Christliche Gegenkultur – Wieder „radikale“ Christen werden (Mt. 6:8)

„Die Herrschaft Jesu Christi in der Gesamtheit des Lebens“ – das war der rote Faden und das gemeinsame Thema, das sich durch die Schriften Francis Schaeffers zog. Das Anliegen seines Lebens war es, Gläubige und Gemeinden zu einem „radikalen“, d.h. ganzheitlich vom Wort Gottes geprägten und ihm unterstellten Leben anzuspornen, um so die Gegenkultur der christlichen Botschaft als Salz und Licht in dieser Welt wieder sichtbar zu machen. Dazu einige Zitate aus seinem letzten Werk, „Die Große Anpassung – Der Zeitgeist und die Evangelikalen“ Unter dem Begriff „Evangelikale“ sind dabei heute auch viele der ehemals als „konservativ“ bekannten Gemeinden und Gemeindebewegungen eingeschlossen.

Schaeffer erhebt die Anklage, dass manche Evangelikale sich zwar so nennen, es im Grunde aber gar nicht sind, weil sie durch Anpassung die Kraft des göttlichen Wortes abschwächen. Die Ursache hierfür sei die mangelnde Bereitschaft zur Konfrontation, die Folge Angleichung an den (antichristlichen) Zeitgeist…

Die Frage nach der Glaubwürdigkeit und Autorität der Aussagen der Heiligen Schrift wird dabei als nebensächlich abgetan, die Hauptsache für den Gläubigen sei die undogmatische Begegnung mit Jesus. Dabei wird unsere (antichristliche) Kultur zum Maßstab der Bibelauslegung…

Mit aller Kraft müssten die Gläubigen Christen diesem relativistischen Denken gegenüber offensiven Widerstand leisten.

Schaeffer fordert eine Rückkehr zur ursprünglichen Bedeutung der Worte „Fundamentalismus“ und „evangelikal“. Beide Begriffe meinten zu Beginn dasselbe, nämlich das Vertrauen in die gesamte Heilige Schrift mit der daraus resultierenden kompromisslosen Haltung der Welt gegenüber als dem Herrschaftsbereich Satans…
Schaeffers Hauptforderung, die er immer wieder ausspricht, ist diese: Die Grenze zwischen Christentum im biblisch-reformatorischen Sinn und dem Säkularismus müsse deutlich werden. Sie ist für ihn die Wasserscheide, an der die Entscheidung über Leben und Tod fällt. Wahrheit bringt Konfrontation mit sich, verlangt sie geradezu. Wer dieser Konfrontation aus angeblicher ‚Liebe‘ ausweicht, liefert den säkularen Menschen letztlich dem Verderben aus. Die daraus resultierende Anpassung an den Zeitgeist ist das, was Schaeffer die „evangelikale Katastrophe“ nennt.
Wenn die Botschaft des Evangeliums glaubwürdig ist, dann betrifft sie das ganze Leben, dann muss sie eine ständige radikale Anfrage an die (post)moderne Welt sein. Deshalb sollen Gläubige Christen Radikale sein, Radikale gegen Relativismus und Synkretismus.

Obwohl Wahrheit die Konfrontation fordert, soll sie in Liebe und Vergebungsbereitschaft geschehen, nicht in rechthaberischer Gesetzlichkeit und Kritiksucht…

Wir benötigen radikale Christen, die, in gehorsamer Nachfolge, Gemeinde und Gesellschaft diesen Liebesdienst der Konfrontation um der Wahrheit willen leisten…

Die Bibelfrage bleibt dabei die Wasserscheide.

Sie wird den weiteren Weg der Evangelikalen bestimmen. Werden sie den Weg vieler Institutionen und Werke gehen, die einflussreich und bibeltreu anfingen, aber bedeutungslos und liberal endeten? Oder lassen sie sich zurückrufen zur Irrtumslosigkeit der ganzen Schrift, dem Grundparadigma, mit dem sie begannen und das ihnen ihre Existenzberechtigung gegenüber allen Ideologien und Theologien unserer Tage gab?

„…die heiligen Schriften…, die imstande sind, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung , zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt (gerüstet).“ (2Tim. 3:15-17)   „Denn wir sind sein Werk (Gebilde), geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“ (Eph. 2:10)

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Francis Schaeffer, Die Große Anpassung – Der Zeitgeist und die Evangelikalen,
CLV Bielefeld (PDF-Download)

Fortsetzung:  Christliche Gegenkultur – Echt relevant sein!

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