Gegengesellschaft: Wählen gehen…

Brisant:  Beteiligung an politischen Wahlen  (Johannes 17,16; Philipper 3,20)

Ein interessanter, brisanter, kontroverse Reaktionen verursachender Brief aus dem Jahr 1848 (in English HERE):

Montpellier, den 24. März 1848

Sehr geschätzter Bruder [E. Maylan],

ich schreibe in Eile, da mir die Haltung der Brüder bei den bevorstehenden Wahlen am Herzen liegt. Ich stellte fest, dass die Brüder in V. wohl kaum über die Tragweite dieser Handlung nachgedacht hatten, die sie an dem Lauf der Welt teilnehmen ließ. Als es ihnen vorgestellt wurde, erkannten sie es ‑ Gott sei Dank! ‑ sogleich, und ich hoffe, mit aller Deutlich­keit. Das brachte mich auf den Gedanken, dass die Brüder bei Ihnen möglicherweise auch nicht darüber nachgedacht haben.

Für mich ist es so einfach, dass ein Christ, der doch überhaupt nicht von dieser Welt, sondern mit dem vereinigt ist, der gestorben und wieder auferstanden ist, nicht die Aufgabe hat, sich in diese ausgesprochen weltliche Aktivität einzu­mischen, die ihn zu einem Angehörigen der Welt stempelt und ihn mit dem gesamten System identifi­ziert, das der Herr doch in Kürze richten wird. Ich denke, es genügt, lediglich die Wahrheit vorzustellen, und sie wird von denen anerkannt werden, die ihre Stellung verstanden haben. Und das umso mehr, als diese Ereignisse [die Revolution von 1848] noch handgreiflicher (nicht wirklicher) offenbar machen, auf welcher Grundlage die Welt ruht, und sie tatsäch­lich noch näher an die große Katastrophe heran­führen, die bald über
alle jene hereinbrechen wird, die sich gegen Gott auflehnen.

Ich wünsche sehr, dass die Seinen zu Ihm hin abgesondert sind und verstehen, was die Welt zu erwarten hat, und noch besser verstehen, was sie selbst ständig erwarten sollten! Möchte Gott uns Gnade schenken, dass wir dieses Zeugnis in Treue überall ablegen, zu gelegener und ungelegener Zeit, so wie der Herr die Tür dazu öffnet.

Die Ereignisse überstürzen sich, lieber Bruder, und doch erwarten wir nur ein Ereignis, nämlich dass un­ser geliebter Heiland kommt. Sein Kommen wird zu einer Quelle der Hoffnung, so wie es für uns schon seit langem eine Freude ist und eine immer herrlichere Wirklichkeit wird. Wie nahe mag Er sein! Mögen wir Ihn beständig erwarten! Gott allein kennt den Zeitpunkt.

Der Christ nimmt Notiz von den Er­eignissen, die sich hier abspielen, und sie sind ein Zeugnis für den, der verständig ist. Doch seine Ge­danken, sein Verlangen, sein Teil sind weit mehr innerhalb des Heiligtums als bei all diesem hier. Ist es nicht wahr, dass dieses Wählen als eine Handlung der Identifikation mit der Welt (besonders in den Erschei­nungsformen, die sie in den letzten Tagen annimmt) eine Schlinge ist, die von allen Christen gemieden werden sollte, die den Willen Gottes und ihre Stellung in Christus verstanden haben? Das ist immer wahr (seit zwanzig Jahren weise ich darauf hin) und doppelt wahr in dieser Zeit.

Mögen Friede, Gnade und Barm­herzigkeit mit Ihnen sein, lieber Bruder, mögen sie Ihnen vermehrt werden, und möge die Gegenwart und die Freude des Herrn das Teil aller Brüder sein, die bei Ihnen sind. Wahrscheinlich werde ich sofort nach England abreisen, doch ich hoffe zurückzukom­men. Grüßen Sie alle Brüder herzlich.

In herzlicher Liebe, Ihr J. N. D.

Ich denke, dass die Art und Weise, wie wir Jesus Christus gemäß dem Ende von Philipper 3 als Hei­land erwarten, uns endgültig von dem ganzen Zeit­lauf dieser Welt lösen soll.

John Nelson Darby

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