesus Christus. Er, das fleischgewordene Wort Gottes (Joh 1:1-14), in dem „die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ wohnt (Kol 2:9), „ist die Ausstrahlung Seiner Herrlichkeit und der Abdruck Seines Wesens“ (Heb 1:3).

Aber auch für Gott, den Sohn gilt: außer den Zeugnissen des Wortes Gottes wissen wir nichts zuverlässiges über Ihn.

b) Zuverlässig – wahr und vertrauenswürdig in zweifacher Hinsicht

Wie gut zu wissen ist es doch, dass die Zeugnisse des Wortes Gottes – das Wort Gottes – nicht schwammig, unklar, undurchsichtig oder wage sind, wie es heute viele zu ihrem eigenen Schaden und zur Verunehrung Gottes behaupten. Es ist „zuverlässig“, ja sogar „sehr zuverlässig“ (Ps 93:5). Was wäre das für ein Gott, der uns Sein Wort gibt, uns aber darüber im Unklaren lässt, was es bedeutet? Ist das nicht das Kennzeichen der Götter vieler anderer Religionen?

a) Zum einen sind die Grundlagen und der Ursprung der Schriften der Bibel zuverlässig. „Keine Weissagung der Schrift [ist] von eigener Auslegung… Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Menschen Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist.“ (2Pet 1:20-21). Ja, „alle Schrift“ des Wortes Gottes „ist von Gott eingegeben“ (2Tim 3:16) und daher zuverlässig.

b) Zum anderen hat Gott uns Sein Wort – Sein Zeugnis – zu unserem Nutzen gegeben. Und dazu muss es in seinen wesentlichen Aussagen auch zuverlässig verstanden werden können. Wenn das gesamte Wort Gottes „nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit [ist], damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig ausgerüstet.“ (2Tim 3:16b-17), dann muss es in seinen wesentlichen Aussagen auch klar verstanden werden können.

Was für ein Gott wäre das, wenn es anders wäre? Freilich, „der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird.“ (1Kor 2:14).Seine zu ewigem Leben „wiedergezeugten“ Erlösten aber hat Gott Seinen Heiligen Geist und „Christi Sinn“ gegeben. Seine Heiligen, die „Seinen Willen tun“ wollen (Joh 7:17) werden daher durch den Beistand Gottes erkennen, was Gott durch Sein Wort schreibt, anweist und offenbart. „Der geistliche aber beurteilt alles, er selbst aber wird von niemand beurteilt; denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, der ihn unterweise? Wir aber haben Christi Sinn.“ (1Kor 2:15-16).

Der Knackpunkt ist wohl leider, dass Menschen entweder noch nicht errettet sind und Christi Geist daher noch nicht haben. Wenn das Wort Gottes „verdeckt ist, so ist es in denen verdeckt, die verloren gehen“ (2Kor 4:3). Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.“ (1Kor 1:18).

Oder aber, ein errettetes Kind Gottes geht ohne das Herzensanliegen an das Wort Gottes heran, wirklich auch alles tun zu wollen, was sein Herr ihm offenbaren möchte. Für solche mag es ein bequemes pseudofrommes Argument zu sagen, in wahrer Demut könne man nichts zuverlässiges aus dem Wort Gottes erkennen.

Ich mache mir Sorgen um Leute, die es „demütig“ ablehnen, „an das Wort Gottes zu glauben“, da sie ausschließlich „an Jesus glauben“. Die Frage bleibt offen, aus welcher zuverlässigen Quelle sie dann Wahrheiten über diesen Jesus und Sein Wesen, Seinen Auftrag und Sein Werk schöpfen.

Wenn sie das nicht einzig und allein aus dem zuverlässigen Zeugnis des Wortes Gottes tun wollen, dann bleibt wohl nur, sich unter einer heuchlerisch-demütigen Fasade selbst ihren persönlichen Jesus und Gott zusammenbasteln.Jeder tat, was recht war in seinen Augen“ (Ri 21:15), das war bereits oft das Urteil Gottes über das Verhalten Seines Volkes. „Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, den Born lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen zu graben, geborstene Zisternen, die kein Wasser halten.“ (Jer 2:13

Beten wir täglich darum, dass der Herr uns vor einer solchen Verirrung bewahren und stattdessen so nah wie möglich bei Sich und der in Seinem Wort geoffenbarten Wahrheit halten möge. Beten wir doch darum, dass wir uns täglich bewusst „unter die mächtige Hand Gottes“ „demütigen“, „damit Er uns erhöhe zur rechten Zeit.“ (1Pet 5:6). Und wie geht das besser, als sich unter Sein zuverlässiges, vollständiges „Zeugnis“ zu demütigen: „Ich bin dein Knecht; unterweise mich, dass ich deine Zeugnisse verstehe!“ (Ps 119:125). Gib mir Einsicht nach deinem Wort!“ (Ps 119:169)

c) Nutzen und Wirkung – Macht den Einfältigen weise

Der „Einfältige“ ist der Gläubige, dessen Blick einzig auf seinen Herrn und dessen Willen gerichtet ist. Wenn wir uns „einfältig“ – „einzig“ – an Seine Zeugnisse, Sein Wort halten, um Verständnis und Einsicht von Gott zu erhalten, dann werden wir nicht enttäuscht werden. Das verspricht uns Gott in seinem zuverlässigen Zeugnis.

Das gilt schon für den noch Unerretteten, denn gerade für sie ist einzig das Wort Gottes „imstande, dich weise zu machen zur Errettung durch Glauben in jesus Christus“ (2Tim 3:15). Und danach gilt es für jeden Erlösten, der Seinem Herrn gehorsam folgen will und dafür durch das Wort Gottes völlig zurechtgebracht, ermutigt und ausgerüstet wird (2Tim 3:16-17; 1Thes 2:13).

Deshalb schreibt auch David im 119 Psalm beispielsweise:

Lass mich verstehen den Weg deiner Vorschriften, und sinnen will ich über deine Wundertaten“ (v.27)

Gib mir Einsicht, und ich will dein Gesetz bewahren und es halten von ganzem Herzen.“ (v. 34)

Gute Einsicht und Erkenntnis lehre mich; denn ich habe deinen Geboten geglaubt. Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich; jetzt aber halte ich dein Wort.“ (vv. 66-67)

Weiser als meine Feinde macht mich dein Gebot, denn immer ist es bei mir. Verständiger bin ich als alle meine Lehrer, denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen.“ (vv. 98-99)

Aus deinen Vorschriften werde ich verständig; darum hasse ich jeden Lügenpfad“ (v. 104).

Das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig und macht den Einfältigen weise!

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