Das Wort Gottes (nicht nur) im 21. Jahrhundert (3)

Wesen und Nutzen des Wortes Gottes in Psalm 19 (1)

Helmut Mehringer

In den Psalmen stellt uns der Herr Sein Wort mit verschiedenen Begriffen vor. Wir dürfen wissen, dass „alles, was zuvor geschrieben worden ist, [ist] zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch das Ausharren und durch die Ermunterung der Schriften die Hoffnung haben.“ (Röm 15:4). Selbst die unbedeutendsten mosaischen Vorschriften für das damalig tägliche Leben „ist unseretwegen geschrieben…“ (1Kor 9:9-10) – und zwar um uns geistliche Wahrheiten für unser Leben hier und heute klar zu machen.

In Psalm 19 offenbart uns der Herr in (im Vergleich zu Psalm 119) ganz überschaubarer Weise durch sechs gebräuchliche Begriffe ein paar wichtige Wesenseigenschaften Seines Wortes vor: Das Gesetz des Herrn, die Zeugnisse des Herrn, die Vorschriften bzw. Befehle des Herrn, das Gebot des Herrn, die Furcht des Herrn und die Verordnungen bzw. Rechte des Herrn.

Da ja „alles“ im Alten Testament zu unserer Belehrung geschrieben ist, dürfen wir darauf vertrauen, dass mit diesen unterschiedlichen Bezeichnungen des Wortes Gottes auch verschiedene Wesensmerkmale beleuchtet werden sollen.

Dazu im folgenden nur ein paar Gedanken über das Wesen, den Nutzen und die Wirkung des Wortes Gottes, wie wir sie in den sechs Begriffen verdeutlicht werden.

1.) „Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele“ (19:8a)

a) Gesetz – verbindlich und autoritativ
Als „Gesetz“ stellt uns der Herr Sein Wort als etwas verbindliches, autoritatives vor. Da geht es nicht um wage Ideen oder Vorschläge, nicht um Diskussion oder Dialog. Wenn Gott spricht, dann hat Er als der Ursprung, Urheber, Schöpfer und Erhalter des Universums (Ps 19:1-6) auch das selbstverständliche und nicht zu hinterfragende Recht, dass Seine Geschöpfe auf Ihn hören.

Durch Sein Wort als Gesetz lehrt und unterrichtet der Herr die Menschen für’s Leben. „Ich will dich unterweisen und dich den Weg lehren, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich [richtend], will ich [dir] raten. Seid nicht wie ein Ross, wie ein Maultier, das keinen Verstand hat; mit Zaum und Zügel …musst du sie bändigen…“ (Ps 32:8-9).

Gottes Wort in seinem Wesen als „Gesetz“ dient zur verbindlichen „Belehrung , zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in [der] Gerechtigkeit“.Als solches ist dem Menschen das Wort Gottes zu seinem Besten gegeben worden, nämlich um seiner Bestimmung gemäß leben zu können: „damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.(2Tim 3:16-17). Gottes Gedanken, die er uns in Seinem Wort als „Gesetz“ zum Befolgen gibt, sind also immer „Gedanken des Friedens und nicht zum Unglück, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren.“ (Jer 29:11).

Gottes Wort als etwas klares, verbindliches, autoritatives („Gesetz“) anzunehmen und zu befolgen ist also immer zu unserem besten. „Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen!“ (Jak 1:22).

b) Vollkommen  –  vollständig und wahr
Als „Gesetz“ ist das Wort Gottes aber auch etwas Vollkommenes. Ähnlich wie jedes gute und weise weltliche Gesetzeswerk per Definition zum jeweiligen Zeitpunkt als vollständig und als wahr gilt, so ist das Wort Gottes als Sein „Gesetz“ absolut wahr und zuverlässig und – seit Abschluss der Offenbarung – auch für immer vollständig. Das Wort Gottes ist uns gegeben, damit der Gläubige „vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.(2Tim 3:16-17). Da fehlt nichts. Da ist nichts zu verbessern oder hinzuzufügen. Deshalb bleibt „das Wort des Herrn …in Ewigkeit“ (1Pet 1:25). Die Worte „vollkommen“ und „völlig“ sollten uns dankbar machen und uns völlig auf Gottes Wort vertrauen lassen – nicht „das Wort und …“.

Das Wort Gottes ist vollständig. „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit“ (Ps 119:160a) – also das Wort Gottes in seiner Gesamtheit, ohne etwas wegzulassen oder hinzufügen zu müssen.

(Auf die Vertrauenswürdigkeit und Wahrheit des Wortes Gottes werden wir in den folgenden Abschnitten 2 bis 6 näher eingehen können).

c) Nutzen und Wirkung – Die Seele erquickend
Erquicken“ hat die Bedeutung von beleben, völlig umwandeln, neue Lebenskraft und Energie geben. Diese Wirkung hat das Wort Gottes, wenn wir es ohne Diskussion, Dialog, Kompromiss oder Vermischung als verbindlich annehmen und befolgen.

Das beginnt mit der Neugeburt zum ewigen Leben durch das „Leben schaffende“ Wort Gottes (1Pet 1:23; 2Tim 3:15), das als „Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden“ wirkt (Röm 1:16).

Das Wort Gottes ist auch „erquickend“, indem es uns beurteilt, korrigiert, überführt und uns durch Buße und Verhaltensänderung (Spr. 28:13) in eine bereinigte, gesegnete Beziehung mit unserem Herrn und Schöpfergott zurückführen will – und das als Einziges auch kann (Heb 4:12-13; 2Tim 3:16). Belebe (erquicke) mich nach Deinem Wort“ ist daher das glaubende, vertrauensvolle und gehorsame Gebet des Gläubigen, der weiß, worin er die zuverlässige und einzige Quelle für ein objektiv und anhaltend glückliches Leben findet.

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele!

<– Folge 1 HIER                                                                               Fortsetzung HIER —>

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