Christliche Gegenkultur – Echt „relevant“ sein!

Das Zauberwort bei vielen Ratschlägen, die heute für attraktivere, erfolgreichere Gemeindearbeit gegeben werden, ist „Relevanz“.  „Die Gemeinde müsse den Zeitgenossen zeigen, dass sie relevant sei.“(1)

Für die Gemeindehäuser werden da sogar neue Architekturkonzepte mit lichtdurchfluteten gläsernen Foyers angeraten, und natürlich „relevante“ Predigten, die den ungläubigen Besucher in seinem Alltagsleben besser fühlen lassen.

Den Außenstehende müsse klargemacht werden: Unsere Gemeinde ist etwas wunderbares, denn „der Glaube an Gott und seine Gemeinde machen den Menschen glücklicher und sein Leben sinnvoller, und, was noch schöner ist: Der Glaube erhöht den Wert des Menschen, ja, er adelt ihn, der Mensch ist [Gott] wichtig!
 Gott darf uns den Steigbügel halten, damit wir auf’s Ross steigen können.
Damit aber sind die Verhältnisse, die Gott gesetzt hat und die gerade im Volk Gottes gekannt und verteidigt werden müssen, ins Gegenteil verkehrt, und damit hat die Gemeinde ihre Identität verloren.“(1)

„Relevant“ sein – ja, das müssen wir tatsächlich. Aber nicht durch Äußerlichkeiten, nicht dadurch, dass wir für das Fleisch der Menschen attraktiv werden wollen. Denn all solches Trachten endet letztlich in der Irrelevanz einer Gemeinde.

„Wenn das Ziel darin besteht, die Gemeinde zum Wachsen zu bringen, dann müssen wir dafür sorgen, dass die Leute sich wohlfühlen. Wenn die Leute später entdecken, dass man sich auch auf andere Weise wohl fühlen kann, verlassen sie die Gemeinde, die sie ja nicht mehr brauchen. Die Gemeinde, die relevant sein will, sät damit die Saat ihrer eigenen Irrelevanz und verliert noch dazu ihre Identität.“(2)

Relevant sein muss eine Gemeinde Jesu Christi zunächst für Gott und ihrem Herrn, der sie mit Seinem Blut erkauft hat (Apg. 20:28; Eph. 5:25). Und dazu brauchen wir zu aller erst etwas, was z.B. Vielen in der problembeladenen Gemeinde in Korinth gefehlt hat:

„Werdet rechtschaffen nüchtern und sündiget nicht, denn etliche sind in Unwissenheit über Gott; zur Beschämung sage ich’s euch.“ (1Kor 15:34)

„Die rechte Erkenntnis Gottes ist eine Grundvoraussetzung für gesunden persönlichen Glauben wie für gesundes gemeinschaftliches Leben, also für eine gesunde Gemeinde.“(1)

Lasst uns daher zu aller erst bemüht sein, das wir ebenso wie die Glieder in unserer Gemeinde Gott besser kennen lernen. Lasst uns gegenseitig Vorbild und Ansporn darin sein, mit Ihm praktische Gemeinschaft zu pflegen, zu reden und „ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden…“ (Phil 3:10).

Nur so können wir echte Relevanz erlangen, nämlich nicht im Schmeicheln des Fleisches – das kann die Welt viel besser als wir –, sondern dadurch, dass unsere Umgebung, sowohl die Geschwister in der Gemeinde als auch Außenstehende, durch uns etwas mitbekommen vom Wesen und der Herlichkeit des Gottes, an den wir glauben und mit dem wir Umgang haben. So wie es damals bei Moses der Fall war:

„Und wenn Mose vor den HERRN hineinging, um mit ihm zu reden, nahm er die Decke ab, bis er hinausging; und er ging hinaus und redete zu den Kindern Israel, was ihm geboten war; und die Kinder Israel sahen das Angesicht Moses, dass die Haut des Angesichts Moses strahlte; und Mose tat die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er hineinging, um mit Ihm zu reden.“ (2Mo 34:34-35)

So zeigt sich Relevanz – die echte, die nachhaltige, die bleibt.

Willst du wirklich relevant werden?

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(1) Benedikt Peters, Das Wesen Gottes im Gemeindebau (Bibel und Gemeinde 2011/3)

(2) Mark Dever, 9 Merkmale einer gesunden Gemeinde, 3L Verlag

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