Das Wort Gottes (nicht nur) im 21. Jahrhundert (2)

Gottes dreifache Selbstoffenbarung in Psalm 19

Helmut Mehringer

In Psalm 19 gibt uns der Herr einen wertvollen Einblick in drei verschiedene Arten Seiner Selbstoffenbarung und die zentrale Rolle Seines Gottes dabei.

  1. Die Schöpfung offenbart in allgemeiner Art Gottes Wesen und Herrlichkeit (vv. 2-7). „das von Gott Erkennbare“ ist unter allen Menschenoffenbar …denn Gott hat es ihnen offenbart.“   So stellt beispielsweise Arthur H. Compton (1892-1962), Nobelpreisträger für Physik (1927) und Entdecker des nach ihm benannten Compton-Effekts fest (Rede vom 12.4.1936, veröffentlicht in »Chicago Daily News«; zit. in: Werner Gitt, So steht’s geschrieben, CLV):

»Für mich beginnt der Glaube mit der Erkenntnis, dass eine höchste Intelligenz das Universum ins Dasein rief und den Menschen schuf. Es fällt mir nicht schwer, dies zu glauben, denn es ist unbestreitbar, dass wo ein Plan ist, auch Intelligenz ist – ein geordnetes, sich entfaltendes Universum legt Zeugnis ab für die Wahrheit der gewaltigsten Aussage, die je ausgesprochen wurde – ›Am Anfang schuf Gott‹«

  1. Diese allgemeine Offenbarung Gottes will aber letztlich hinweisen und hinführen zu Gottes spezieller Offenbarung, dem vom Ihm eingehauchten, niedergeschriebenem Wort der Bibel. Die Schrift ist die besondere, detaillierte, klare Offenbarung Seines Wesens, Willens und Seiner Gnade (vv. 8-12), die nicht nur für theoretisches Wissen gegeben ist, sondern für Wegweisung, Ausrichtung und Anwendung in persönlichen Leben.
  2. Die praktische Offenbarung des geschrieben Wortes im Leben der Gläubigen (vv. 13-15) ist letztlich wieder jedermann sichtbar, eine weitere „allgemeine Offenbarung“ des Wesens Gottes, die auch wieder zurückverweist auf eine zentrale Offenbarung im geschriebenen Wort.So bekennt auch der von der katholischen Kirche in Konstanz hingerichtete Jan Hus (1369-1415):

„Ich stimme demütig mit dem [christlichen] Glauben überein, d.h. ich vertraue der Heiligen Schrift und begehre alles in ihr festzuhalten, zu glauben und auszuüben, solange ich atme.“

Alle drei Arten von Gottes Offenbarung hängen zusammen und stehen daher gleichermaßen unter dem besonderen Beschuss der Welt.

  • In einer Welt, in der auch immer mehr christliche Kreise den souveränen, allmächtigen und einzigen Gott der Bibel ablehnen oder umdefinieren, in solch einer Welt wird freilich versucht die allgemeine Offenbarung Gottes durch Seine Schöpfung und Sein Schöpfungshandeln auszuradieren. Kein Schöpfergott, keine Erinnerung mehr an Ihn.
  • In solch einer Welt wird natürlich auch versucht, jede Erinnerung an den Gott der Bibel durch ein geheiligtes, auf „weltfremde“ Wertmaßstäbe basierendes Leben der Gläubigen zu beseitigen. Wenn kein „überholter“ Lebensstil auf zeitlose Werte und Prinzipien hinweisen, wenn die „Christen“ endlich auch „ganz so leben wie alle“, dann wird man schließlich auch im täglichen Leben nicht mehr an die Existenz des ewigen Schöpfergottes konfrontiert.
  • Und das Zentrum der Selbstoffenbarung Gottes, Sein geschriebenes Wort, das braucht ohnehin nur noch den letzten „fundamentalistischen“ Gläubigen ausgetrieben zu werden, dann darüber hinaus bedeutet es ja selbst vielen evangelikale Christen nicht mehr viel.

Ist dir Gottes Selbstoffenbarung wertvoll? Durch Sein Wort kannst Du sie verstehen und durch Sein Wort kannst Du Ihn erkennen. Ja, durch Sein Wort kannst Du selbst zu einem Werkzeug Seiner Selbstoffenbarung werden. So wie der Schreiber des 19. Psalms, der Gottes Herrlichkeit und Größe in Seiner Schöpfung entdeckte, diesen Schöpfer selbst dann in Seinem Wort kennenlernte, von ihm lernte und schließlich Sein Wort in seinem täglichen Leben offenbarte.

Es gibt Dinge, für die gibt es keinen Verhandlungsspielraum.

(In der nächsten Folge dieses Blogs wollen wir betrachten, warum das so ist:  Zunächst betrachten wir, was Psalm 19 über das Wort Gottes selbst, über sein Wesen, seinen Wert und seine zeitlose Bedeutung für uns sagt.)

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