Christliche Gegenkultur – „Seid ihnen nun nicht gleich“ (Mt. 6:8)

Ein Bruder hatte kürzlich angemerkt, dass die Generation der Gläubigen heute wohl einmalig in der ganzen Weltgeschichte ist.

Haben sich die Gläubigen der letzten fast 2.000 Jahre immer bemüht, den grundsätzlichen Unterschied zwischen der Gemeinde der Erlösten des Herrn Jesus und der Welt darzustellen und vorzuleben, so versuchen immer mehr Christen heute, alles zu tun, um nur ja in allem der Welt gleich zu erscheinen. Das erinnert natürlich an die Warnung des Herrn Jesus: „Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden. 
Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein.
Man zündet auch nicht eine Lampe an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Lampenständer, und sie leuchtet allen, die im Haus sind.
Ebenso lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“ (Mt. 5:13-16)

John Stott hat dazu einmal folgende Zusammenfassung zur Bergpredigt geschrieben:

„Die „Bergpredigt“ ist vielleicht der am weitesten bekannte Teil der Lehren Jesu, obwohl er wohl auch der ist, der am wenigsten verstanden wird – und ganz bestimmt der, dem am wenigsten Gehorsam geschenkt wird. Unter den gesamten Lehren Jesu ist die Bergpredigt wohl der Teil, der einem Regierungsprogramm am nächsten ist. Und es gibt wohl keinen Begriff, der ihre Absicht besser zusammenfasst und ihre Kampfansage an die heutige Gesellschaft klarer erkennen lässt, als der Ausdruck ‚christliche Gegenkultur.‘

Insoweit als die Gemeinde Christi sich heute an die Welt angepasst hat und die beiden Gemeinschaften – Welt und Gemeinde – nur noch als zwei Ausführungen der selben Sache erscheinen, widerspricht die Gemeinde ihrer wahren Identität. Es gibt wohl kaum eine Bemerkung, die einen treuen Christen mehr schmerzen könnte, als die Feststellung eines Weltmenschen: ‚Ihr seid ja gar nicht anders als wir.‘

Die Nachfolger Jesu sind aber dazu bestimmt, anders zu sein – sowohl anders als die Volkskirchen und -gemeinden als auch anders wie die säkulare Welt, sowohl anders als die Religiösen als auch anders als die Ungläubigen.

Die Bergpredigt ist dazu die vollständigste Skizzierung der christlichen Gegenkultur, die wir im NT haben. In ihr finden wir ein christliches Wertesystem, ethische Standards, fromme Hingabe, die christlichen Haltungen und Prinzipien zu Geld, Ehrgeiz, Life-Style und zum Netzwerk unserer Beziehungen. Alle dazu gemachten Aussagen und Lehren sind im völligen Widerspruch mit den Prinzipien und Normen der nichtchristlichen Welt. Die christliche Gegenkultur ist das Leben des Reiches Gottes – tatsächlich ein ganz menschliches Leben, aber ausgelebt unter göttlicher Regierung.“ *

Welche Anzeichen und Beweise dieser christlichen Gegenkultur gibt es in deinem Leben?

*)  John Stott, The Message of the Sermon on the Mount, IVP 1978

Fortsetzung:  Christliche Gegenkultur – Wieder radikale Christen werden  (Mt 6:8)

Dieser Beitrag wurde unter Christliche Gegenkultur & Relevanz, Gemeinde Jesu, Gesellschaft, Normen, Postmoderne abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Christliche Gegenkultur – „Seid ihnen nun nicht gleich“ (Mt. 6:8)

  1. Pingback: Christliche Gegenkultur – „Seid ihnen nun nicht gleich“ Mt. 6:8 | jesaja 66:2 | CMBG Nürnberg e.V. | Evangelische Freikirche

Kommentare sind geschlossen.